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Europa / Sozialforschung

Eurobarometer: Europäer sehen Zukunft der EU und Wirtschaftslage wieder optimistischer

Ein Kind kniet auf der Straße und malt mit Kreide das Wort "Zukunft" auf den Weg.
Bild: © motorradcbr - Fotolia.com

Eine wachsende Mehrheit der Deutschen und der Europäer schätzt die Zukunft der Europäischen Union positiv ein. Auch das Vertrauen in die Europäische Union wächst – es ist auf dem höchsten Stand seit 2010. 82 Prozent der befragten Deutschen fühlen sich als Bürgerinnen bzw. Bürger der EU, ein Wert der nur noch in Luxemburg übertroffen wird.

Der Anteil der Europäerinnen und Europäer, die die Wirtschaftslage ihres Landes optimistisch beurteilen, ist deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist die Unterstützung für den Euro so hoch wie seit 2004 nicht mehr. Auch in elf Nicht-EU-Ländern, wo erstmals eine solche Umfrage durchgeführt worden ist, hat die Mehrheit der Teilnehmer ein positives Bild von der EU. Richard Kühnel, der Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, sagte zu den Anfang August vorgestellten Zahlen: „Das heute veröffentlichte Eurobarometer zeigt, dass das Bewusstsein der Menschen über Bedeutung und Gestaltungsmöglichkeiten der EU wieder deutlich gestiegen ist. Der Trend zu einer positiven Sichtweise auf die Zukunft Europas verfestigt sich.“

Die Standard-Eurobarometer-Umfrage vom Frühjahr 2017 (EB 87) wurde vom 20. bis 30. Mai 2017 in persönlichen Befragungen durchgeführt. Insgesamt wurden 33.180 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie den Kandidatenländern befragt. Die Flash-Eurobarometer-Umfrage 450 „Zukunft Europas - Meinungen außerhalb der EU“ wurde in Telefoninterviews vom 20. bis zum 25.  Februar 2017 durchgeführt. Es wurden insgesamt 11.035 Personen in elf Ländern außerhalb der EU befragt, darunter in China, Russland, den Vereinigten Staaten und der Türkei.   

„Mit 59 Prozent blicken mehr als die Hälfte der Deutschen optimistisch auf die Zukunft Europas. 82 Prozent der Deutschen fühlen sich als EU-Bürger“, sagte Richard Kühnel. „Dieser positive Trend zu einem gestiegenen europäischen Selbstvertrauen wird auch von Menschen außerhalb der EU bestätigt. Drei Viertel der Befragten in elf Ländern außerhalb der EU haben eine positive Meinung von Europa.“ 

„Der Ansatz von Präsident Juncker, mit den Bürgern Europas über die künftige Gestaltung der EU zu reden, hat sich als richtig erwiesen. Mit zahlreichen Bürgerdialogen in Deutschland und europaweit und dem im März vorgelegten Weißbuch zur Zukunft der Union haben wir einen Prozess angestoßen, in dem die Europäer selbst darüber entscheiden, welchen Weg sie künftig einschlagen werden. Die Bürgerinnen und Bürger zeigen uns, dass sie zuversichtlich sind, dass wir unsere Zukunft zusammen gestalten können“, so Kühnel.

Zukunft der EU: Die meisten Europäer sind optimistisch

59 Prozent der Deutschen und 56 Prozent der Europäer sehen die Zukunft der EU optimistisch – ein Anstieg von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Herbst 2016.  Am optimistischsten sind die Iren (77 Prozent). Der deutlichste Anstieg ist in Frankreich (55 Prozent, +14 Punkte seit Herbst letzten Jahres), Dänemark (70 Prozent, +13 Punkte) und Portugal (64 Prozent, +10 Punkte) zu verzeichnen.

Das Vertrauen in die EU nimmt weiter zu und liegt derzeit bei 42 Prozent, gegenüber 36 Prozent im Herbst 2016 und 32 Prozent im Herbst 2015. Am stärksten hat es in Frankreich (41 Prozent, +15 Punkte), Dänemark (56 Prozent, +11 Punkte) und Estland (55 Prozent, +11 Punkte) zugenommen. Auch in Deutschland stieg es um zehn Punkte auf 47 Prozent.

