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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

EU diskutiert Zukunftsthemen: Aktiver Austausch zwischen Jugend und Politik

Teilnehmende bei der informellen Tagung der EU-Jugendminister/-innen und der EU-Jugendkonferenz
Bild: © BKA/Andy Wenzel Am 3. September 2018 nahm die österreichische Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß an der Informellen Tagung der Jugendministerinnen und -minister teil.

In Wien haben die Jugendministerinnen und -minister der EU über die zentralen jugendpolitischen Vorhaben der Union beraten. Im Zentrum standen die Erneuerung von Erasmus, das Europäische Solidaritätskorps, sowie die neue EU-Jugendstrategie. Im Rahmen der EU-Jugendkonferenz diskutierten mehr als 240 Jugenddelegierten aus insgesamt 35 Ländern über die Zukunft der europäischen Jugendpolitik.

Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß wies aus Anlass der informellen Tagung der Jugendministerinnen und -minister auf jene 3 Dossiers hin, bei denen der österreichische Ratsvorsitz Fortschritte erzielen möchte:

  • Erasmus+, das Ende 2020 ausläuft und erneuert werden muss,
  • das Nachfolgeprogramm des Europäischen Solidaritätskorps für 2021 bis 2027,
  • die neue EU-Jugendstrategie unter Einbeziehung der „Youth Goals.

Ein besseres Europa für die Zukunft bauen 

„Für die Jugendministerinnen und -minister war es bei der informellen Tagung der Jugendministerinnen und -minister unbestritten, dass Erasmus+ eines der erfolgreichsten und prominentesten Projekte der Europäischen Union ist. Daher ist es uns ein Anliegen, dass Jugend im Programmgefüge als eigenes Kapitel mit eigenem Budgetansatz erhalten bleibt, erläuterte Bogner-Strauß. Das 2020 auslaufende Programm eröffnet Jugendlichen starke persönliche und kulturelle Perspektiven und soll unter dem Titel „Erasmus weitergeführt werden. Die dadurch entstehenden Möglichkeiten tragen zu einem Europabewusstsein bei. Derzeit ist vorgesehen, dass vom Gesamtbudget von 30 Milliarden Euro dem Jugendbereich 3,1 Milliarden Euro gewidmet werden.

Erasmus+ eröffnet starke Perspektiven 

Der für Jugendpolitik zuständige EU-Kommissar Tibor Navracsics betonte, „es ist entscheidend, dass wir in junge Menschen investieren und ihnen mehr Möglichkeiten geben, mit uns ein besseres Europa für die Zukunft zu bauen. Deshalb hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die EU-Programme, die junge Menschen fördern – Erasmus und das Europäische Solidaritätskorps – nach 2020 deutlich zu stärken. Ich freue mich über den Ehrgeiz, den die EU-Jugendministerinnen und -minister heute während unserer Diskussionen über die nötigen Investitionen in die junge Generation zum Ausdruck gebracht haben. Nun zähle ich auf ihre volle Unterstützung in den Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen EU-Haushalt. Und ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam Erasmus und das Europäische Solidaritätskorps nicht nur größer, sondern auch offener und besser zugänglich machen und damit jungen Menschen jeglicher sozialer Herkunft neue Möglichkeiten eröffnen können.

Europäisches Solidaritätskorps für junges Engagement 

Im Zuge des Vorsitzes im Rat der Europäischen Union wird sich Österreich bemühen, eine Einigung hinsichtlich des Nachfolgeprogramms des Europäischen Solidaritätskorps zu erzielen. Nachdem die erste Phase im Dezember 2016 ins Leben gerufen worden war, haben sich Parlament und Rat auf ein Programm bis Ende 2020 geeinigt, wobei es sich um die Erweiterung des Europäischen Freiwilligendienstes handelt. Es soll Jugendlichen in Europa einen Einsatz in auf gesellschaftlichen Nutzen ausgerichteten Organisationen ermöglichen. Seit 11. Juni 2018 gibt es von der Europäischen Kommission einen Vorschlag für das Nachfolgeprogramm des Europäischen Solidaritätskorps für 2021 bis 2027. Rund 350 000 junge Menschen sollen sich daran beteiligen.

EU-Jugendstrategie unter Einbeziehung der „Youth Goals

Die künftige EU-Jugendstrategie, insbesondere der „Europäische Jugenddialog, boten weiteren Diskussionsstoff im Zuge des Treffens im Austria Center Vienna. Nach 9 Jahren läuft die derzeitige EU-Jugendstrategie aus und muss daher verlängert werden. Seitens der Europäischen Kommission gibt es einen Vorschlag, der bei der EU-Jugendkonferenz diskutiert wird. Angesprochen wird dabei eine mögliche Einbeziehung der „Youth Goals, die nach Möglichkeit weiter verbreitet werden sollen.

