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Europa / Gender

Europarat: Junge LGBTI-Personen müssen vor Gewalt geschützt werden

Zwei junge lesbische Frauen umarmen sich und eine hält eine Regenbogenfahne über sich.
Bild: © LIGHTFIELD STUDIOS - fotolia.com

Die europäischen Staaten müssen mehr tun, um den besonderen Herausforderungen, mit denen junge LGBTI-Personen besonders in Krisenzeiten konfrontiert sind, zu begegnen, sagte die Generalsekretärin des Europarates, Marija Pejčinović Burić, in einer Erklärung im Vorfeld des Internationalen Tags gegen Homophobie am 17. Mai.

„Die COVID-19-Pandemiekrise hat die Ungleichheiten, denen benachteiligte Gruppen der Gesellschaft gegenüberstehen, verschärft. Jugendliche LGBTI, die üblicherweise stigmatisiert und marginalisiert werden, sind jetzt einem noch größeren Risiko von Hassrede und Gewalt ausgesetzt, zu Hause und in der Öffentlichkeit.“ erklärte die Generalsekretärin des Europarates, Marija Pejčinović Burić, im Vorfeld des Internationalen Tags gegen Homophobie, Biphobie, Interphobie und Transphobie (IDAHOBIT).

Abstandhalten und Ausgangssperren können für jene junge Menschen, die von ihrer Familie abgelehnt werden oder sich nicht zur Homosexualität bekannt haben, die psychische Gesundheitsprobleme haben oder die unter körperlicher oder psychischer Gewalt leiden, besonders schwer sein, so Burić. Darüber hinaus wurde durch restriktive Maßnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie die Unterstützung eingeschränkt, die junge LGBTI-Personen von Freunden, LGBTI-Zentren, Nichtregierungsorganisationen und Bildungseinrichtungen erhalten.

Regierungen und die Zivilgesellschaft sollten sich weiterhin um den Schutz junger LGBTI-Personen bemühen, indem sie psychosoziale sowie Unterstützung für die psychische Gesundheit bereitstellen und Beratungsstellen einrichten,“ mahnte die Generalsekretärin an. Obdachlosigkeit sei ebenfalls ein ernsthaftes Problem. „Ich fordere die Behörden dazu auf, jungen, obdachlosen LGBTI-Personen besseren Schutz zu bieten, darunter durch die Bereitstellung von Unterkünften“, so Burić. Schätzungen zufolge bezeichnet sich jede dritte junge, obdachlose Person als LGBTI.

Die vor zehn Jahren verabschiedete Empfehlung des Europarates über Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität bietet Leitlinien für die europäischen Staaten zur Bekämpfung von Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie.

Quelle: Europarat vom 14.05.2020

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