45 Prozent der Deutschen hat ein positives Bild von der EU (+8 Punkte seit Herbst 2016). Die Zahl der Befragten mit einem positiven Bild hat sich seit der letzten Eurobarometerumfrage im Herbst 2016 in 24 Mitgliedstaaten erhöht, insbesondere in Frankreich (40 Prozent, +11 Punkte), Dänemark (42 Prozent, +10 Punkte) und Luxemburg (57 Prozent, +10 Punkte).

68 Prozent der Europäer schließlich fühlen sich als Bürgerinnen bzw. Bürger der EU, das ist der höchste je gemessene Wert für diesen Indikator. 82 Prozent der befragten Deutschen fühlen sich als EU-Bürger, diese Werte werden nur von Luxemburgern übertroffen, von denen sich 89 Prozent als EU-Bürger sehen.

Die Wirtschaft: mehr Zuversicht und starke Unterstützung für den Euro

In Deutschland halten 90 Prozent der Befragten die gegenwärtige wirtschaftliche Lage ihres Landes für gut, europaweit teilen diese Einschätzung 46 Prozent (+5 Prozentpunkte seit Herbst 2016). Der Anteil derjenigen Europäer, die diese zuversichtliche Ansicht teilen, hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht (+20 Punkte seit Frühjahr 2013, +26 Punkte seit Frühjahr 2009).

Im Euro-Raum unterstützen fast drei Viertel der Befragten den Euro (73 Prozent, +3 Punkte), das ist der höchste Wert seit Herbst 2004.In Deutschland und fünf weiteren Ländern – Slowakei, Estland, Irland, Slowenien und Luxemburg – beträgt die Zustimmung 80 Prozent und mehr, in Deutschland 82 Prozent.

Terrorismus: Erstmals größte Herausforderung für die EU

Der Terrorismus steht jetzt ganz oben auf der Liste der Herausforderungen, mit denen die EU nach Auffassung der Bürgerinnen und Bürger derzeit konfrontiert wird (44 Prozent, +12 Prozentpunkte seit Herbst 2016). Die Zuwanderung, die seit Frühjahr 2015 als eine der problematischsten Fragen genannt wurde, wird jetzt am zweithäufigsten genannt (38 Prozent, -7 Punkte). In Deutschland wird Zuwanderung von 40 Prozent als größte Herausforderung für die EU gesehen, gefolgt von Terrorismus (34 Prozent).

Auf nationaler Ebene sind die wichtigsten Anliegen europaweit weiterhin Arbeitslosigkeit (29 Prozent, -2 Punkte) und Zuwanderung (22 Prozent, -4 Punkte), wobei allerdings in beiden Fällen die Nennungen rückläufig sind. Für die Deutschen sind Zuwanderung (37 Prozent) und Terrorismus die größten nationalen Herausforderungen.

Zukunft Europas - Meinungen außerhalb der EU

Erstmals ist im Rahmen der Eurobarometer-Umfrage das Image der Europäischen Union in elf Nicht-EU-Ländern untersucht worden. Auf diese Länder entfallen 49 Prozent der Weltbevölkerung und 61 Prozent des Welt-BIP. In den drei bevölkerungsreichsten Ländern der Umfrage (China, Indien und den USA) haben mindestens drei Viertel der Teilnehmer eine positive Meinung von der EU.

Die meisten Teilnehmer in den einbezogenen Ländern haben eine positive Meinung von der EU: 94 Prozent in Brasilien, 84 Prozent in China, 83 Prozent in Indien, 76 Prozent in Japan, 79 Prozent in Kanada, 75 Prozent in den USA, 67 Prozent in Australien und 54 Prozent in der Türkei. Gleichzeitig haben die Befragten in nähergelegenen Ländern (Russland, Norwegen und Schweiz) hier eher gemischte Gefühle (zwischen 43 Prozent und 46 Prozent haben ein positives Bild von der EU).

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die EU in den betreffenden Drittländern generell als „Ort der Stabilität in einer unruhigen Welt“ wahrgenommen wird, allerdings mit großen Unterschieden von Land zu Land: So teilen in Indien 82 Prozent diese Einschätzung, in der Türkei 49 Prozent, während in Russland nur 33 Prozent der Aussage zustimmen und 61 Prozent gegenteiliger Auffassung sind.

Ausführliche Informationen zum Standard-Eurobarometer 87 (auf Englisch) sind bei der Europäischen Kommission veröffentlicht. Dort steht auch der Bericht zur Flash-Eurobarometer-Umfrage 450 „Future of Europe – Views from outside the EU“ (Zukunft Europas - Meinungen außerhalb der EU) zur Verfügung. 

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 02.08.2017