Sie sind hier: Startseite  Im Fokus  Europa

Europa und die Welt

EU erhöht ihr Engagement für Global Partnership for Education mit einer Zusage von 700 Millionen Euro für 2021-2027

Die Staatsflaggen der Europäischen Union wehen an aufgereihten Masten vor einem sonnenbeschienenen Bürogebäude.
Bild: Bruno /Germany – pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Im Vorfeld des G7-Gipfels kündigte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, heute an, dass die Europäische Union 700 Millionen Euro für die Globale Partnerschaft für Bildung (Global Partnership for Education) (GPE) zusagt, um die Transformation der Bildungssysteme für mehr als eine Milliarde Mädchen und Jungen in bis zu 90 Ländern und Gebieten zu unterstützen.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte: „Ich bin stolz darauf, dass wir die Globale Partnerschaft für Bildung im Zeitraum 2021-2027 mit 700 Mio. EUR unterstützen werden, um zur Umgestaltung der Bildungssysteme in aller Welt beizutragen. Die Förderung von Bildung, insbesondere für Mädchen und Frauen, ist der Schlüssel, um der jungen Generation gute Lebensperspektiven zu geben."

Jutta Urpilainen, Kommissarin für internationale Partnerschaften, sagte: „Bildung hat die Kraft, Leben und Gesellschaften zu verändern; sie ist die Grundlage für Gleichberechtigung und ein Schlüssel zu einer besseren Zukunft für unsere Jugend. Den Worten müssen Taten folgen. Mit unserer heutigen Aufstockung der Mittel für die GPE um 100 Mio. EUR pro Jahr werden wir nachhaltige und langfristige Investitionen in die Bildungssysteme sicherstellen, um den Bildungsbedarf von Millionen von Kindern und Jugendlichen weltweit während der größten Bildungsunterbrechung der Geschichte zu decken. Auf die EU und die Mitgliedstaaten entfällt die Hälfte der weltweiten Unterstützung für Bildung, und als Team Europa wird unser Beitrag zur GPE ein Zeugnis dafür sein, dass Bildung im Mittelpunkt des Aufschwungs stehen muss, mit einem besonderen Augenmerk auf Mädchen."

COVID-19 hat die Bildungskrise verschärft

Schon vor der COVID-19-Pandemie gab es eine globale Lernkrise, mit geschätzten 617 Millionen Kindern zwischen 6-14 Jahren weltweit, die nicht in der Lage sind, ein Mindestmaß an Lesekompetenz zu erreichen, und Jugendlichen, die nicht in der Lage sind, die Fähigkeiten zu entwickeln, die für das 21. Jahrhundert gebraucht werden.

COVID-19 hat einen Großteil der jüngsten Fortschritte bei der Verbesserung des Zugangs zu Bildung und der Geschlechterparität zunichte gemacht. Darüber hinaus hat es die Lernkrise mit einer enormen Zunahme der Ungleichheiten, der digitalen Kluft und der psychologischen und mentalen Probleme verschärft.

Insbesondere die Bildung von Mädchen hat enorm gelitten, da die Krise die Barrieren und Ungleichheiten, mit denen Mädchen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen konfrontiert sind, noch verschärft hat. Da sie zum Beispiel viel weniger Zugang zum Internet haben als Jungen (17% weniger weltweit) und zu mobiler Technologie (26% weniger), sind Mädchen beim Zugang zu Fernlernmöglichkeiten stark benachteiligt.

Die Pandemie hat auch die Lücke in der Finanzierung vergrößert, die notwendig ist, um bis 2030 eine qualitativ hochwertige Bildung für alle zu erreichen. Die sichere und effektive Wiedereröffnung von Schulen wird beträchtliche zusätzliche finanzielle und organisatorische Anstrengungen erfordern, auch für beschleunigte Programme zum Aufholen des verlorenen Lernstoffs.

EU-Engagement für globale Bildung

Mit verschiedenen Finanzierungsinstrumenten unterstützt die EU das Bildungswesen in rund 100 Ländern weltweit und arbeitet seit Beginn der Krise mit den Partnerländern zusammen, um die Auswirkungen der Pandemie auf das Lernen und das Wohlergehen der Kinder zu minimieren und eine sichere Rückkehr zur Schule zu ermöglichen.

Die EU hat mit den Partnerländern an der Ausarbeitung von COVID-19-Reaktionsplänen gearbeitet und, wo möglich, Programme zur Zusammenarbeit im Bildungswesen angepasst, um den Regierungen zu helfen, die Bereitstellung von Bildungsdienstleistungen, Fernunterricht, Lehrplananpassung und Unterstützung für Lehrer zu gewährleisten.

Für den nächsten Finanzierungszeitraum hat Kommissarin Urpilainen beschlossen, die EU-Investitionen in das Bildungswesen in den Regionen, für die sie zuständig ist, von 7 % auf mindestens 10 % zu erhöhen, wobei der Schwerpunkt auf der Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Bildung, auf Gleichheit und Gerechtigkeit sowie auf der Abstimmung von Qualifikationen und Arbeitsplätzen liegt. Dies bedeutet im Besonderen:

  • Investitionen in gut ausgebildete und motivierte Lehrer, die den Kindern die richtige Mischung an Fähigkeiten vermitteln können, die im 21. Jahrhundert benötigt werden. Bis 2030 müssen mindestens 69 Millionen neue Lehrer für die Primar- und Sekundarstufe rekrutiert werden, davon mehr als 17 Millionen in Afrika.
  • Investitionen in die Gleichberechtigung, insbesondere die Förderung der Bildung von Mädchen und die Nutzung des Potenzials digitaler Innovationen. Die Bildung und Stärkung von Mädchen ist ein zentraler Aspekt des EU-Gender-Aktionsplans III, der darauf abzielt, den Anstieg der Ungleichheiten im Zusammenhang mit der Pandemie einzudämmen und die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter und der Stärkung der Rolle der Frau zu beschleunigen.
  • Investitionen in Kompetenzen für die Zukunft, um die Fachkräfte, Führungskräfte und Entscheidungsträger von morgen auf die grüne und digitale Transformation vorzubereiten.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten werden ihre Wirkung maximieren, indem sie weiterhin als Team Europa zusammenarbeiten, um Bildungschancen für jedes Kind zu schaffen.

Quelle: Europäische Kommission vom 10.06.2021

Info-Pool