Bildungspolitik / Europa

EU-Bildungsbericht: Deutschland hat zu viele Schulabbrecher und zu wenig Abiturienten

In Deutschland schließen zu wenig Schüler die Sekundarstufe II ab. Zu diesem Ergebnis kommt der am 19.04.2011 von der Kommission vorgelegte Bildungsbericht.

 Die Anzahl der jungen Leute, die die Sekundarstufe II abschließen, lag 2009 in Deutschland nur bei 73,7 Prozent und damit weit unter dem vereinbarten Wert von 85 Prozent und dem EU-Durchschnitt von 78,6 Prozent. Bildungskommissarin Androulla Vassiliou sagte bei der Vorstellung des Berichts: "Schulabbruch ist immer noch ein Problem, dass einen von sieben jungen Menschen in Europa betrifft. Einer von fünf Schülern im Alter von 15 Jahren hat mangelnde Lesekompetenzen. Wir brauchen weitere Anstrengungen von den Mitgliedstaaten, um unsere gemeinsamen europäischen Bildungsziele zu erreichen."

Die Vorschulerziehung für Kinder zwischen vier Jahren und dem Einschulungsalter hat sich in Deutschland verbessert und liegt über der von den Mitgliedstaaten vereinbarten 95 Prozent-Marke. Die Zahl der Schulabbrecher liegt in Deutschland allerdings mit 11 Prozent noch über dem vereinbarten Ziel von 10 Prozent. Die Mitgliedstaaten haben nur eines ihrer für 2010 selbstgesteckten Bildungsziele erreicht. Die Anzahl der Hochschulabschlüsse in den Natur- und Ingenieurwissenschaften ist gestiegen. Bei der Senkung des Anteils der Schulabbrecher, des Anteils der Schüler mit mangelhaften Lese- und Rechenfähigkeiten und der Verbesserung der Vorschulerziehung wurden zwar Fortschritte erzielt. Diese beleiben allerdings hinter den für 2010 festgelegten Benchmarks zurück.

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Quelle: PM Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 19.04.2011