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Europa / Kinder- und Jugendarbeit

Europäische Tage des Denkmals 2018: „Die Kunst des Teilens“

Junge Frau steht in einem Museum vor Statuen
Bild: Cristina Gottardi - unsplash.com

Ausstellungen, Kreativworkshops, Konferenzen, Führungen, Festivals und viele andere Veranstaltungen finden im Rahmen der European Heritage Days von August bis Oktober 2018 in ganz Europa statt. Als ein zentraler Bestandteil des Europäischen Kulturerbejahres widmet sich die Initiative des Europarates und der EU-Kommission der „Kunst des Teilens“. Ziel ist die Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls zu Europa.

Die Europäischen Tage des Denkmals (European Heritage Days – EHD), eine gemeinsame Initiative des Europarates und der Europäischen Kommission, umfassen zahlreiche partizipative Kulturveranstaltungen, an denen sich Bürgerinnen und Bürger aus ganz Europa beteiligen. Die gesamteuropäische Ausrichtung des Projekts trägt dazu bei, die Europäerinnen und Europäer zusammenzubringen und die europäische Dimension und den Wert des Kulturerbes in den 50 Unterzeichnerstaaten des Europäischen Kulturabkommens hervorzuheben. Jedes Jahr werden mehr als 70.000 Veranstaltungen organisiert, um für das gemeinsame Erbe Europas und die stete Notwendigkeit, dieses zu schützen, zu sensibilisieren, um die Einbeziehung aller Menschen zu fördern und um die Kreativität und die Fantasie anzuregen.

Die diesjährige Ausgabe der Europäische Tage des Denkmals widmet sich als eine der zentralen Initiativen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 der „Kunst des Teilens“. Ziel des Europäischen Kulturerbejahres ist es, die Menschen dazu anzuregen, die reiche und vielfältige Kultur Europas zu erforschen, über ihren einzigartigen Wert nachzudenken und sie zu schützen.

Programm der European Heritage Days

Von Ende August bis Oktober wird in den teilnehmenden Ländern ein umfassendes und buntes Programm umgesetzt. Dazu zählen Ausstellungen, Kreativworkshops, Konferenzen, Führungen, Festivals und vieles mehr. Zahlreiche Initiativen erforschen den künftigen Einfluss der neuen Digitaltechnik auf das Kulturerbe und seine Konservierung.

Das Programm bietet etwa die Gelegenheit, die Wälder der Beaujolais-Hügel in Frankreich mithilfe einer Ausstellung zu erkunden, den Franziskanermarkt in Oppeln (Polen) zu besuchen, in Irland Wale zu beobachte, in einer digitalen Ausstellung das Kulturerbe Griechenlands zu entdecken, an einem Festival über mittelalterliche Geschichte in der Tschechischen Republik mitzuwirken und an einer speziellen Fahrrad-Exkursion teilzunehmen, die sich der Frauenrechtsbewegung im Vereinigten Königreich widmet.

Förderung der Teilhabe am Kulturleben

„Die Europäischen Tage des Denkmals sind eine einzigartige Gelegenheit, um die vielfältige Kultur und die farbenfrohen Geschichten eines lebhaften und facettenreichen Europas zu feiern. Das Kulturprogramm ist ein sehr wirksames Instrument zur Anregung der Fantasie und zur Förderung der konkreten Teilhabe am Kulturleben. Diese Art der Sensibilisierung sieht der Europarat als eine seiner Aufgaben an. Dieses Projekt ist nur ein Beispiel der erfolgreichen Umsetzung unseres Europäischen Kulturabkommens, das dazu dient, das gegenseitige Verständnis auf unserem Kontinent zu unterstützen und die Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Entwicklung einer wahrhaft europäischen Kultur zu koordinieren. Mithilfe der Europäischen Tage des Denkmals können die Menschen praktisch erleben, was sie vereint und was es bedeutet, zu einem gemeinsamen Raum zu gehören“, so die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, Gabriella Battaini-Dragoni.

Gefühl der Zugehörigkeit zu Europa stärken

„Das Kulturerbe ist der entscheidende Faktor unserer Identität als Europäerinnen und Europäer und spielt eine wichtige Rolle zur Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. Das Motto der diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals (‚Die Kunst des Teilens’) verdeutlicht den zentralen Punkt des Europäischen Kulturerbejahres 2018. Das Kulturerbejahr soll dazu beitragen, das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem gemeinsamen europäischen Raum zu stärken. Wir müssen den Schwung nutzen und die Kultur und das Kulturerbe weiterhin als Priorität der europäischen Politik betrachten und im Mittelpunkt des Lebens der Menschen auf diesem Kontinent bewahren. Kultur und Kulturerbe verfügen über die einzigartige Macht, Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zu vereinen und sie in die Lage zu versetzen, ihre Unterschiede zu begreifen und zu achten – und die historischen, kulturellen und menschlichen Erfahrungen zu entdecken, die sie gemeinsam haben. Ich hoffe, dass den Menschen dadurch klar wird, dass das, was uns vereint, stärker ist als das, was uns trennt“, erklärte Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport.

Hintergrundinformationen

Die Europäischen Tage des Denkmals werden in den 50 Unterzeichnerstaaten des Europäischen Kulturabkommens begangen, um die Vielfalt der lokalen Fertigkeiten, Traditionen, Architekturstile und Kunstwerke hervorzuheben, die das gemeinsame Kulturerbe Europas ausmachen. Der Europarat initiierte die Tage des Denkmals 1985 in Frankreich, seit 1999 werden sie als gemeinsame Initiative von der Europäischen Kommission und vom Europarat organisiert. Die Europäerinnen und Europäer können im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals ein breites Spektrum kultureller Schätze durch themenbezogene Veranstaltungen erkunden. Mithilfe der Europäischen Tage des Denkmals wird somit die Geschichte von Menschen und Orten ins Rampenlicht gestellt, die zur Formung der Kultur und des Erbes Europas beigetragen haben.

Das Ziel ist, die gemeinsame Vergangenheit des Kontinents bewusster zu machen, zur Würdigung traditioneller Werte anzuregen und neue Initiativen zur Konservierung von Kulturerbe und zur Schulung darüber zu fördern. Der Europarat betrachtet das Kulturerbe seit jeher als eine seiner Prioritäten. Zudem ist es ein zentrales Thema von Kreatives Europa, dem EU-Programm für den Kultur- und Kreativsektor. Die Kulturwege des Europarates tragen zu den Europäischen Tagen des Kulturerbes bei, indem sie besondere Veranstaltungen an den Orten organisieren, die Teil der europäischen Netzwerke sind.

Weiterführende Informationen finden sich auf der Webseite der Europäischen Tage des Denkmals:  www.europeanheritagedays.com

Quelle: Europarat vom 28.08.2018

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