Kindertagesbetreuung / Europa

Kitaausbau in Europa zu langsam - Rentenlücke bei Müttern

Vier Kleinkinder
Bild: © Anatoliy Samara - Fotolia.com

Zu wenig Kitas, zu wenig Rente: Zwei Studien, die die EU-Kommission heute (Montag) veröffentlicht hat, zeigen, dass der Kitaausbau in Europa immer noch schleppend voran geht und dass bei Frauen mit Kindern eine enorme Rentenlücke klafft.

„Alle Eltern wissen nur allzu gut, wie wichtig eine bezahlbare und zugängliche Kinderbetreuung nicht nur für die Kindesentwicklung, sondern auch für berufstätige Eltern ist. Bislang ist es aber nicht einmal jedem dritten Mitgliedstaat gelungen, die eigenen Ziele im Bereich Kinderbetreuung zu erreichen“, sagte Vizepräsidentin Viviane Reding, die für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständige EU-Kommissarin. „Kinderbetreuungseinrichtungen sollten nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition in die Zukunft gesehen werden.“

Die EU-Staats-und Regierungchefs  hatten sich darauf geeinigt, bis 2010 für ein Drittel aller Kinder unter drei und für neunzig Prozent der Kinder über drei Jahren Betreuungsangebote zu schaffen. Nur acht EU-Länder haben bisher diese Zielvorgabe erfüllt.  Zu den Spitzenreitern in Europa zählen Dänemark und Belgien. Deutschland gehört nicht dazu. Bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren erreicht Deutschland mit knapp 25 Prozent noch nicht einmal den europäischen Durchschnitt von 30 Prozent. Besser sieht es bei den Betreuungsangeboten für Kinder zwischen drei Jahren bis zum Schulanfang aus: Hier erreicht Deutschland die Zielvorgabe von 90 Prozent.

Das mangelnde Betreuungsangebot spiegelt sich in der Rente wieder. Im Durchschnitt beziehen Frauen in Europa eine um 39 Prozent niedrigere Rente als die Männer. In Luxemburg und Deutschland ist diese Lücke mit 47 Prozent und 44 Prozent am größten. Betroffen sind insbesondere Frauen mit Kindern. Bei alleinstehenden Frauen ist die Lücke zwar kleiner, sie beträgt aber immer noch 17 Prozent.

Mehr Informationen und Grafiken in der vollständigen Pressemitteilung.

Mehr zu den Studien zum Kinderbetreuungsangebot und zur geschlechterspezifischen Rentenlücke in einem Memo in englischer Sprache.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 03.05.2013

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