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Europa / Kinder- und Jugendarbeit

Halbzeitbewertung von JUGEND in Aktion

Mitten in die Diskussion um die Zukunft des EU-Jugendprogramms platzt die umfassende Halbzeitbewertung von JUGEND IN AKTION.

Im Auftrag der Generaldirektion Bildung und Kultur evaluierte die Beratungsfirma ECOTEC/ECORYS das Programm JUGEND IN AKTION in der Hälfte seiner Laufzeit zwischen Dezember 2009 und Dezember 2010. Durch Befragungen, unter anderem von Teilnehmenden und Beschäftigten der Nationalagenturen, wurden vor allem die dezentral verwalteten Unteraktionen des Programms bewertet. Anhand vorgegebener Indikatoren ging es um Effektivität und Effizienz des Programms und die Frage, ob die Programmziele erreicht wurden. Aus ihren Befunden leiten die Evaluatoren Empfehlungen ab, wie sich die Umsetzung des derzeitigen Programms während seiner restlichen Laufzeit und die Programmgestaltung für das Nachfolgeprogramm verbessern lässt.

Für die Förderung von Jugendlichen und der Jugendarbeit erhält das Programm viel Lob: Die Zufriedenheit der Teilnehmer ist hoch, und auch benachteiligte Jugendliche werden aktiv angesprochen. JUGEND IN AKTION hat eine nachhaltige Wirkung auf Teilnehmende und Jugendarbeiter. Unter anderem sei eine höhere Mobilität nach ihrer Teilnahme am Programm zu beobachten. Für Jugendarbeiter trägt JUGEND IN AKTION zur Qualitätsverbesserung der Jugendarbeit und ihrer Anerkennung bei. Gemäß der gesetzlichen Grundlage unterstützt das Programm vorrangig Kleinprojekte und unerfahrene Träger, die sich oftmals zum ersten Mal bewerben. Folgerichtig empfehlen die Evaluatoren den Erhalt der gemischten Unterstützung von Jugendorganisationen und Jugendarbeitern sowie der Direktförderung Jugendlicher. Auch die weitere Förderung des Youthpasses halten sie für geraten.

Aber es gibt auch Kritik: Letzten Endes erreiche JUGEND IN AKTION nur eine begrenzte Anzahl Jugendlicher, und auch die Transparenz des Programms sei verbesserungsfähig, so die Evaluatoren. Vor allem die spezifischen Schwerpunkte und Zielsetzungen innerhalb der fünf allgemeinen Ziele, vier ständige Prioritäten, Jahresprioritäten, Zielsetzungen je Aktion und die zahlreichen Unteraktionen trügen „nicht gerade zur Transparenz des Programms bei“. Infolgedessen verlöre das Programm „in gewissem Maße an Orientierung...“. Deswegen raten sie zu einer Verbesserung und Rationalisierung des Grundprinzips eines zukünftigen Programms und auch zur Entwicklung „messbarerer Indikatoren“ für die Ergebnisse des Programms. Daneben fordern sie eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands für Bewerber und wenn möglich der Verwaltungskosten. Die Evaluatoren geben auch den Rat, Jugendliche mithilfe zusätzlicher Kommunikationsstrategien gezielter anzusprechen, die Gruppe der `benachteiligten´ Jugendliche besser zu definieren und sie finanziell besser zu fördern. JUGEND IN AKTION, so ein Resümee, sei für die Fortsetzung von JIA-ähnlichen Aktivitäten wichtig. „Es wird befürchtet, dass eine Beschränkung oder Beendigung von JUGEND IN AKTION dazu führen würde, dass solche Aktivitäten vermutlich nicht von anderen Quellen finanziell unterstützt werden“.

Lesen Sie mehr über die Evaluation auf den Seiten von JUGEND für Europa.

Quelle: JUGEND für Europa

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