Jugendsozialarbeit / Europa

Jugendsozialarbeit in Europa: Bündnisse gegen Jugendarmut

Fachkräfte aus elf europäischen Ländern berieten über Handlungsansätze und Projekte zur sozialen Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe von benachteiligten jungen Menschen in Europa.

Berlin/Stuttgart, 01.07.2010: Mit Bezug zum Europäischen Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung war die BAG EJSA vom 21. bis 24. Juni in Berlin gemeinsam mit „Die Wille“ gGmbH Gastgeberin für einen Studienbesuch der Mitgliedsorganisationen des europäischen Netzwerkes Y.E.S. Forum.

Jugendliche und junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren gehören nach aktuellen Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu der Gruppe von Menschen, die am stärksten von Einkommensarmut betroffen sind. Dies ist in anderen europäischen Ländern ähnlich. Ziel der Veranstaltung war deshalb der Austausch von Praktikerinnen und Praktikern aus unterschiedlichen europäischen Ländern über Ursachen von Armut und sozialer Ausgrenzung sowie die Sensibilisierung für mehr Engagement gegen Armutsrisiken und Ausgrenzungseffekte.

Unter dem Titel „Young people and poverty - building alliances for change“ gab es neben Besuchen von Praxiseinrichtungen auch Workshops und Diskussionsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern von europäischen Institutionen wie dem European Anti Poverty Network und der Europäischen Kommission.

Auf dem Programm stand zum Beispiel ein Besuch des Don-Bosco-Zentrums Berlin, das mit dem Projekt „Manege“ jungen Menschen Wiedereingliederungs- und Fördermaßnahmen anbietet, die sie unmittelbar im angeschlossenen Gästehaus anwenden können. Die jungen Menschen, die meistens noch ohne Abschluss und Ausbildung sind, arbeiten in den Arbeitsbereichen Haustechnik, Hauswirtschaft, Malerei, Tischlerei und Küche und werden intensiv sozialpädagogisch begleitet. Außerdem wurde das Projekt „School DropIn“ von “Die Wille" besichtigt. Das Projekt richtet sich mit einem Sozialkompetenztraining gezielt an Schülerinnen und Schüler, die besondere Förderung und Motivation für ihren erfolgreichen Schulabschluss benötigen. Ein Bestandteil des Projekts ist das Beratungsangebot für Lehrkräfte. Diese lernen, Stärken und Ressourcen von Schülern und Schülerinnen zu erkennen und mit einer adäquaten Förderplanung, unter anderem Schulverweigerung und -abbruch präventiv entgegenzuwirken.

In den Arbeits- und Diskussionsgruppen tauschten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Jugendsozialarbeit aus elf europäischen Ländern über die Situation der jungen Menschen in ihren Ländern sowie über ihre Arbeit im Bereich der Prävention und Bekämpfung der Armut aus. Sie berieten auch über gemeinsame Handlungsansätze und Projekte zur sozialen Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe von benachteiligten Jugendlichen in Europa, die über den Studienbesuch hinaus nachhaltig unternommen werden sollten. Am Ende der Veranstaltung beschlossen die Mitgliedsorganisationen des Y.E.S. Forums, eine Petition an die europäischen und nationalen politischen Entscheidungsträger zu richten. Ziel der Petition ist es, Forderungen an die Politik zu formulieren und Wege aufzuzeigen, wie Jugendarmut bekämpft werden kann.

Die Veranstaltung wurde aus Mitteln des Europäischen Programms „Jugend in Aktion“ gefördert.

Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V.

 

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