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Europa / Sozialpolitik

Erasmus+: EU stärkt 2019 die Beteiligung afrikanischer Studierender

Junge Erwachsene unterschiedlicher Herkunft stehen lächelnd in einer Reihe.
Bild: © Daniel Ernst - fotolia.com

EU hat im Jahr 2019 weitere 17,6 Mio. Euro in die Teilnahme von mehr als 8.500 afrikanischen Studierenden und Hochschulmitarbeitern an Erasmus+ investiert. Diese Aufstockung der Mittel ist ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Zusage von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner Rede zur Lage der Union vom September 2018, bis 2020 35.000 afrikanische Studierende und Forscher zu unterstützen.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte hierzu: „Wir müssen junge Menschen in Afrika stark machen, damit sie sich eine bessere Zukunft aufbauen können. Deshalb fördern wir Bildung in all ihren Facetten – und in diesem Jahr ganz besonders die Zusammenarbeit mit Unternehmen, damit junge Menschen in Afrika alle Kompetenzen erwerben können, die sie für ihr Berufsleben benötigen. Projekte zur Förderung von innovativen Lernmethoden und unternehmerischer Initiative, die Beschäftigungsmöglichkeiten in Schlüsselbereichen wie Ernährung, Agroindustrie und Energieumwandlung eröffnen, stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Auswahlrunde. Das ist das Plus von Erasmus+.“

Verbindungen zwischen europäischen und afrikanischen Studierenden

Neven Mimica, EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, fügte hinzu: „Bei unserer Allianz Afrika–Europa geht es in erster Linie um die Menschen. Wir wollen in hochwertige Bildung in Afrika investieren. Wir wollen die Verbindungen zwischen europäischen und afrikanischen Studierenden und Hochschuleinrichtungen stärken. Die Möglichkeit, Know-how auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren, fördert sozioökonomisches Wachstum und verringert Armut und Ungleichheit. Darüber hinaus werden den afrikanischen Studierenden Kompetenzen vermittelt, die ihnen helfen, gute Arbeitsplätze zu finden.“

Das Ziel: 2020 eine Teilnehmerzahl von 35.000 erreichen

Als Ergebnis der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 2019 ist die Zahl der Personen, die seit Beginn des Programms im Jahr 2014 an Austauschmaßnahmen zwischen Afrika und Europa teilgenommen haben, auf insgesamt 26.247 gestiegen und damit auf dem besten Weg, das für 2020 gesteckte Ziel von 35.000 Teilnehmenden zu erreichen, das in der Allianz Afrika-Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze angekündigt wurde. In diesem Jahr werden 8.555 afrikanische und 4.649 europäische Studierende und Hochschulmitarbeiter Austauschmaßnahmen zwischen 53 afrikanischen Ländern und den 34 europäischen Teilnahmeländern von Erasmus+ absolvieren. Studierende können sich höchstens ein Jahr im Ausland aufhalten, Hochschulmitarbeiter maximal zwei Monate.

Mehr teilnehmende Länder und mehr Austauschmaßnahmen

Die zusätzlichen 17,6 Mio. Euro – aus den externen Finanzierungsinstrumenten der Kommission und dem Nothilfe-Treuhandfonds für Afrika – haben eine Zunahme des Anteils afrikanischer Teilnehmer um insgesamt 40% bewirkt. In den westafrikanischen Ländern und den Ländern am Horn von Afrika hat sich die Zahl der Stipendien aufgrund der zusätzlichen Mittel mehr als verdoppelt. Daher konnten noch mehr Länder (wie Eritrea, Sierra Leone, Liberia, Kongo und Burundi) in das Programm aufgenommen werden, und die Zahl der Austauschmaßnahmen konnte erhöht werden (insbesondere in Benin, Cabo Verde, Mali, Niger, Nigeria und Somalia).

