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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Jetzt erst recht: BDKJ fordert ein jugendgerechtes Europa!

Hände von Erwachsenen unterschiedlicher Herkunft halten EU-Fähnchen hoch.
Bild: © Rawpixel - fotolia.com

Die Corona-Pandemie hat relevante jugend- und sozialpolitische Veränderungen für junge Menschen hervorgerufen. Während der EU-Ratspräsidentschaft müssen jetzt die Weichen für eine jugendgerechte Zukunft gestellt werden, sagt der BDKJ und fordert die Stärkung des europäischen Jugendaustausches und der Jugendbeteiligung auf europäischer Ebene.

Europäische Identität nachhaltig stärken

Mit insgesamt acht Forderungen an die deutsche Bundesregierung startet der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in die am 1. Juli beginnende Zeit der EU-Ratspräsidentschaft durch die Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem fordert der Dachverband der katholischen Jugendverbände, den Jugendaustausch auf EU-Ebene zu stärken. „Wir brauchen eine deutliche finanzielle Erhöhung für Erasmus+ und inklusive Zugänge“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier. „Nur so können wir die europäische Identität trotz Brexit und nationalstaatlicher Alleingänge nachhaltig stärken.“ Wichtig dafür ist auch eine verbindliche Beteiligung junger Menschen an der EU-Gesetzgebung. Die halbjährlich stattfindende EU-Jugendkonferenz und der EU-Jugenddialog sollen dabei wichtige Instrumente bleiben, so der BDKJ in seinem aktuellen Beschluss. Eine stärkere Unterstützung für die demokratische Jugendverbandsarbeit sei unabdingbar. „Das gilt vor allem für die selbstorganisierten Strukturen in den Mitgliedsstaaten, in denen die Arbeit von regierungsunabhängigen Organisationen zunehmend eingeschränkt wird. Dazu zählen einige unserer Partnerorganisationen“, sagt Lisi Maier. „Wir erwarten von dieser Ratspräsidentschaft eine Trendumkehr, die dem zivilgesellschaftlichen Engagement europaweit wieder mehr Freiräume ermöglicht.“

Perspektiven junger Menschen auf dem europäischen Arbeitsmarkt

In seinem Beschluss zur EU-Ratspräsidentschaft macht sich der BDKJ außerdem für Perspektiven für junge Menschen auf dem europäischen Arbeitsmarkt stark. Jugendliche, die sich aktuell in einer Übergangsphase zwischen Schule und Ausbildung oder nach dem Studienabschluss befinden, sind von der Krise besonders betroffen. Die Bundesregierung kann mit einer Neuauflage der 2014 ins Leben gerufenen Jugendgarantie ihrer Verantwortung nachkommen, jungen Menschen Perspektiven zu bieten.

Damit die junge und zukünftige Generation nicht mit den anstehenden Herausforderungen, wie dem Klimawandel, alleingelassen wird, fordert der BDKJ, dass die Umsetzung des Green Deals eingehalten wird. Alle finanziellen Entscheidungen in den kommenden Monaten müssen das Ziel einer sozial-ökologischen Transformation verfolgen. Andernfalls müssten die kommenden Generationen für die Kosten der Krise geradestehen.

In seinem Beschluss fordert der BDKJ außerdem, Solidarität mit Geflüchteten, Geschlechtergerechtigkeit zu verwirklichen und eine faire Handelspolitik. Der vollständige Beschluss „Jetzt erst recht: Für unser Europa!“ (PDF, 158 KB) steht als Download zur Verfügung.

Quelle: Bund der Deutschen Katholischen Jugend vom 29.06.2020

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