Kinder- und Jugendpolitik / Europa

Fördern und Fordern: Jugendgarantie in Frankreich startet im September 2013

Bild: marfis75   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-SA 3.0

Im Rahmen der Politik zur Bekämpfung der Armut und zur Förderung der sozialen Teilhabe will die französische Regierung mit dem Eingliederungsprogramm „Garantie jeunes“ die Prekarität und Perspektivlosigkeit von Jugendlichen bekämpfen.

Das Programm, das sich an Jugendliche ohne Berufsabschluss und ohne hinreichende Schulbildung richtet, wird ab September 2013 zuerst in 10 städtischen und ländlichen Testgebieten mit etwa 10 000 Teilnehmenden anlaufen. Es soll dann stufenweise bis 2016 auf ganz Frankreich und 100 000 Jugendliche ausgeweitet werden. Laut Regierungsbericht befanden sich 2012 14,7 % der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren in einer beruflich prekären Situation.

Nach dem Prinzip Fördern und Fordern werden Eingliederungsverträge zwischen Staat und Jugendlichen abgeschlossen und Beihilfen gezahlt. Bestandteil des Vertrages, den der/die Jugendliche mit einer staatlichen Stelle vor Ort (Sozialdienste, Arbeitsverwaltung etc.) schließt, ist eine Unterstützung bei der Arbeitssuche bzw. bei der Ausbildung. Im Gegenzug erhalten die Jugendlichen für die Zeit, in der sie weder einer Beschäftigung noch einer Ausbildung nachgehen, eine staatliche Unterstützung in Höhe der sozialen Mindestsicherung RSA (revenu de solidarité active, maximal 483 €). Die Jugendlichen müssen der Betreuung durch die staatlichen Stellen zustimmen und den Angeboten Folge leisten. Im gegenteiligen Fall wird die Vereinbarung samt der Leistungen aufgekündigt.

Quelle: http://www.ambafrance-de.org/Garantie-jeunes