Gemeinsame Erasmus-Mundus-Masterstudiengänge

Darüber hinaus haben sich 313 junge Studierende aus 33 afrikanischen Ländern im Wettstreit mit den besten Studierenden aus der ganzen Welt erfolgreich um Stipendien für Studiengänge für einen gemeinsamen Masterabschluss im Rahmen von Erasmus Mundus beworben. Dies ist ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zur letztjährigen Auswahl mit 239 Stipendiaten aus 27 afrikanischen Ländern. Auch die Beteiligung afrikanischer Hochschuleinrichtungen an den gemeinsamen Erasmus-Mundus-Masterstudiengängen ist mit 46 Einrichtungen, die die 44 in diesem Jahr ausgewählten Studiengänge anbieten, deutlich gestiegen. Die Bandbreite reicht von Fachhochschulen bis hin zu Forschungseinrichtungen, die sich mit Infektionskrankheiten, Biodiversität und Ökosystemen oder der Nutzung der enormen Möglichkeiten des Cloud Computing zum Nutzen der Umwelt befassen.

Förderung des Kapazitätsaufbaus

35 Projekte zur Förderung des Kapazitätsaufbaus in der Hochschulbildung, die Qualität und Innovation der Studiengänge an afrikanischen Universitäten verbessern sollen, wurden für eine Förderung ausgewählt. Die diesjährige Auswahl umfasst mehr Länder als je zuvor; neben den traditionellen Partnern nehmen nun auch Madagaskar, die Komoren, Mauretanien und Guinea teil, was ein Zeichen dafür ist, dass mit Erasmus+ erfolgreich neue Verbindungen zu Einrichtungen auf dem afrikanischen Kontinent geknüpft werden.

Ferner wurden 39 kleinere Projekte für eine Finanzierung ausgewählt, die gemeinsam mit afrikanischen Partnern Kapazitäten im Jugendbereich aufbauen sollen. Diese Projekte, an denen Jugendorganisationen und der gemeinnützige Sektor (z.B. NRO und soziale Unternehmen) beteiligt sind, fördern das informelle Lernen und helfen jungen Menschen, eigene Unternehmen zu gründen und eine aktive Rolle in ihren lokalen Gemeinschaften zu übernehmen.

Hintergrund

Investitionen in eine inklusive und gerechte hochwertige Bildung für alle sind gemäß den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung eine Priorität für die EU. Bildung auf allen Ebenen und Investitionen in junge Menschen sind für die Verbesserung von Kompetenzen und Beschäftigung, für nachhaltiges Wachstum und für eine aktive Bürgerschaft von entscheidender Bedeutung.

Investitionen in Menschen durch Investitionen in Bildung und Kompetenzen sind einer der Eckpfeiler der Allianz Afrika-Europa, deren Ziel es ist, eine neue Stufe der Partnerschaft der EU mit Afrika zu erreichen. Hierzu will die EU-Kommission Investitionen ankurbeln, mehr private Investitionen anregen, Bildung und Kompetenzentwicklung mit Blick auf die Beschäftigungsfähigkeit unterstützen, den Handel fördern und das Geschäftsklima verbessern.

Neben der Schaffung neuer Bereiche und Strukturen für die Zusammenarbeit geht es bei der Allianz Afrika–Europa auch darum, das Potenzial der bestehenden internationalen Kooperationsprogramme der EU auszuschöpfen. Die Bereitstellung von zusätzlichen Finanzmitteln für Erasmus+ fördert die Teilnahme von Menschen und Organisationen aus Afrika im Hinblick auf das Ziel, bis 2020 die Mobilität von 35.000 Studierenden und Forschern aus Afrika zu unterstützen und diese Zahl bis 2027 auf 105.000 zu erhöhen.

Über Erasmus+

Erasmus+ ist das Programm der Europäischen Union für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für den Zeitraum 2014-2020. Im Rahmen von Erasmus+ wird die Mobilität von Hochschulangehörigen und Jugendlichen sowie die Zusammenarbeit zwischen Europa und anderen Regionen der Welt, auch Afrika, finanziell unterstützt. In Afrika werden Aktivitäten gefördert, die eng auf die Prioritäten der EU für die politische Zusammenarbeit auf dem Kontinent abgestimmt sind. Länder aus Afrika können seit 2014 als Partnerländer an Erasmus+ teilnehmen.

Quelle: Europäische Kommission vom 12.09.2019

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