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Europa / Bildungspolitik

Mehr als 150 Millionen Euro für Erasmus+ im Hochschulbereich

Drei Jugendliche unterschiedlicher Herkunft sitzen lächelnd auf einer Treppe und schauen gemeinsam auf einen Laptop.
Bild: © zinkevych - fotolia.com

Deutsche Hochschulen erhalten Förderungen in Rekordhöhe für ihren europäischen und internationalen Austausch im Rahmen von Erasmus+. Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Budget um 6,3 Millionen angehoben. Im Wintersemester 2020/21 werden wegen der Corona-Pandemie erstmals auch ‚Blended Mobility‘-Aufenthalte im Erasmus+ Programm gefördert.

„Die Europäische Kommission unterstreicht mit dieser Summe die Bedeutung des Programms Erasmus+“, sagt DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Es ist und bleibt ein Vorzeigeprojekt der EU und leistet einen wesentlichen Beitrag zu einem vereinten Europa“, so Mukherjee. Besonders in der aktuell schwierigen Situation sei es wichtig, den Austausch innerhalb Europas zu stärken und junge Menschen zu motivieren, andere Kulturen und Bildungssysteme kennenzulernen.

Erasmus+-Aufenthalte in Großbritannien trotz Brexit möglich

Mit dem bewilligten Geld können deutsche Hochschulen Studierenden, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Hochschulpersonal in den nächsten Jahren einen Erasmus+ Aufenthalt im Ausland finanzieren. Die Förderungen werden jährlich für mehrere Jahre ausgesprochen. Für die innereuropäische Mobilitätslinie werden hierfür rund 125 Millionen Euro bereitgestellt, die außereuropäische Mobilität wird mit rund 27 Millionen Euro gefördert. Das entspricht einem Budgetaufwuchs von über 4 Prozent für die innereuropäische und knapp 6 Prozent für die außereuropäische Mobilität im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders erfreulich ist zudem die Mitteilung der Europäischen Kommission, die Förderung für die innereuropäische Mobilität um zehn Monate auf insgesamt 34 Monate zu verlängern. Das bedeutet, Studierende aus Deutschland können im Rahmen der 2020er Kooperation das Vereinigte Königreich trotz Brexit bis 2023 als Gastland für ihren Erasmus+ Aufenthalt wählen. „Wenn der Studierendenaustausch auch in dieser Übergangsfrist lebendig bleibt, ist das ein positives Zeichen für die weiteren Verhandlungen. Denn es ist in unser aller Interesse, dass der Austausch mit dem Vereinigten Königreich weiterhin fortbesteht“, so Mukherjee.

Internationaler Austausch in Zeiten von Corona mit ‚Blended Mobility‘

Seit 1987 haben über 10 Millionen Menschen dank Erasmus+ Auslandserfahrungen sammeln können. Nach einer aktuellen Studie der Europäischen Kommission waren in Europa etwa 110.000 Personen aus allen vier Erasmus+ Säulen (Hochschule, Schule, Jugend, Berufs- und Erwachsenenbildung) von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Das Positive: Im Hochschulbereich führten fast 55 Prozent der Teilnehmenden das Programm mit unterschiedlichen digitalen Formaten im Gast- oder Heimatland erfolgreich zu Ende.

„Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Teilnehmenden hat auch in Zukunft für uns höchste Priorität. Deswegen freuen wir uns besonders, dass der Austausch vor dem Hintergrund des unterschiedlichen europäischen und internationalen Pandemieverlaufs ab sofort auch online im Heimatland begonnen und später im Gastland fortgesetzt werden kann, sobald eine Einreise möglich und vertretbar ist“, sagt Dr. Stephan Geifes, Direktor der Nationalen Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD. Studierende erhalten mit der Ausreise ein Erasmus+ Stipendium – unabhängig davon, ob im Gastland Präsenz- oder Online-Lehre beziehungsweise Home-Office stattfindet. „Die Botschaft ist klar: Erasmus geht weiter!“ so Geifes.

Die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit

Die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD ist für die Durchführung von Erasmus+ im Hochschulbereich zuständig, um u.a. akademische Zusammenarbeit auf- und auszubauen sowie Studienaufenthalte im Ausland zu ermöglichen. Mit der Erasmus+ Mobilität von Einzelpersonen werden Auslandsaufenthalte von Studierenden und Hochschulpersonal innerhalb (Mobilität mit Programmländern) und außerhalb Europas (Mobilität mit Partnerländern) gefördert.

Quelle: Deutscher Akademischer Austauschdienst vom 03.07.2020

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