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Engagement

Europäisches Solidaritätskorps wird um neues Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe erweitert

Viele Erwachsene verschiedener Herkunft haben ihre Hände aufeinander gelegt
Bild: © lassedesignen - Fotolia.com

Die EU unterstützt Freiwilligenaktivitäten junger Menschen 2022 mit mehr als 138 Millionen Euro und gibt jungen Menschen mit dem neuen Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe die Möglichkeit, an internationalen Projekten teilzunehmen. Vorschläge im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps für das Jahr 2022 können jetzt eingereicht werden.

Das Europäische Solidaritätskorps ist ein EU-Programm für junge Menschen, die sich in verschiedenen Bereichen freiwillig engagieren möchten, von Hilfe für Menschen in Not bis hin zur Teilnahme an Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit und Umwelt in der gesamten EU und darüber hinaus. Mit der aktuellen Aufforderung wird auch die Möglichkeit eingeführt, dass sich die Teilnehmenden an humanitären Hilfsmaßnahmen weltweit beteiligen, um die Solidarität zwischen Organisationen und Freiwilligen in den EU-Ländern sowie Menschen und Gemeinschaften außerhalb der Union zu entwickeln. Dieser neue Aktionsbereich für internationale Projekte läuft unter der Bezeichnung „Europäisches Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe“.

Um im Zuge des Europäischen Jahres der Jugend 2022 zur Schaffung von mehr solidarischen Betätigungsmöglichkeiten für junge Menschen beizutragen, stellt die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen fast 139 Millionen Euro bereit. Gefördert werden Freiwilligentätigkeiten, von Jugendlichen geleitete Solidaritätsprojekte, Freiwilligenteams in prioritären Bereichen, die sich auf die Förderung einer gesunden Lebensweise und die Erhaltung des kulturellen Erbes konzentrieren, sowie das Europäische Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe. Das Gesamtbudget des Programms für das Europäische Solidaritätskorps für 2021 bis 2027 beläuft sich auf eine Milliarde Euro. Während dieser sieben Jahre wird dieses EU-Programm mindestens 270.000 jungen Menschen die Teilnahme an Solidaritätsmaßnahmen ermöglichen.

Die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel: „Im Europäischen Jahr der Jugend 2022 wird das Europäische Solidaritätskorps ein wichtiges Instrument sein, um junge Menschen in ihrem bürgerschaftlichen Engagement zu unterstützen und ihnen beim Aufbau einer besseren, umweltfreundlicheren, digitaleren und inklusiveren Zukunft zu helfen. Zum ersten Mal bietet das Programm die Möglichkeit, zu humanitären Hilfsmaßnahmen beizutragen. Im kommenden Jahr werden wir auch Freiwillige für Aktivitäten und Projekte zur Förderung einer gesunden Lebensweise und des kulturellen Erbes mobilisieren.“

Erfolg seit 2018 wird fortgesetzt

Seit Oktober 2018 existiert das von der EU finanzierte Programm mit einem operativen Budget von 375,6 Mio. Euro über die ersten drei Jahre. Das Programm stützt sich auf frühere EU-Initiativen im Bereich der Solidarität und soll als zentrale Anlaufstelle dienen für Organisationen, die solidarische Arbeit leisten, sowie für junge Menschen, die in für sie wichtigen Bereichen einen Beitrag zur Gesellschaft leisten wollen. Auf der Grundlage seines Erfolgs setzt das Europäische Solidaritätskorps seine Tätigkeiten im Zeitraum 2021 bis 2027 fort

Das Programm bietet jungen Menschen die Möglichkeit, einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und neue Kompetenzen zu entwickeln. Es steht jungen Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren für solidarische Tätigkeiten zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und jetzt auch Personen zwischen 18 und 35 Jahren für internationale humanitäre Hilfsmaßnahmen in Drittstaaten offen.

Das Europäische Solidaritätskorps unterstützt politische Prioritäten der EU und hilft Organisationen und jungen Menschen dabei, sich in entsprechenden Projekten zu engagieren. Das Programm:

  • fördert Inklusion und Vielfalt und soll allen jungen Menschen gleichberechtigten Zugang zu den Möglichkeiten des Europäischen Solidaritätskorps bieten;
  • unterstützt Projekte und Tätigkeiten, die auf den Schutz, den Erhalt und die Verbesserung natürlicher Lebensräume und der Umwelt ausgerichtet sind, das Bewusstsein für ökologische Nachhaltigkeit schärfen und Verhaltensänderungen einleiten wollen;
  • trägt zum digitalen Wandel durch die Unterstützung von Projekten und Tätigkeiten bei, die digitale Kompetenzen fördern, den sicheren Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien begünstigen und ein besseres Verständnis der Risiken und Chancen digitaler Technologien voranbringen sollen;
  • ermutigt und befähigt junge Menschen dazu, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und einen echten Wandel anzustoßen.

Wie mitmachen?

Junge Menschen, die sich an Aktivitäten des Europäischen Solidaritätskorps beteiligen möchten, müssen sich auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps registrieren. Dort können sie nach Organisationen suchen, die entsprechende Projekte durchführen. Gruppen junger Menschen, die sich beim Portal des Europäischen Solidaritätskorps registriert haben, können außerdem Finanzmittel für Solidaritätsprojekte beantragen, die sie selbst leiten.

Jede öffentliche oder private Einrichtung kann Finanzmittel für Tätigkeiten im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps beantragen. Die Organisationen benötigen ein Qualitätssiegel, mit dem bescheinigt wird, dass sie in der Lage sind, solidarische Tätigkeiten von hoher Qualität im Einklang mit den Grundsätzen, Zielen und Anforderungen des Programms durchzuführen. Sie können sich mit Unterstützung der Nationalagenturen des Europäischen Solidaritätskorps (für die Bundesrepublik Deutschland: Jugend für Europa) in allen EU-Mitgliedstaaten und Drittländern, die mit dem Programm assoziiert sind, oder der Exekutivagentur Bildung und Kultur (EACEA) für zentralisierte Maßnahmen bewerben.

Die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Freiwilligen- und Solidaritätsprojekte läuft bis zum 23. Februar für Projekte desselben Jahres und bis zum 4. Oktober für Projekte im darauffolgenden Jahr.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 17.11.2021

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