Bildungspolitik / Europa

EU geht verstärkt gegen Analphabetentum vor

Ein simples Formular ausfüllen, einen Warnhinweis lesen oder gar ein Buch studieren ist für viele EU-Bürger unmöglich. Fast 20 Prozent der 15-jährigen Schüler können nicht richtig lesen und schreiben. Unter den Erwachsenen sieht es ähnlich aus. 80 Millionen Europäer verfügen nur über geringe Lese- und Schreibkompetenz. Dem Problem will die EU-Kommission nun zu Leibe rücken.

Ein simples Formular ausfüllen, einen Warnhinweis lesen oder gar ein Buch studieren ist für viele EU-Bürger unmöglich. Fast 20 Prozent der 15-jährigen Schüler können nicht richtig lesen und schreiben. Unter den Erwachsenen sieht es ähnlich aus. 80 Millionen Europäer verfügen nur über geringe Lese- und Schreibkompetenz. Dem Problem will die EU-Kommission nun zu Leibe rücken.

Sie hat dazu eine unabhängige Expertengruppe unter Vorsitz der niederländischen Prinzessin Laurentien eingesetzt, die dem Thema in der Öffentlichkeit und in der politischen Diskussion mehr Geltung verschaffen soll. Bildungskommissarin Androulla Vassiliou sagte: "Mit der Einsetzung dieser Gruppe geben wir den Startschuss für eine europaweite Kampagne gegen die Ursachen mangelnder Schreib- und Lesekompetenz. Zu viele Europäer sehen sich vom Arbeitsmarkt und von der umfassenden Teilnahme an der Gesellschaft ausgeschlossen, weil ihnen die grundlegenden Schreib- und Lesefertigkeiten fehlen."

Die aktuellen Ergebnisse des Programms zur internationalen Schülerbewertung (PISA) zu den Leistungen 15-jähriger Schüler in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, zeigen, dass jeder fünfte Jugendliche nur geringe Schreib- und Lesekompetenz hat. Auch für Erwachsene ist rasches Handeln notwendig. Der Anteil der Arbeitsplätze, die eine hohe Qualifikation erfordern, wird bis 2020 von derzeit 29 Prozent auf 35 Prozent steigen. Die Expertengruppe wird der Kommission Mitte 2012 Vorschläge unterbreiten. Auf der Grundlage dieser Vorschläge wird Kommissarin Vassiliou den Bildungsministern im Herbst 2012 entsprechende Empfehlungen vorlegen.

Quelle: PM der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 01.02.2011

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/11/115&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en

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