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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Jugend beurteilt österreichischen Budgetplan

Kinderhände mit Münzen
Bild: © Marco2811 - fotolia.com

Anlässlich des bevorstehenden Beschlusses des Budgetplans für die kommenden zwei Jahre weist die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) auf positive Punkte der geplanten Maßnahmen hin, kritisiert aber auch besonders die geplanten Einsparungen im Bildungsbereich. Wichtig sei eine insgesamt gerechte und weitsichtige Budgetpolitik. Außerdem dürfe die Förderung von Jugendorganisationen nicht aus dem Blick geraten.

Mit dem neuen Budgetplan soll der österreichische Staat mehr einnehmen als ausgeben. Das Bestreben der Regierung nach einem Nulldefizit wird von der BJV grundsätzlich begrüßt. „Ein ausgeglichenes Budget bedeutet vor allem Entlastung für nachfolgende Generationen. Junge Menschen müssen so nicht auf den Schulden des Staates sitzen bleiben“, so BJV-Vorsitzender Christian Zoll.

Als positiv hebt die BJV außerdem den Fortbestand der Förderung von Jugendorganisationen hervor. „Die BJV setzt sich ja unter anderem aus zahlreichen Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit zusammen. Das Bekenntnis zur kontinuierlichen finanziellen Unterstützung dieser Arbeit ist ein wichtiges Zeichen. Der unentbehrliche gesellschaftliche Beitrag, der hier geleistet wird, muss entsprechend gefördert und wertgeschätzt werden, auch finanziell“, so Zoll weiter. 

Gleiche Chancen für alle Kinder 

Kritisch sieht die BJV hingegen die geplanten Einsparungen bei der Integration an Schulen. „Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine gute und zukunftsorientierte Bildung. Es ist daher essentiell, hier eine weitsichtige Politik zu betreiben. Gleiche Chancen für alle Kinder sind uns hier ein besonderes Anliegen, auch die Integration von Kindern mit unzureichenden Sprachkenntnissen“, betont BJV-Vorsitzender Derai Al Nuaimi. „Dass die Regierung ausgerechnet hier die Fördermittel kürzen möchte und somit den Zugang zu qualitativer Bildung für manche Kinder erschwert, ist nicht nachvollziehbar“, so Al Nuaimi weiter. 

Ganztagsbetreuung ist wichtig zur Armutsbekämpfung

Bis 2025 hätten Fördergelder in den Ausbau von ganztätigen Schulformen fließen sollen, dass dieser jetzt auf 2032 ausgedehnt wird, ohne die Mittel dafür aber zu erhöhen, sieht Al Nuaimi ebenfalls kritisch. „Der Ausbau von ganztätigen Betreuungsformen darf nicht unnötig hinausgezögert werden. Wir brauchen jetzt eine Lösung, denn Eltern sollen sich nicht zwischen Familie und Beruf entscheiden müssen. Ganztagsschulen und anderen Betreuungsformen sollten unterstützt und nicht durch Sparmaßnahmen eingeschränkt werden“, erklärt der Vorsitzende. Die BJV verweist auch in ihrer aktuellen Kampagne zum Thema Kinderarmut auf die Notwendigkeit des Ausbaus solcher Betreuungsangebote. Dieser sei eine wichtige Maßnahme zur Armutsbekämpfung.  

Quelle: Österreichische Bundesjugendvertretung vom 16.04.2018