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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Europäische Jugendwoche 2019: „Demokratie und ich“

Fünf lächelnde Personen halten bunte Sprechblasen-Schilder aus Pappe hoch
Bild: rawpixel.com

Vom 29. April bis zum 5. Mai findet in ganz Europa die neunte Europäische Jugendwoche statt. In diesem Jahr lautet das Motto „Demokratie und ich“. Während der gesamten Woche werden in allen teilnehmenden Staaten Aktivitäten veranstaltet. Außerdem kamen am 29. und 30. April in Brüssel Hunderte junger Menschen bei unterschiedlichsten Events zusammen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Mit Blick auf die anstehende Wahl zum Europäischen Parlament vom 23.-26. Mai wird der Diskussionsschwerpunkt bei der diesjährigen Europäischen Jugendwoche darauf liegen, wie junge Menschen in ihren Gemeinschaften aktiv werden und demokratische Entscheidungen beeinflussen können.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, lädt am 30. April zu einem Bürgerdialog mit jungen Menschen sowie einer richtungsweisenden Debatte im Europäischen Parlament in Brüssel ein: Mehr als 800 Teilnehmer werden in diesem Rahmen über demokratische Teilhabe sowie die Wirkung des Europäischen Solidaritätskorps für junge Menschen, Nichtregierungsorganisationen und lokale Gemeinschaften diskutieren.

Junge Menschen diskutieren über demokratische Teilhabe 

Im Vorfeld der Europäischen Jugendwoche erklärte Kommissar Navracsics: „Ich möchte dieser Generation junger Europäerinnen und Europäer, die so aktiv, engagiert und zur Unterstützung anderer bereit ist, meine Bewunderung aussprechen. Knapp 125 000 junge Menschen haben sich bisher für das Europäische Solidaritätskorps registriert. Dies zeugt ganz offensichtlich von dem Wunsch junger Menschen, sich in die Gesellschaft einzubringen. Laut der jüngsten jugendspezifischen Eurobarometer-Umfrage geben drei von vier jungen Menschen an, sich in irgendeiner Form bürgerschaftlich engagiert zu haben – indem sie entweder gewählt haben, einer Bewegung beigetreten sind, eine Petition unterzeichnet oder Freiwilligenarbeit geleistet haben. Ich sehe dies mit Freude und möchte unsere jüngeren Bürgerinnen und Bürger darin bestärken, ihre Altersgenossen zur Beteiligung an der anstehenden Wahl zum Europäischen Parlament zu ermutigen, damit sie sich mit ihrer Stimme in die Gestaltung ihrer Zukunft einbringen können.“

Eurobarometer-Umfrage benennt politische Prioritäten

Eine am 29.04.2019 veröffentliche Eurobarometer-Umfrage hat ergeben, dass mehr als zwei Drittel der jungen Menschen (67 %) der Ansicht sind, dass die wichtigsten Betätigungsfelder der EU in den nächsten zehn Jahren der Umweltschutz und die Bekämpfung des Klimawandels sein sollten. Als zweite und dritte Priorität wurden die Verbesserung von Bildung und Ausbildung (56 %), einschließlich der Freizügigkeit von Studierenden, Auszubildenden und Schülern, sowie die Bekämpfung von Armut und wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit (56 %) genannt.

Außerdem erklärten 72 % der befragten jungen Menschen, bei kommunalen, nationalen oder europäischen Wahlen ihre Stimme abgegeben zu haben, nachdem sie wahlberechtigt waren. Die Umfrage richtete sich an etwa 11 000 junge Menschen, die im März 2019 zwischen 15 und 30 Jahren alt waren. Die Teilnehmer der Europäischen Jugendwoche werden die Möglichkeit haben, dieses und weitere Themen während der Veranstaltungen zu debattieren.

Am Nachmittag des 29. April gab Kommissar Navracsics außerdem die Ergebnisse der Altiero-Spinelli-Preise für die Verbreitung von Wissen über Europa für 2018 bekannt, bei denen junge Menschen ganz besonders im Fokus standen. So werden Projekte ausgezeichnet, die eine differenzierte Wahrnehmung der Europäischen Union fördern und junge Menschen zur Teilnahme an den demokratischen Prozessen, die ihre Zukunft bestimmen, anregen. 79 Bewerbungen gingen im Rahmen dieser Auflage ein. Die Preise für die fünf ausgezeichneten Projekte werden im Rahmen einer Veranstaltung in Brüssel vergeben.

Hintergrund

Die Europäische Jugendwoche findet alle zwei Jahre statt. Während dieser Woche werden Aktivitäten für junge Menschen gewürdigt und gefördert, indem in allen am Programm Erasmus+ teilnehmenden Ländern Veranstaltungen organisiert werden. Zusätzlich zu den Events in Brüssel werden Hunderte von Aktivitäten und Veranstaltungen auf lokaler Ebene organisiert. An der letzten Europäischen Jugendwoche 2017 nahmen 112 000 junge Menschen in ganz Europa sowie in Nordmazedonien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien und der Türkei teil.

Eines der Hauptthemen ist in diesem Jahr das Europäische Solidaritätskorps, das Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner Rede zur Lage der Union 2016 angekündigt hatte. Es bietet jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die Möglichkeit, sich an einer Vielzahl verschiedenster solidarischer Tätigkeiten in der gesamten EU und darüber hinaus zu beteiligen. Seit die Initiative am 7. Dezember 2016 angelaufen ist, haben sich fast 125 000 junge Menschen beim Europäischen Solidaritätskorps registriert, und nahezu 15 000 Mitglieder haben bereits eine Tätigkeit aufgenommen.

Die Altiero-Spinelli-Preise, die erstmals 2017 vergeben wurden, gehen auf eine Initiative des Europäischen Parlaments zurück, die von der Europäischen Kommission umgesetzt wird. Mit den Preisen sollen herausragende Arbeiten ins Rampenlicht gerückt werden, durch die den Bürgerinnen und Bürgern ein besseres Verständnis der Europäischen Union vermittelt wird und diese zur Teilnahme an demokratischen Prozessen angeregt werden.

Die Kommission wird während der Europäischen Jugendwoche 2019 außerdem neue Zahlen zur Inanspruchnahme der Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen veröffentlichen. Bei der Jugendgarantie handelt es sich um eine Leitinitiative der EU, um die Jugendbeschäftigung anzukurbeln, indem dafür gesorgt wird, dass allen jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos werden oder die Schule verlassen, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme oder ein hochwertiger Ausbildungs- bzw. Praktikumsplatz angeboten wird.

Weitere umfangreiche Informationen zur Eurobarometer-Umfrage und zur Meinung junger Menschen zu einem stärkeren und enger vereinigten Europa stehen auf den Seiten der Europäischen Kommission zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Europäischen Jugendwoche finden sich auf dem Europäischen Jugendportal: www.europa.eu/youth/week_de

Quelle: Europäische Kommission vom 29.04.2019

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