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Leseempfehlungen

Mit Kindern und Jugendlichen über Krieg und Frieden sprechen

Eltern schauen mit ihrer Tochter in eine Heft und lächeln
Bild: © Rido - fotolia.com

Nicht zuletzt durch die Situation in der Ukraine ist das Thema Krieg und Frieden in Nachrichten und Gesprächen präsent. Kinder und Jugendliche bekommen viele Informationen ungefiltert mit. Das kann Ängste und Sorgen auslösen. Bücher können einen guten Einstieg bieten, um altersgerecht mit Kindern und Jugendlichen dazu ins Gespräch zu kommen. Stiftung Lesen stellte eine Übersicht mit Leseempfehlungen zur Verfügung.

Das Thema Krieg und Frieden hat nicht zuletzt durch die Situation in der Ukraine in Radio- und TV-Nachrichten sowie in Gesprächen an Präsenz gewonnen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema und auch die Flut an ungefilterten Informationen kann zu Verunsicherung, Ängsten und Belastungen führen – sowohl bei Kindern, Jugendlichen als auch Erwachsenen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Stiftung Lesen auf ihrer Website Leseempfehlungen und eine Linksammlung für Eltern und pädagogische Fachkräfte zusammengestellt, um das Thema Krieg und Frieden im familiären und pädagogischen Kontext altersgerecht thematisieren zu können.

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen meinte dazu: „Bücher sind ein sinnvoller Türöffner, um mit Kindern und Jugendlichen über das wichtige Thema Krieg und Frieden ins Gespräch zu kommen. Im gemeinsamen Austausch mit einem Erwachsenen können Ängste erkannt, Fragen beantwortet und Geschehnisse gemeinsam eingeordnet werden. Bilder- und Lesebücher bieten dafür einen hervorragenden Einstieg.“

Halt geben, Zusammenhänge erklären, gemeinsam aktiv werden Unterteilt nach Alter und Betreuungskontext finden sowohl Kita-Fachkräfte wie auch Lehrkräfte und Familien neben einer Auswahl an geeigneten Büchern zahlreiche weiterführende Links zu Webseiten mit Tipps und Hinweisen, um mit Kindern über die aktuelle Situation zu sprechen. Ergänzend finden sich auch Informationen zu Fachstellen, wie die Integration geflüchteter Kinder im Kita- und Schulalltag unterstützt werden kann.

Eine kleine Auswahl an Lesetipps zum Thema Krieg & Frieden

„Wie ist es, wenn es Krieg gibt? Alles über Konflikte"

  • ab ca. 5 Jahren
  • geschrieben von: Louise Spilsbury
  • illustriert von: Hanane Kai
  • übersetzt von: Jonas Bedford-Strohm

Die weißen (Friedens)tauben, die über die Einbandinnenseiten schweben, stehen im denkbar größten Kontrast zum Inhalt dieses besonderen Sachbilderbuchs. Denn hier werden – jeweils auf einer Doppelseite – vielfältige Aspekte des Themas „Konflikte" aufgegriffen. Natürlich sind das konzeptbedingt eher Denkanstöße als Antworten – aber genau darum geht es ja, wenn man (gewalttätige) Auseinandersetzungen verstehen, hinterfragen oder sogar verhindern will. Mit „Was ist Krieg?", „Was ist Terrorismus?", „Menschen helfen" oder „Sprich darüber!" sind die kurzen Kapitel überschrieben, die zu mehr Offenheit, Information und Eigeninitiative beitragen wollen.

„Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte für junge Menschen“

  • ab ca. 8 Jahren
  • geschrieben von: Cai Schmitz-Weicht
  • illustriert von: Ka Schmitz

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist 1948 entstanden – nach einem Krieg, der Millionen von Menschenleben gefordert und unendliches Leid verursacht hat. Auf dieser Erklärung, die verhindern soll, dass es jemals wieder zu solchem Unrecht kommt, beruhen auch das deutsche Grundgesetz und die UN-Kinderrechtskonvention. Die 30 Artikel der wegweisenden Erklärung werden hier jeweils auf einer Doppelseite in kurzen, verständlichen Texten und mit ausdrucksstarken Illustrationen vorgestellt.