Bild: BKA/Andy Wenzel

EU-Jugendkonferenz: Jugenddialog auf europäischer Ebene

Im Vorfeld des am Nachmittag des 3. September 2018 stattfindenden Jugenddialogs von über 240 Jugenddelegierten und Jugendpolitikerinnen und -politikern aus 35 europäischen Ländern präzisierte die Bundesministerin die Zielsetzungen des österreichischen Ratsvorsitzes im Jugendbereich: „Für mich als Jugendministerin ist es vor allem wichtig, dass wir mit Jugendlichen in einen Dialog eintreten, sie ernst nehmen, verstehen und auch aktiv einbinden. Deshalb ist das Setting dieser Jugendkonferenz so ausgelegt, dass Politik aktiv mit Jugendlichen gemacht wird. Es handelt sich um ein bislang einmaliges Format, bei dem Jugenddelegierte und Jugendliche in einen interaktiven Dialog zu Jugendpolitik und den Europäischen Jugendzielen („Youth Goals) eintreten. Inhalte, Perspektiven, Herausforderungen und Empfehlungen für die Umsetzung werden gemeinsam mit den Ministerinnen und Ministern erörtert. „Unsere Jugendlichen sind die Expertinnen und Experten ihrer Lebensrealität. So müssen sie wahrgenommen werden, ergänzte Jugendministerin Juliane Bogner-Strauß.

Aktiver Austausch zur Zukunft der europäischen Jugendpolitik

Gemeinsam mit dem Interkulturellen Zentrum (IZ) organisierte die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) im Auftrag des Bundeskanzleramtes die EU-Jugendkonferenz von 2.- 4. September in Wien. Mehr als 240 Jugenddelegierte, JugendministerInnen und weitere PolitikerInnen trafen sich im Austria Center Vienna zum Gespräch. Diskutiert wurde über die Zukunft der europäischen Jugendpolitik.  

Erstmals war eine Jugendkonferenz so ausgelegt, dass sich Jugenddelegierte aktiv mit politischen EntscheidungsträgerInnen austauschen konnten. „Wir sind die erste Generation, die in der EU aufgewachsen ist und diejenige, die von den Entscheidungen, die heute getroffen werden, am längsten betroffen ist. Darum wollen wir Jungen nicht nur am Spielfeldrand stehen, sondern unsere Zukunft in Europa selbst gestalten. Die Jugendkonferenz war hier ein wichtiger Entscheidungsmoment, der jungen Menschen einen Dialog auf Augenhöhe mit Vertretern und Vertreterinnen aus der Politik ermöglichte“, so BJV-Vorsitzender Christian Zoll.

Konkretisierung der Youth Goals und Aktivitäten zur Umsetzung 

Die Jugendkonferenz wurde vor allem dazu genutzt, die Vision der Youth Goals zu konkretisieren und Aktivitäten für deren Umsetzung zu planen. Die insgesamt 11 Youth Goals wurden in den letzten Monaten von rund 50.000 Menschen erarbeitet und fassen zusammen, was junge Menschen von der Politik erwarten. „Es genügt nicht, die Ideen junger Menschen bloß auf Papier zu bringen, sie müssen auch umgesetzt werden“, betont BJV-Vorsitzende Martina Tiwald. „Junge Menschen sollen selbstverständlicher Teil in politischen Entscheidungsprozessen sein. Umso wichtiger ist es, dass die von uns ausgearbeiteten Youth Goals nicht nur berücksichtigt werden, sondern tatsächlich auch in die neue EU-Jugendstrategie einfließen“, so Tiwald weiter.

Den Anliegen junger Menschen Gehör verschaffen 

„Europa steht momentan vor großen richtungsweisenden Fragen, die vor allem Themen wie Migration, Klimawandel oder Jugendarbeitslosigkeit betreffen. Die hohe Beteiligung an der Jugendkonferenz hat deutlich gemacht, dass wir uns gemeinsam diesen Herausforderungen stellen wollen“, erklärt Christian Zoll. „Wir wollen unsere Zukunft in Europa selbst schreiben und jetzt damit anfangen“, so Martina Tiwald abschließend.

Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft und der bevorstehenden Europawahl richtet sich die BJV in ihrer aktuellen Kampagne „Europa, das sind wir“ vor allem an Jugendliche und EntscheidungsträgerInnnen auf nationaler und europäischer Ebene. Als gesetzlich verankerte Interessensvertretung nimmt die BJV die Anliegen von jungen Menschen in den Fokus und will durch diese Kampagne informieren und das Bewusstsein für das Thema Europa wecken sowie den Anliegen von Kindern und Jugendlichen Gehör verschaffen.

Hintergrund

An der Abschlussveranstaltung der EU-Konferenz nimmt Jugendministerin Bogner-Strauß  am 4. September 2018 gemeinsam mit EU-Kommissar Tibor Navracsics und Bundespräsident Alexander Van der Bellen teil. An einem interaktiven „Marktplatz-Setting werden gemeinsam die wichtigsten Ergebnisse der letzten Tage diskutiert.

Nähere Informationen zu den 11 Europäischen Jugendzielen („Youth Goals“) findet man unter www.youthgoals.eu, Informationen zur BJV-Kampage „Europa, das sind wir“ auf den Seiten der österreichischen Bundesjugendvertretung. 

Informationen zum Europäischen Solidaritätskorps stehen außerdem unter www.solidaritaetskorps.de zur Verfügung. Informationen zum Programmteil Jugend innerhalb von Erasmus+ finden sich unter www.jugend-in-aktion.de

Quelle: Bundeskanzleramt der Republik Österreich vom 03.09.2018 und Bundesjugendvertretung vom 04.09.2018

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