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Europa

Deutschland und Portugal intensivieren Zusammenarbeit in der Berufsausbildung

Handwerkslehrling übt an einer Maschine

Portugal sei auf dem Weg, sein Berufsausbildungssystem zu reformieren, und das Lernen mit und von Deutschland sei dabei eine wesentliche Inspirationsquelle. Dies betonte der portugiesische Bildungsminister Nuno Crato zum Auftakt der konstituierenden Sitzung einer Arbeitsgruppe zur deutsch-portugiesischen Berufsbildungszusammenarbeit.

Es gehe jedoch nicht darum, das deutsche Berufsausbildungssystem zu kopieren, sondern duale Ausbildungsstrukturen in Portugal zu fördern und zu stärken. An der Sitzung der Arbeitsgruppe Anfang Juni in Lissabon nahmen Vertreter und Vertreterinnen der zuständigen Ministerien und Organisationen, der Wirtschaft, der Gewerkschaften, Kammerorganisationen sowie von Bildungseinrichtungen beider Länder teil. Koordiniert werden die bilateralen Aktivitäten auf deutscher Seite vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Zentrale Themen der zweitägigen Gespräche waren die Erhöhung des Praxisanteils sowie die Qualität in der Berufsausbildung, die Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals, die Entwicklung und Modernisierung ausgewählter Ausbildungsprofile unter Einbeziehung der Sozialpartner, die Berufsorientierung sowie die Durchlässigkeit im Bildungssystem. Beide Seiten kamen überein, in den kommenden Monaten Kooperationsprojekte in diesen Bereichen zu initiieren.

Die portugiesische Seite betonte, dass die Strukturen in der beruflichen Bildung in Portugal vereinheitlicht würden und dieser Weg gemeinsam mit den Sozialpartnern beschritten werden solle. Ziel sei es, die Qualität und Attraktivität der beruflichen Ausbildung zu erhöhen. Die berufliche Ausbildung solle zu einer zukunftsweisenden Alternative zu anderen Bildungswegen entwickelt werden. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Portugal bestehe ein großes Interesse daran, von Deutschland zu lernen und zu erfahren, was Unternehmen motiviert, sich in der Berufsausbildung zu engagieren.

Grundlage für die konstituierende Sitzung der bilateralen Arbeitsgruppe ist eine in Berlin am 5. November 2012 unterzeichnete Absichtserklärung, in der beide Länder eine enge Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung vereinbart haben. Auf einer europäischen Minister-Konferenz zur Berufsbildung am 10. und 11. Dezember 2012 in Berlin wurde die Kooperation weiter vertieft.

Weitere Informationen unter www.bibb.de/international und www.bmbf.de/de/17127.php

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)