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Europa / Nachhaltigkeit

EU ist Vorreiter bei Förderung der Bildung für alle

Kind mit Globus
Bild: © Fotowerk - Fotolia.com

Internationale Akteure aus Geber- und Entwicklungsländern sollen ihre finanziellen Anstrengungen im Bereich Bildung deutlich erhöhen. Dies forderte der EU-Kommissar für Zusammenarbeit und Entwicklung bei der Konferenz der Globalen Partnerschaft für Bildung in der Dakar. Die EU hatte im Dezember 2017 ihre Finanzhilfe für Bildungsförderung um weitere 100 Mio. Euro aufgestockt.

Neven Mimica, EU-Kommissar für Zusammenarbeit und Entwicklung, nahm am 1. Februar 2018 in der senegalesischen Hauptstadt Dakar an der Konferenz der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE) teil und fordert die führenden Entscheidungsträger der Welt auf, mehr in Bildung zu investieren. Von den Akteuren in den Geber- und Entwicklungsländern wird erwartet, dass sie deutlich mehr finanzielle Unterstützung leisten, damit das Ziel, gute Bildung für alle bereitzustellen, schneller verwirklicht werden kann.

Entscheidende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung

EU-Kommissar Mimica fordert die internationale Gemeinschaft auf, dem gegenwärtigen Trend, weniger in Bildung zu finanzieren, entgegenzuwirken: „Ich freue mich, dass so viele führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wohltätigkeit und Zivilgesellschaft heute hier in Dakar zusammengekommen sind, um die Globale Partnerschaft für Bildung zu stärken. Investition in Bildung ist eine entscheidende Voraussetzung für Fortschritte bei den verschiedenen Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung wie Gesundheit, nachhaltiges Wachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen oder die langfristige Sicherung von Frieden und Stabilität. Ich bin stolz darauf, dass die Europäische Union sich schon frühzeitig dafür eingesetzt hat, dass weitere Mittel für die GPE bereitgestellt werden, und fordere alle Entscheidungsträger auf, gemeinsam mit uns an der Gestaltung einer besseren Zukunft mitzuwirken, bei der niemand zurückgelassen wird.“

Inklusiver und gerechter Zugang zu guter Bildung

Die Ankündigung der EU vom Dezember 2017, die Mittel für die Globale Partnerschaft für Bildung um weitere 100 Mio. Euro aufzustocken, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die EU entschlossen ist, zu einem inklusiven und gerechten Zugang für gute Bildung beizutragen, Angebote zum lebenslangen Lernen für alle zu fördern und damit zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele beizutragen. Diese Ankündigung erfolgte, nachdem im Jahr 2014 bereits 375 Mio. Euro für diese Initiative bereitgestellt worden waren.

Schulbesuch für mehr Kinder ermöglicht

Mit dem Beitrag der EU konnte die GPE Folgendes erreichen:

  • Im Jahr 2015 konnten 72 Millionen mehr Kinder eine Grundschule besuchen als noch 2002.
  • Im selben Jahr lag der Anteil der Grundschulkinder in den GPE-Partnerländern bei 76% (Anteil 2002: 63%).
  • 2015 erreichten 74% der Mädchen einen Grundschulabschluss (Anteil 2002: 57%).
  • Im Jahr 2015 haben die GPE-Partnerländer weiterhin mindestens 20% der öffentlichen Haushaltsmittel für Bildung ausgegeben.

Finanzhilfe für wirtschaftlich schwächste Gebiete

Viele Länder konnten einzigartige Fortschritte beim Schulbesuch verzeichnen. So stieg der Anteil der Schüler mit Grundschulabschluss in Niger von 20% im Jahr 1999 auf 69 % im Jahr 2015. In Ghana half die GPE bei der Verbesserung der Politik und Planung und leistete Unterstützung beim Ausbau der Schulaufsicht und der Lehrerausbildung. Die jüngste Finanzhilfe war für die 75 wirtschaftlich schwächsten Gebiete bestimmt; Ziel war die Institutionalisierung der Ausbildung am Arbeitsplatz und die Gewährung kleinerer Zuschüsse zur Modernisierung von Einrichtungen und zum Kauf von Schulmaterial.

Schulungsmaßnahmen für Lehrkräfte

In Jemen unterstützte die GPE die Erarbeitung neuer Wissenschafts- und Mathematiklehrpläne und den Kauf von Schulmaterial für 35.000 Schulkinder zur Verteilung in Gebieten mit der höchsten Abbrecherquote bei Mädchen; außerdem wurden Schulungsmaßnahmen für rund 600 Bildungsfachleute und Sozialarbeiter durchgeführt und eine Strategie zur Einstellung von Lehrerinnen erstellt, um Mädchen einen Anreiz zum Schulbesuch zu geben. Ferner wurden für 37.380 Kinder eine Grundausstattung an Möbeln und Lernmitteln zur Verfügung gestellt.

EU-Engagement für weltweite Bildung

Die EU als Ganzes ist der größte Beitragszahler der Globalen Partnerschaft für Bildung und stellt 63% der gesamten Mittelausstattung bereit. Zudem ist die EU durch ihre Programme für humanitäre Hilfe, die Millionen von Kinder in 50 Ländern der Erde unterstützen, weltweit führend bei der Förderung von Maßnahmen zur Bildung in Notsituationen. Ferner unterstützt die EU die Partner-Entwicklungsländer im Rahmen von bilateralen Programmen zur Bildungsförderung (etwa 3,4 Mrd. Euro), in den Bereichen berufliche Bildung und Ausbildung (300 Mio. Euro) und bei der Hochschulbildung (Erasmus+) (1,4 Mrd. Euro).

Quelle: Europäische Kommission vom 01.02.2018

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