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Europa / Bildungspolitik

Europäische Bildungsarbeit vor neuen Herausforderungen – Erklärung des Bundesvorstandes des EBB-AEDE e.V.

Fahne der Europäischen Union
Bild: TPCOM   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell CC BY-NC 3.0

Angesichts der aktuellen Entwicklungen in Europa und der Welt können wir nicht weiter machen wie bisher, sondern müssen die europäische Bildungsarbeit neu denken und neu orientieren, z.B. indem wir rational-distanzierte durch persönlich-engagierte Zugänge ergänzen. Das sagt der Bundesvorstand des Europäischen Bundes für Bildung und Wissenschaft in seiner aktuellen Erklärung.

Aus unserer Sicht gehören hierzu vor allem 4 Elemente:

In sog. 'post-faktischen' Zeiten und angesichts der vielen Forderungen nach mehr direktdemokratischen Entscheidungsverfahren brauchen wir mehr und bessere europapolitische Bildung, damit die Bürgerinnen und Bürger selbst die Problemlagen erkennen und bewerten sowie fundiert Stellung beziehen und entscheiden können. Das erfordert mehr Kompetenzen in Fragen der europäischen Bildungspolitik für die europäischen Institutionen - das Europäische Parlament und die EU-Kommission - damit sie die 'Pariser Erklärung' weiter entwickeln und ausgestalten können. 

Dazu muss das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ finanziell besser ausgestattet und zu einem 'Bildungsprogramm für alle' weiter entwickelt werden. Das im Schulbereich gültige, dem französischen Concours-ähnliche Vergabeverfahren gehört abgeschafft, weil es Spezialistentum und Professionalisierungstendenzen verstärkt und so verhindert, dass das Programm allen, die ein Mindestmaß an Qualität und Engagement aufweisen, offen steht.

Außerdem gilt es die verschiedenen Bereiche des Programms stärker miteinander zu verknüpfen, in dem z.B. Erasmus+ Studierende verpflichtet werden, während und nach ihrem Auslandsaufenthalt in Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen von ihren Erfahrungen zu berichten.

Weiterhin sollten Parlament und Kommission angesichts des bevorstehenden 60. Geburtstags der 'Römischen Verträge' den bestehenden "EU-Redner-Dienst" um einen "Europäischen-Zeitzeugen-Dienst" ergänzen, um Schulen, Universitäten und außerschulischen Bildungseinrichtungen zu ermöglichen, sich in lebendiger Art und Weise mit Visionen, Zielen und Hindernissen des europäischen Einigungsprozesses auseinanderzusetzen.

"Zur Lösung der Probleme in Deutschland und Europa brauchen wir mehr und bessere europäische Bildung“ dafür setzen wir uns ein und engagieren wir uns! Deshalb werden wir die nächste Ausgabe unserer Verbandszeitschrift diesem Thema ebenso widmen wie das für Mai/Juni geplante Seminar in Brüssel.

Quelle: Europäischer Bund für Bildung und Wissenschaft in der AEDE vom 06.12.2016

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