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Eurydice-Bericht

Große Unterschiede bei der Bildungsgerechtigkeit an Europas Schulen

Grundschulkinder sitzen im Klassenraum und bearbeiten Aufgaben
Bild: Arthur Krijgsman - pexels.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Zwischen den EU-Mitgliedstaaten bestehen besonders im Sekundarbereich große Unterschiede bei der Chancengleichheit in der Schulbildung. Dies geht aus einem Bericht des europäischen Bildungsnetzwerks Eurydice hervor. Darin finden sich auch Handlungsempfehlungen, um die Chancengleichheit zu verbessern.

Der Bericht hebt nicht nur die großen Unterschiede hervor, die weiterhin zwischen den Ländern bestehen, sondern zeigt auch eine Reihe von Möglichkeiten auf, wie die Behörden die Chancengleichheit in der Schule verbessern können und legt dazu Empfehlungen vor. Untersucht wurden 42 europäische Bildungssysteme in 37 europäischen Ländern.

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, sagte: „Fairere und integrativere Gesellschaften sind für den künftigen Wohlstand Europas von entscheidender Bedeutung. Um dies zu erreichen, müssen die Bildungssysteme gerecht sein und sicherstellen, dass alle jungen Menschen in der Lage sind, ihre Talente zu entwickeln und ihr Potenzial voll auszuschöpfen. In diesem Bericht stellen wir fest, dass der sozioökonomische Hintergrund nach wie vor eine zu große Rolle für den Bildungserfolg der Schüler spielt, was unseren jungen Menschen gegenüber ungerecht ist. Es ist wichtig, dass die Länder voneinander lernen, um die Gerechtigkeit in ihren Bildungssystemen und die Chancen für junge Menschen zu verbessern.“

In fast allen europäischen Bildungssystemen definieren oder beziehen sich die Schulaufsichtsbehörden in ihren offiziellen Dokumenten auf eine Reihe von Konzepten zur Bildungsgerechtigkeit. Die meisten europäischen Systeme verfügen über mindestens eine wichtige politische Initiative zur Förderung der Chancengleichheit in der Bildung oder zur Unterstützung benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Besonders im Sekundarbereich unterscheidet sich jedoch das Niveau der Chancengleichheit in Europa stark. Die Niveaus werden anhand des Leistungsunterschieds zwischen Schülern mit guten und Schülern mit schlechten Leistungen (Integrationsdimension) und anhand der Auswirkungen des sozioökonomischen Hintergrunds auf die Leistungen der Schüler (Fairnessdimension) gemessen. In der Mehrzahl der Bildungssysteme gehen Leistungsunterschiede mit einem ausgeprägten Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf die Leistung einher. Gleichzeitig kann weniger als ein Drittel der Bildungssysteme in beiden Dimensionen als relativ gerecht angesehen werden.

Die Kommission hat vor kurzem ihre Pläne für einen Europäischen Bildungsraum bis 2025 dargelegt, wobei die Einbeziehung der Chancengleichheit ein zentraler Grundsatz ist.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission vom 22.10.2020

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