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Europa / Sozialpolitik

EU und Afrikanische Union vereinbaren Förderprogramme für junge Menschen und Jobs

Sechs junge Erwachsene verschiedener Herkunft halten einen großen Globus-Ball hoch.
Bild: © mangostock - Fotolia.com

Zum neunten Mal haben sich die Kommissare der Afrikanischen Union und der EU getroffen, um über die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen zu sprechen. Dabei ging es u.a. um Friedenssicherung und nachhaltige Entwicklung. Außerdem wurden konkrete Maßnahmen zur Förderung kontinentaler Mobilität von jungen Menschen und der Anerkennung von Abschlüssen beschlossen.

Bei ihrem Treffen in Brüssel haben die Kommissare der Afrikanischen Union und der Europäischen Union eine stärkere Zusammenarbeit bei der Friedenssicherung und Förderung wirtschaftlicher Perspektiven auf dem Kontinent beschlossen. „Wir sind heute zusammengekommen, um unseren Worten Taten folgen zu lassen. Wir haben Programme mit einer Mittelausstattung von 400 Mio. Euro ins Leben gerufen, die sich unter anderem an die afrikanische Jugend richten“ sagte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. „Dies ist besonders wichtig, da 60 Prozent der afrikanischen Bevölkerung jünger als 25 Jahre sind.“

Plattform zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen

Dieses neunte Treffen auf Kommissionsebene der beiden Organisationen fand unter dem gemeinsamen Vorsitz des Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker‚ und des Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat‚ sowie unter Beteiligung aller Mitglieder der Kommission der Afrikanischen Union und von 16 Mitgliedern der Kommission der Europäischen Union statt.

Der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, fügte hinzu: „Die einzige Antwort auf die heutigen globalen Herausforderungen in einer zunehmend polarisierten Welt lautet Multilateralismus. Die Partnerschaft zwischen der AU und der EU beruht auf gemeinsamen Werten und einer gemeinsamen Übernahme von Verantwortung und bietet eine einzigartige Plattform zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen, vor denen unsere beiden Kontinente in den Bereichen Frieden, Sicherheit und nachhaltige Entwicklung stehen.“

Die wichtige Ergebnisse des Treffens

Die beiden Kommissionen besprachen ihre Zusammenarbeit im Hinblick auf die Stärkung der Resilienz, des Friedens, der Sicherheit und der Regierungsführung, einschließlich der Unterstützung afrikanischer Friedensinitiativen wie etwa der gemeinsamen Einsatztruppe der G5 der Sahelzone. Diesbezüglich unterzeichneten beide Seiten eine Absichtserklärung, die die bestehende Zusammenarbeit im Bereich Frieden und Sicherheit stärken soll. Darüber hinaus vereinbarten sie, die wichtige Arbeit der AU-EU-UN-Taskforce im Bereich Migration fortzusetzen und auszubauen.

Die Parteien verpflichteten sich, in Länder und Menschen zu investieren‚ indem sie die bestehende Zusammenarbeit in den Bereichen Landwirtschaft, Agroindustrie und digitale Wirtschaft intensivieren und sich dafür einsetzen, dass das aktive Engagement für die Jugend in der Partnerschaft Afrika-EU auf innovative und sinnvolle Weise fortgesetzt wird.

Im Rahmen der AU-EU-Partnerschaft hat die EU zusätzliche 400 Mio. Euro für kontinentale und regionale Projekte zur Verfügung gestellt. Diese Projekte sind unter anderem auf die Unterstützung des Aufbaus institutioneller Kapazitäten aufseiten der Kommission der Afrikanischen Union, auf die regionale Integration auf dem Kontinent sowie auf die Unterstützung junger Menschen ausgerichtet. Die Hilfe soll die kontinentale Mobilität junger Menschen fördern, und zwar unter anderem durch den Ausbau von Austauschprogrammen zwischen afrikanischen Universitäten, die Erleichterung der Anerkennung von Abschlüssen und die Harmonisierung der Hochschulbildung in Afrika.

Hintergrund

Die EU und Afrika haben schrittweise eine solide strategische und politische Partnerschaft aufgebaut, die über eine „Geber-Empfänger“-Beziehung hinausgeht und nunmehr auf gegenseitigen Verpflichtungen beruht. Die Kommissionen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union sind darum bemüht, als aktive Teilnehmer und wahre Treibkraft dieser Partnerschaft zu agieren, die in dem sich rasch wandelnden globalen Umfeld von heute wichtiger ist denn je.

Die Partnerschaft beruht auf den gemeinsamen Werten und Interessen, die in der Gemeinsamen Strategie Afrika-EU (JAES, 2007) verankert sind. Auf dem fünften AU-EU-Gipfeltreffen im November letzten Jahres haben afrikanische und europäische Staats- und Regierungschefs bekräftigt, gemeinsam auf eine stärkere, an das sich rasch wandelnde globale Umfeld angepasste Zusammenarbeit hinarbeiten zu wollen, und strategische Prioritäten für den Zeitraum 2018-2020 festgelegt.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 25.05.2018

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