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Studie: Mobile EU-Bürger sind jünger und arbeiten häufiger als der Durchschnitt

Einige Reisepässe
Bild: © Anna - Fotolia.com

EU-Bürger gehen hauptsächlich wegen besserer Arbeitsmöglichkeiten in andere EU-Länder. Sie sind im Durchschnitt jünger und arbeiten häufiger als die heimische Bevölkerung. Dies bestätigen die Ergebnisse einer heute (Dienstag) veröffentlichten unabhängigen Studie über die Auswirkungen des Rechts auf Freizügigkeit innerhalb der EU.

Die Studie konzentriert sich auf sechs europäische Städte, die wegen der multinationalen Zusammensetzung ihrer Bevölkerung ausgewählt wurden: Barcelona, Dublin, Hamburg, Lille, Prag und Turin.

Für Hamburg führte die Studie zu folgenden Ergebnissen: Die Arbeitslosenquote von EU-Bürgern lag 2011 gleichauf mit der ansässigen Hamburger Bevölkerung. Beschäftigt waren die EU-Bürger vorwiegend im Transport- und Logistiksektor. Die Studie zeigt auch die Zusammensetzung der in den untersuchten Städten lebenden EU-Bürger. Während beispielsweise in Turin mehr als 90 Prozent mobiler EU-Bürger aus Rumänien kommen, wohnen in Hamburg EU-Bürger vieler unterschiedlicher Nationalitäten. Die meisten in Hamburg lebenden EU-Bürger kommen aus Polen, gefolgt von Portugal und Italien. Die Hamburger Kampagne "Wir sind Hamburg! Bist Du dabei?" wurde in der Studie als vorbildliches Verfahren zur Förderung der kulturellen Vielfalt erwähnt.

Kommissionvizepräsidentin Viviane Reding erklärte zur Studie, die anlässlich der heute stattfindenden Bürgermeisterkonferenz über Freizügigkeit in Brüssel vorgestellt wurde: "Die Freizügigkeit bringt Vorteile für Europa, seine Bürger und seine Wirtschaft. In manchen Städten gibt es Herausforderungen, die gelöst werden müssen. Die Freizügigkeit in Frage zu stellen wäre jedoch die falsche Reaktion. Ich glaube, wir müssen auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene zusammenarbeiten, um die Herausforderungen in Chancen zu verwandeln. Die Beispiele aus Barcelona, Dublin, Hamburg, Lille, Prag und Turin zeigen, dass es möglich ist.“

Die Studie zeigt auf, dass der Zuzug von jungen EU-Bürgern im erwerbsfähigen Alter auf alle sechs Städte eine positive wirtschaftliche Auswirkung hatte. Die Studie belegt auch, dass die Neuzugezogenen Lücken auf lokalen Arbeitsmärkten ausgefüllt sowie zum Wachstum in neuen Sektoren und zu einer ausgewogeneren Bevölkerungsstruktur beigetragen haben. Mobile Bürger sind oft für die angenommene Beschäftigung überqualifiziert, erhalten manchmal weniger Lohn und haben gleichzeitig nicht denselben Zugang zu Wohn- und Bildungsmöglichkeiten.

Mehr Informationen zur Studie in der vollständigen Pressemitteilung.

Weitere Informationen zur heute stattfindenden Bürgermeisterkonferenz

Mehr Informationen zu den Auswirkungen der Freizügigkeit in der EU finden Sie in einer von EU-Sozialkommissar Andor gestern in Bristol gehaltenen Rede.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 11.02.2014