Alle Menschen sind wertvoll, Gesetze sind für alle gleich, Menschen in Not sollen Hilfe bekommen und: Alle dürfen und sollen etwas lernen! Die klare Sprache hilft nicht nur jungen Leser/-innen dabei, die Menschenrechte kennen zu lernen und zu verstehen. Durch die begleitenden Szenen-Bilder rücken die Inhalte ganz nah an die Lebenswirklichkeit von Kindern rund um die Welt heran - und bieten Impulse zum Erzählen, Fragen und Diskutieren.

„Frieden"

  • ab ca. 4 Jahren
  • geschrieben von: Baptiste und Miranda Paul
  • illustriert von: Estelí Meza

Frieden ist ein großes Wort – und begegnet uns dabei in so vielen alltäglichen Kleinigkeiten überall auf der Welt! Mal kommt er als liebevolle Geste, als gemeinsames Abenteuer oder ernst gemeinte Entschuldigung daher und immer ist er begleitet von einem Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Kurze Reime beschreiben die vielen Facetten von Frieden und verknüpfen ihn mit Freundschaft, Familie und wertschätzendem Miteinander. So bunt und vielfältig wie der Frieden ist, sind auch die großen, detailreichen Illustrationen, die neben vielen Tieren und Friedenssymbolen auch ganz diverse Menschen abbilden. Es gibt also viel zu entdecken! So wird dieses abstrakte Wort schon für die Jüngsten greifbar. Denn auch, wenn die Weltpolitik für Kinder – und die meisten Erwachsenen – nicht beeinflussbar ist, können wir alle trotzdem aktiv etwas zum Frieden im Kleinen beitragen. Und wer weiß? Vielleicht wird die wunderbar bunte Welt aus dem Buch ja in Zukunft Realität.

„Zuhause kann überall sein"

  • ab ca. 5 Jahren
  • geschrieben von: Irena Kobald
  • illustriert von: Freya Blackwood
  • übersetzt von: Tatjana Kröll

Schon bevor die Geschichte startet, turnt die Heldin über den Buchstaben des Buchtitels herum. Kein Wunder, dass die Tante des Mädchens es „Wildfang“ nennt. Doch mit dem Krieg geht auch ihr Name verloren. Und in dem neuen Land, in dem die beiden ankommen, herrscht zwar Sicherheit, aber alles ist fremd: Die Leute, das Essen, die Tiere und Pflanzen, ja sogar der Wind! Die fremden Wörter fühlen sich wie ein kalter Wasserfall an, gegen den nur die eigenen Worte und Geräusche helfen, in die man sich hineinkuscheln kann wie in eine alte Decke. Unter der man am liebsten für immer bleiben würde! Doch die Begegnung mit dem Mädchen im Park verändert alles. Nicht schnell, nicht von einem Tag auf den anderen. Nach und nach werden fremde Wörter zu vertrauten Klängen – und nach und nach wird die alte Decke neu gewebt, aus immer mehr Wörtern und Begriffen. Und am Ende? Da wird wieder Rad geschlagen…

Gerade durch die künstlerische Vereinfachung und die Reduzierung auf ein metaphorisches Bild – die eigene Sprache als kuschelige Decke – wird hier auch schon für jüngere Kinder nachvollziehbar davon erzählt, wie schwer es ist, in ein neues Zuhause und eine neue Sprache hineinzufinden. Die Geschichte ist wunderbar erzählt – und doch braucht man den Text nicht unbedingt, um den Inhalt zu verstehen. Perfekt für den Einsatz mit Kindern unterschiedlicher Herkunftssprachen geeignet! Welche Gegenstände erkennst du? Wie heißen sie in deiner Sprache – und wie in der, die hier gesprochen wird? Wie mag sich das Mädchen fühlen? Was hättest du getan? Die Bilder liefern Impulse, erzählen über den Text hinaus und fangen Gefühle wie Einsamkeit, Angst, aber auch Freundschaft und Zuversicht wunderbar ein.

Quelle: Stiftung Lesen vom 12.04.2022