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Inklusion / Europa

Europäische Kommission fordert mehr Engagement von Mitgliedstaaten in Behindertenpädagogik

Eine ganze Reihe von Rollstühlen

Rund 45 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger im erwerbsfähigen Alter haben eine Behinderung und 15 Millionen Kinder einen sonderpädagogischen Förderungsbedarf. Aus einem heute (Dienstag) von der EU-Kommission veröffentlichten Bericht geht hervor, dass diese Menschen kaum Bildungs- und Erwerbschancen haben - und dies, obwohl sich die EU-Mitgliedstaaten zur Förderung inklusiver Bildung verpflichtet haben.

Kinder mit sonderpädagogischem Förderungsbedarf verlassen die Schule häufig mit geringen oder gar keinen Qualifikationen, um dann in spezielle Ausbildungsgänge zu wechseln, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt eher verringern als verbessern. Bei Menschen mit Behinderungen ist die Wahrscheinlichkeit, arbeits- oder erwerbslos zu bleiben, wesentlich höher. Selbst diejenigen, die auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich sind, verdienen oft weniger als Nichtbehinderte. Die Mitgliedstaaten werden deshalb aufgefordert, sich stärker für inklusive Bildung einzusetzen und Barrieren abzubauen, die benachteiligte Gruppen daran hindern, in Schule, Ausbildung und Beruf erfolgreich zu sein.

"Wenn wir die Lebensqualität von Kindern mit besonderen Bedürfnissen und behinderten Erwachsenen verbessern wollen, müssen wir uns verstärkt für angemessen finanzierte inklusive Bildungsstrategien einsetzen. Es ist an der Zeit, die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen", sagte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.
 
Zwischen den Mitgliedstaaten gibt es große Unterschiede bei der Feststellung eines besonderen Förderbedarfs. So werden beispielsweise in Flandern (Belgien) 5,2 Prozent der Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Bedarf in separaten Sonderschulen unterrichtet, in Italien liegt dieser Prozentsatz hingegen nur bei 0,01 Prozent. Nach Auffassung der Verfasser des Berichts muss noch mehr für eine Harmonisierung der Definitionen und für eine Verbesserung der Datenerhebung getan werden, damit die einzelnen Länder ihre Ansätze besser vergleichen und von den Erfahrungen der anderen lernen können.

Mehr Informationen dazu finden Sie in der vollständigen Pressemitteilung und in dem vollständigen Bericht.

Quelle: PM der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 10.07.2012

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