Kinder- und Jugendarbeit / Europa

Hamburger Senat beschließt europapolitisches Jugendkonzept

Junge Menschen sollen die europäischen Entscheidungsprozesse aktiv mitgestalten und zugleich den europäischen Integrationsprozess weiter vorantreiben. Das sind die Ziele des europapolitischen Jugend­konzepts, das der Bevollmächtigte des Hamburger Senats beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten, Staatsrat Carsten-Ludwig Lüdemann, am 02. Februar 2010 gemeinsam mit Familien- und Jugendstaatsrätin Dr. Angelika Kempfert vorgestellt hat.

„Hamburg will junge Menschen motivieren, sich für die europäische Idee zu begeistern. Wir wollen ihr Wissen und ihre Kompetenz in Sachen Europa stärken und sie dazu auffordern, sich an europäischen Veranstaltungen und Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Nur so lässt sich eine europäische Identität fördern.“, so Staatsrat Lüdemann. Um insbesondere die Teilhabe von Jugendlichen zu stärken und sie näher an Europa heranzuführen, wird sich der Senat auf sechs Handlungsfeldern mit der europäischen Jugendpolitik befassen: Bildung, Beschäftigung, Gesellschaftliche Integration und Jugend in der Welt, Sport und Gesundheit, Kultur und Kreativität und Politische Partizipation. 

Um Meinungen und Beiträge von Jugendlichen geht es beispielsweise bei der im September erstmalig durchgeführten Wettbewerbsmesse für Lehrkräfte, Schüler und Eltern, die über das breite Angebot an Schülerwettbewerben, wie den Europäischen Wettbewerb, informiert. Die originellsten Wettbewerbsbeiträge werden während der Europawoche 2010 im Rathaus ausgestellt. „Damit wollen wir erreichen, dass sich zukünftig mehr Jugendliche an europäischen Wettbewerben beteiligen. Denn nur wer mitmacht, betrachtet Europa als sein eigenes Projekt“, sagt Staatsrat Lüdemann. Zudem plant der Senat die Einrichtung eines EU-Jugendportals im Internet, um Jugendliche und junge Menschen auf die vielfältigen europäischen Angebote wie Stipendien, Austausche, Projekte sowie regionale europabezogene Aktivitäten aufmerksam zu machen. 

Ganz im Sinne der Jugendpartizipation, findet am 24. April 2010 der Europamarkt statt. Er wird von Jugendlichen für Jugendliche organisiert. Dabei sind eigene Ideen der Schülerinnen und Schüler, Auszubildenden, Studierenden und jungen Erwachsenen gefragt. Sie können etwa Projekte an Ständen präsentieren, einen künstlerischen Beitrag zum Bühnenprogramm leisten oder im Vorfeld mithelfen, den Markt zu gestalten. Die Europawoche vom 2. bis 10. Mai 2010 regt mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Vorträgen und Diskussionen zum Mitreden und Nachdenken über Europa an. An der Aktionswoche beteiligen sich europapolitisch engagierte Vereine, Verbände, Institutionen, Stiftungen, Hochschulen und andere wissenschaftliche Einrichtungen sowie Senat und Behörden, die Bürgerschaft und politische Parteien. 

Mit einer Regionalkonferenz vom 28. bis 30. Mai 2010 unter der Überschrift „Take Five for Europe“ wird die Familienbehörde 75 Jugendliche aus den fünf Norddeutschen Bundesländern in Hamburg zusammenbringen. In acht Workshops werden die jungen Norddeutschen diskutieren, wie sich Jugendliche in der Region mehr an europäischen Politikprozessen beteiligen können und dafür konkrete Ideen entwickeln. „Die Konferenz besitzt Modellcharakter für Deutschland“, sagt Staatsrätin Dr. Angelika Kempfert. „Der Senat dokumentiert damit, dass wir uns in einem ernsthaften und konstruktiven Dialog mit jungen Menschen über die europapolitische Jugendpolitik befinden.“ 

„Viele junge Menschen zweifeln, ob ihre Stimme in Europa überhaupt gehört wird“, erklärt Staatsrat Lüdemann. „Dabei zeigt sich das große Europa oft im Kleinen, wie etwa in Projekten zur Bezirks- und Stadtteilarbeit mit Jugendlichen, die das Lebensgefühl der Menschen unmittelbar vor der eigenen Haustür verbessern. Die Maßnahmen des europapolitischen Jugendkonzepts laden dazu ein, sich einzumischen und gehört zu werden. Es ist ein Angebot sich an den vielfältigen Formaten der europapolitischen Jugendarbeit in Hamburg zu beteiligen.“

Quelle: Senatskanzlei Hamburg

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