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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

EU-Jugendministerrat: Demokratie, Zukunft der Arbeit und Jugenddialog

Fünf junge Menschen stehen in einer Reihe auf einer Treppe
Bild: rawpixel.com

Wie können die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Institutionen Jugendbeteiligung und -partizipation erhöhen? Darüber diskutierten die Jugendminister der 28 EU-Staaten am 22. und 23. Mai 2019. Außerdem verabschiedeten sie ein Papier mit dem Titel „Junge Menschen und die Zukunft der Arbeit“ sowie einen Beschluss mit Guidelines zum EU-Jugenddialog.

Nicht nur durch ihre Beteiligung an Wahlen, sondern auch durch andere Formen der politischen Beteiligung, wie Proteste und Petitionen, zeigen junge Menschen in Europa, dass sie engagierte, aktive Bürger sind. Eine Kampagne des European Youth Forum verdeutlicht außerdem, dass sich junge Europäerinnen und Europäer Gedanken über den Einfluss sozialer Ungleichheiten und der Digitalisierung auf die Zukunft der Arbeit machen.

Die Zukunft der Arbeit – Herausforderungen für junge Menschen

In den Schlussfolgerungen des EU-Rates zum Thema „Junge Menschen und die Zukunft der Arbeit“ werden Unsicherheit, der fehlende Sozialschutz und prekäre Arbeitsbedingungen als die Hauptprobleme hervorgehoben, mit denen junge Menschen in der gegenwärtigen und künftigen Arbeitswelt konfrontiert sein werden.

Zudem werden Maßnahmen zur Bewältigung dieser Herausforderungen aufgezeigt: anpassungsfähige und auf Bedürfnisse eingehende Systeme der sozialen Sicherheit bzw. der allgemeinen und beruflichen Bildung, die Förderung des lebenslangen Lernens, die Sicherstellung eines reibungslosen Übergangs von der Ausbildung zur Beschäftigung und innerhalb des Arbeitsmarktes, sowie der gleichberechtigte Zugang zu hochwertigen Arbeitsplätzen für alle jungen Menschen.

Zudem erkennt der EU-Jugendministerrat darin an, dass die Europäische Union die persönliche Entwicklung und Entfaltung junger Menschen hin zur Autonomie sowie den Aufbau ihrer Widerstandsfähigkeit unterstützen, sie mit den nötigen Mitteln zur Teilhabe an der Gesellschaft ausstatten und dadurch zur Beseitigung der Jugendarmut beitragen sollte.

European Youth Forum nennt weitere Probleme

Das European Youth Forum begrüßt die Empfehlungen für konkrete Maßnahmen der Jugendminister und ruft die EU-Mitgliedstaaten dazu auf, diese im nächsten EU-Budget zu berücksichtigen. Die Politik müsse aber auch erkennen, dass hinter hoher Jugendarbeitslosigkeit und Arbeitsarmut von Erwerbstätigen das Fehlen qualitativer Jobs für junge Menschen sowie die immer weniger werdenden Jobs für Berufseinsteiger stecken. So lange diese Probleme bestehen, werden, so das European Youth Forum, junge Menschen ihre sozialen und wirtschaftlichen Rechte nicht in Anspruch nehmen können – jetzt und in der Zukunft.

Weitere Informationen zum Thema hat das European Youth Forums in der Publikation „The Future of Work and Youth“ zusammengestellt.

EU-Jugenddialog: Schritt in die richtige Richtung

Das European Youth Forum begrüßt außerdem den Beschluss der Jugendminister zum EU-Jugenddialog. Er stelle eine gemeinsame Verpflichtung der Mitgliedstaaten dar, um Partizipationsprozesse zu schaffen und Jugendorganisationen als wichtige Partner anzuerkennen. Ebenso nehme die neue EU-Jugendstrategie die Beteiligung junger Menschen im Dialog mit Entscheidungsträger(inne)n in den Fokus. Das European Youth Forum kündigte an, sich auch weiterhin dafür zu engagieren.

Weitere Informationen finden sich in der Pressemitteilung des European Youth Forums im englischen Original.

Weitere Informationen zur EU-Jugendstrategie finden sich außerdem auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.

Quelle: European Youth Forum vom 22.05.2019 und Rat der Europäischen Union vom 22.05.2019

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