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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

KLJB formuliert zehn Anforderungen für ein besseres Europa

Auf dem Bild sind die Mitglieder des Herbst Bundesausschuss 2019 zu sehen.
Bild: KLJB Herbst-Bundesausschuss der KLJB 2019

Der Herbst-Bundesausschuss der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB), der vom 18. bis zum 20. Oktober 2019 in Bonn tagte, hat zehn Anforderungen für die Europäische Union aufgestellt. Darin werden zentrale Kernforderungen der KLJB beschrieben, die für das Handeln des neu zusammengesetzten Europäischen Parlaments, der neuen EU-Kommission und des Europäischen Rats in den nächsten Jahren leitend sein sollen.

„In wenigen Wochen tritt die neue EU-Kommission unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihr Amt an. Diesen Zeitpunkt wollen wir nutzen, um den neuen Mitgliedern der EU-Kommission sowie dem Europäischen Parlament ein Papier mit unseren Kernforderungen für die europäische Politik der nächsten Jahre zukommen zu lassen“, erklärt Stephan Barthelme, KLJB-Bundesvorsitzender. „Darüber hinaus verfolgen wir besorgt die Entwicklungen zum Brexit und wollen einmal mehr deutlich machen, dass Europa für uns die Zukunft ist, an der wir mitbauen wollen – dazu gehört für uns auch das Vereinigte Königreich.“

Zehn Anforderungen für die EU

Die Punkte orientieren sich an den Kernthemen der KLJB, der Jugendverband fordert dabei konkret:

1. Die nachhaltigen Entwicklungsziele ernst nehmen

„Die SDGs müssen zur Richtschnur für die Arbeit der neuen EU-Kommission und des Europäischen Parlaments werden“, macht Stephan Barthelme deutlich.

2. Den Klimaschutz aktiv vorantreiben

Die KLJB sieht die Notwendigkeit einer europaweiten Energiewende, um die europäischen Klimaschutzziele zu erreichen und fordert die EU-Mitgliedsstaaten gleichzeitig dazu auf, europaweit von der Kernenergie abzurücken.

3. Verantwortung für Asylsuchende und Geflüchtete übernehmen

„Die Situation für Geflüchtete Menschen in Europa ist für uns immer noch nicht zufriedenstellend“, führt Stephan Barthelme aus. „Europa muss sich seiner Verantwortung stellen und zu einer europäischen Lösung in der Flüchtlingspolitik kommen!“

4. Wirtschaft und Handel gerecht und umweltbewusst gestalten

Die KLJB fordert gesetzliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen bei Produktion, Lieferketten und Vertrieb menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten konsequent nachkommen und dass Handelsabkommen der EU sowohl an Menschenrechts-, als auch an ökologischen Standards gemessen werden.

5. Extremismus entgegentreten und die Demokratie stärken

Nationalismus und Populismus sind für die KLJB keine Alternative zur europäischen Demokratie. Die KLJB fordert daher, Rechtsstaatsverfahren gegen Mitgliedsstaaten konsequent zu verfolgen.

6. Die Ländlichen Räume in Chancenregionen verwandeln

Vor allem in den Ländlichen Räumen Europas sieht die KLJB Potential, sie fordert, diese als Chancenregionen zu begreifen und das Ziel europaweit gleichwertiger Lebensverhältnisse konsequent zu verfolgen.

7. Die Gemeinsame Agrarpolitik weiterentwickeln

„Wir wollen bei der Gemeinsamen Agrarpolitik eine Förderpolitik, die eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft für ihre gesellschaftlichen und klimaschützenden Leistungen entlohnt“, ergänzt Stephan Barthelme. „Dazu müssen Mittel für die Flächenförderung in die zweite Säule umgeschichtet werden.“

8. Mehr Partizipation und Teilhabe ermöglichen

Die KLJB fordert darüber hinaus eine gesamteuropäische Debatte zur Zukunft Europas, die in die Einberufung eines Europäischen Konvents unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft mündet. Gleichzeitig sollte das Wahlalter europaweit auf 14 Jahre gesenkt wird.

9. Die Strukturen der Europäischen Union reformieren

„Wir müssen Europa fit für die Zukunft machen“, erläutert Stephan Barthelme. „Dazu ist ein Initiativrecht für das Europäische Parlament und die Ausweitung der Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit auf alle Politikfelder ebenso nötig wie ein neues, einheitliches Europawahlrecht mit europaweiten Listen und die Einführung einer europäischen Verfassung.“

10. Die Erweiterung und Vertiefung der EU vorantreiben

Zuletzt fordert die KLJB, den Schengener Besitzstand auf alle Mitgliedsstaaten auszuweiten und den Euro EU-weit als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen. „Die EU muss ihre Integration durch das Angleichen der Lebensverhältnisse und einen eigenständigen EU-Sozialvertrag vorantreiben, auch um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken“, sagt Stephan Barthelme.

Weitere Informationen zum Herbst-Bundesausschusses

Neben dem Antrag zur Europäischen Union haben sich die rund 35 Delegierten des Herbst-Bundesausschusses im Rahmen des Projekts „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“ in einem Studienteil intensiv mit dem Thema Rassismus im Alltag beschäftigt, und auf die Mitglieder Kampagne „TURN IT! Hier gedreht, Welt bewegt.“ zurückgeblickt.

Der Bundesausschuss der KLJB tagt zweimal im Jahr an wechselnden Orten. Neben KLJB-Landes- und Diözesanvorsitzenden aus ganz Deutschland nehmen der Bundesvorstand und die Referent*innen der KLJB-Bundesstelle sowie die Bundesarbeitskreise an der Versammlung teil.

Vertiefende Informationen

Nähere Informationen über die KLJB gibt es unter: www.kljb.org
Der vollständige Beschluss findet sich unter: www.kljb.org/beschluesse

Die KLJB (Katholische Landjugendbewegung Deutschlands) ist ein Jugendverband mit bundesweit 70.000 Mitgliedern. Sie vertritt die Interessen Jugendlicher in ländlichen Räumen und engagiert sich für eine aktive und lebendige Kirche. Als engagierte Christinnen und Christen gestalten Jugendliche in der KLJB mit an der Zukunft der Gesellschaft und setzen sich für eine gerechte und zukunftsfähige Welt ein. Im Rahmen der MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique) setzt sich die KLJB auch weltweit für Solidarität und eine nachhaltige ländliche Entwicklung ein.

Quelle: Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) e.V. vom 21.10.2019

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