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Europa / Bildungspolitik

Europa 2020-Bildungsindikatoren: Ziel für tertiäre Bildungsabschlüsse erreicht

Drei Studenten unterschiedlicher Herkunft sitzen lächelnd mit Laptops in einem Raum.
Bild: © Kzenon – fotolia.com

Die EU hat das Ziel für den Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit tertiärem Bildungsabschluss erreicht und ist nur noch 0,2 Prozentpunkte vom Ziel für den Anteil der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger entfernt. Dies zeigen aktuelle Daten von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union.

Aus den neuen Daten von Eurostat geht hervor, welche Fortschritte die EU und ihre Mitgliedstaaten bei der Erreichung der beiden Europa 2020-Kernziele im Bereich Bildung gemacht haben. Ein Ziel der Strategie Europa 2020 sieht vor, dass bis 2020 mindestens 40% der 30-bis 34-Jährigen in der Europäischen Union über einen tertiären Abschluss verfügen sollen. Mit einem Anteil von 40,3% hat die EU diesen Zielwert im Jahr 2019 bereits überschritten. Der Anteil ist seit dem Beginn der Datenreihe im Jahr 2002, als er bei 22,5% lag, kontinuierlich angestiegen. Diese steigende Tendenz war bei Frauen (der Anteil ist von 23,7% im Jahr 2002 auf 45,6% im Jahr 2019 gestiegen) noch ausgeprägter als bei Männern (von 21,4% auf 35,1% gestiegen), was bedeutet, dass die Frauen das allgemeine Europa 2020-Ziel übertroffen haben und die Männer noch darunterliegen.

Indessen ist die Quote der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger (im Alter von 18 bis 24 Jahren) in der EU stetig zurückgegangen, von 16,9% im Jahr 2002 auf 10,2% im Jahr 2019. Junge Frauen (8,4%) beenden seltener frühzeitig die Schule oder die Ausbildung als junge Männer (11,9%). Ziel der Strategie Europa 2020 ist es, bis 2020 den Anteil der frühzeitigen Schulabgängerin der EUauf unter 10% zu drücken.

Anteil der 30-bis 34-Jährigen mit tertiärem Bildungsabschluss im Ländervergleich

Im Jahr 2019 lag der Anteil der Personen im Alter von 30 bis 34 Jahren mit tertiärem Bildungsabschluss in allen Mitgliedstaaten, für die Zeitreihen vorliegen, höher als im Jahr 2002. In Zypern (58,8%), Litauen (57,8%), Luxemburg (56,2%), Irland (55,4%), Schweden (52,5%) und den Niederlanden (51,4%) hatte 2019 mindestensdie Hälfte der Bevölkerung im Alter von 30 bis 34 Jahren einen tertiären Bildungsabschluss. Am anderen Ende der Skala wurden die geringsten Anteile in Rumänien (25,8%) und Italien (27,6%) verzeichnet. Achtzehn Mitgliedstaaten haben bei diesem Indikator ihre nationalen Zielwerte für 2020 bereits erreicht oder übertroffen, nämlich Belgien, Tschechien, Dänemark, Estland, Griechenland, Spanien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Slowenien, die Slowakei, Finnland und Schweden. In allen Mitgliedstaaten war 2019 der Anteil der Frauen im Alter von 30 bis 34 Jahren mit einem tertiären Bildungsabschlusshöher als der entsprechende Anteil der Männer.

Anteil der frühzeitigen Schulabgänger im Ländervergleich

Der Anteil der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger lag im Jahr 2019 in allen Mitgliedstaaten, für die Zeitreihen vorliegen, niedriger als im Jahr 2006. Ausnahmen waren Tschechien (Anstieg von 5,1% auf 6,7%) und die Slowakei (von 6,6% auf 8,3%). Im Jahr 2019 verzeichneten Kroatien (3,0%), Litauen (4,0%), Griechenland (4,1%), Slowenien (4,6%), Irland (5,1%) und Polen (5,2%) die niedrigsten Anteile der frühzeitigen Schulabgänger, während Spanien (17,3%), Malta (16,7%)und Rumänien (15,3%) die höchsten Quotenregistrierten. Sechzehn Mitgliedstaaten haben für diesen Indikator ihre Zielwerte für 2020 bereits erreicht, nämlich Belgien, Dänemark, Irland, Griechenland, Frankreich, Kroatien, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Slowenien, Finnland und Schweden. In allen Mitgliedstaaten, außer Tschechien und Rumänien, war im Jahr 2019 der Anteil der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger bei Frauen niedriger als bei Männern.

Quelle: Eurostat vom 22.04.2020