Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendpolitik

Europarat: Förderung der Jugendinformation durch die Mitgliedstaaten erwünscht

Das Ministerkomitee des Europarates hat am 16. Juni eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten zur Jugendinformation verabschiedet.

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Was ist das Ministerkomitee?

Das Ministerkomitee ist das Entscheidungsorgan des Europarates. Es setzt sich aus den Außenministern der einzelnen Mitgliedstaaten oder deren Ständigen diplomatischen Vertretern in Straßburg zusammen. Es ist sowohl ein Regierungsorgan, in dem nationale Lösungsansätze für die Probleme der europäischen Gesellschaft gleichberechtigt diskutiert werden, als auch ein gemeinschaftliches Forum, in dem europaweite Antworten auf anstehende Herausforderungen erarbeitet werden. Gemeinsam mit der Parlamentarischen Versammlung garantiert das Ministerkomitee den Schutz der grundlegenden Werte des Europarates und überwacht die Einhaltung der von den Mitgliedstaaten eingegangenen Verpflichtungen.

>> mehr Informationen: www.coe.int/t/d/cm/default_de.asp

Was ist Jugendinformation?

>> Informationen zur Jugendinformation in Deutschland: www.jugendinfonetz.de

 

Vor dem Hintergrund unterschiedlicher europäischer und internationaler Dokumente wird dabei vor allem auf die Beteiligung junger Menschen als Träger und Verbreiter von Information, auf die veränderten Rahmenbedingungen im Zeitalter elektronischer Kommunikation und Information und auf die Stärkung und Weiterentwicklung der Strukturen von Jugendinformations- und Beratungsdiensten eingegangen.

Auszüge aus Empfehlung CM / Rec (2010) 8
des Ministerkomitees an die Mitgliedstaaten zur Jugendinformation

(Angenommen vom Ministerkomitee am 16. Juni 2010 auf der 1088. Sitzung der Ständigen Vertreter)

Das Ministerkomitee (…) empfiehlt den Regierungen der Mitgliedstaaten:

a. die Konsolidierung und den Ausbau der bestehenden Jugendinformations- und Beratungsdienste auf der Grundlage der Empfehlung Nr. R (90) 7 zur Information und Beratung für junge Menschen in Europa,

b. die Förderung und Stärkung des übergreifenden und durch Vermittlungsvielfalt geprägten Charakters von Jugendinformation und Beratungsdienstleistungen als Ergänzung zu spezialisierten Leistungen für junge Menschen,

c. sicherzustellen, dass Jugendliche Zugang zu und Nutzen von Informationen haben, indem die vielen Formen und Kanäle von Jugendinformation auf die Bedürfnisse aller jungen Menschen auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene angepasst werden,

d. bei der Entwicklung der Jugendpolitik die sich ständig ändernden Informationsbedürfnisse junger Menschen zu berücksichtigen, auch indem das Wissen von Basisorganisationen, die in der Jugendinformation und -beratung tätig sind, einbezogen wird,

e. die Entwicklung neuer Arbeitsmethoden, vielfältiger Ansätze und innovativer Wege zur Nutzung neuer Formen der Kommunikation zu fördern,

f. die Beteiligung junger Menschen bei der Entwicklung der Inhalte, der Instrumente zur Verbreitung und der politischen Entwicklung von Jugendinformation zu fördern,

g. den Erwerb von Kompetenzen junger Menschen im Umgang mit Informationen zu fördern, eingedenk dessen, dass: 

  • Informationskompetenz Teil des nicht-formalen, informellen und formalen Lernens sein sollte,
  • junge Menschen lernen sollten, mit Informationen kritisch und selbstbestimmt umzugehen,
  • Jugendliche in der Lage sein sollten Informationsgehalt in verantwortungsvoller Weise selbst zu erstellen, zu produzieren und zu vertreiben,

h. junge Menschen in Bezug auf die Risiken zu sensibilisieren, denen sie als Konsumenten und Urheber von Online-Information ausgesetzt sind,

i. junge Menschen bezüglich der Verbreitung ihrer persönlichen Daten zu sensibilisieren, wenn sie
in sozialen Online-Communitys aktiv sind,

j. die Notwendigkeit von Qualitätsstandards für Online-Jugendinformation zu erkennen und Qualitätsinitiativen auf allen Ebenen zu unterstützen,

k. die Sensibilisierung und die Qualifizierung des Personals in der Jugendinformation bezüglich der neuen Herausforderungen der Jugendinformationsarbeit zu heben und den Austausch der wichtigsten Akteure über Erfahrungen und Praxis zu fördern,

l. den Zugang benachteiligter junger Menschen, einschließlich solcher mit Behinderungen, zu Online-Informationen zu fördern.

Das vollständige Dokument können Sie in englischer Sprache hier einsehen:
https://wcd.coe.int/ViewDoc.jsp?id=1637765&Site=CM&BackColorInternet=C3C3C3&BackColorIntranet=EDB021&BackColorLogged=F5D383

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