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Erasmus: Neues Rekordjahr für Studienaufenthalte im Ausland

Mädchen mit Globus und Pass
Bild: © cult12 - Fotolia.com

Fast 270.000 Auslandsaufenthalte europäischer Studenten hat die EU im Studienjahr 2012/2013 gefördert, so viele wie nie zuvor.

Das zeigt die heute (Donnerstag) veröffentlichte Statistik der Europäischen Kommission. Die Zahl der Erasmus-Teilnehmer stieg im EU-Durchschnitt um sechs Prozent. Deutschland liegt mit 30.368 aufgenommenen Studenten hinter Spanien auf Platz zwei der beliebtesten Zielländer. Von Deutschland ins Ausland zog es 34.891 angehende Akademiker. Das ist ein Plus von fünf Prozent. Mehr Studenten entsandten nur Frankreich (35.311) und Spanien (39.249). Gemessen an der Gesamtanzahl der Hochschulabsolventen schicken Luxemburg, Liechtenstein, Finnland, Lettland und Spanien die meisten jungen Menschen ins europäische Ausland.

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, erklärte zu den Zahlen: „Seit 27 Jahren ermöglicht es Erasmus Studierenden, ihren Horizont und ihre Kompetenzen zu erweitern, indem sie eine gewisse Zeit im Ausland verbringen. Die jüngsten Zahlen belegen, dass Erasmus beliebter ist denn je. Dabei vermittelt das Programm nicht nur ein Gefühl der Zugehörigkeit zur europäischen Familie; durch die beim Erasmus-Aufenthalt erworbenen Kompetenzen verbessern sich auch die Beschäftigungsfähigkeit und die beruflichen Perspektiven der Studierenden.“

Das durchschnittliche Stipendium betrug der Statistik zufolge 272 Euro pro Monat. Das Geld soll einen Teil der Reise- und Aufenthaltskosten decken. Studiengebühren müssen Erasmus-Teilnehmer jedoch nicht zahlen, das ist im Erasmus-Programm festgeschrieben. Gut zwei Drittel gehen schon während des Bachelor-Studiums ins Ausland, im Schnitt bleiben sie sechs Monate an der Gastuniversität. Stark gewachsen ist auch der Teil von Studierenden, die sich nicht das Auslandsstudium fördern lassen, sondern Praktika in Unternehmen. Sie machen mit 55.000 Geförderten mittlerweile ein Fünftel der Gesamtzahl aus. Zusätzlich zu den 270.000 Studierenden wurden im akademischen Jahr 2012/2013 auch 52.600 Mitarbeiter aus Forschung, Lehre und Verwaltung für Weiterbildung im Ausland gefördert.

Das Erasmus-Programm existiert seit 1987. Drei Millionen junge Menschen haben seitdem persönlich und beruflich davon profitiert, darunter über 450.000 deutsche Studierende. Die Kommission will mit ihrer Strategie für die Modernisierung der Hochschulbildung diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und es noch mehr Studierenden ermöglichen, sich wichtige Kompetenzen für den europäischen Arbeitsmarkt anzueignen. Ziel ist es, den Anteil der Studierenden, die ins Ausland gehen, bis 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt der Anteil bei etwa 10 Prozent. Rund fünf Prozent erhalten ein Erasmus-Stipendium, der Rest wird durch andere öffentliche oder private Programme gefördert oder zahlt die Kosten selbst.

Mehr in der ausführlichen Pressemitteilung und in einem Hintergrund-Memo.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 10.07.2014

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