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Europa / Sozialforschung

90 Prozent der Teilnehmenden zufrieden – Positive Halbzeitbilanz zu Erasmus+

Wegweiser mit verschiedenen Städten Europas
Bild: © Eyematrix - Fotolia.com

Das EU-Mobilitätsprogramm Erasmus+ wirkt sich positiv auf den Kompetenz- und Spracherwerb, die Beschäftigungsfähigkeit sowie die Bereitschaft aus, im Ausland zu arbeiten oder zu studieren. Dies zeigt die Halbzeitbilanz der EU-Kommission. Daraus geht jedoch auch hervor, dass mehr getan werden muss, um benachteiligte Menschen zu erreichen und die Teilnahme kleinerer Organisationen zu erleichtern.

Das Bildungsprogramm Erasmus+ ist auf gutem Weg, sein Ziel zu erreichen, bis 2020 mehr als vier Millionen Menschen bei ihrer Aus-und Weiterbildung zu fördern. Das geht aus dem am 31. Januar 2018 von der EU-Kommission vorgelegten Halbzeitbericht hervor. In weniger als drei Jahren haben 1,8 Millionen Teilnehmende von Mobilitätsmaßnahmen profitiert, und über 240.000 Organisationen haben sich an Kooperationsprojekten beteiligt. Die Evaluierung zeigt auch, dass die Beteiligten Erasmus+ sehr schätzen: Die Zufriedenheit der Teilnehmenden liegt bei über 90 Prozent.

Mittel für Erasmus+ müssen erhöhrt werden

Bildungskommissar Tibor Navracsics sagte: „Diese wirklich ermutigende Evaluierung zeigt deutlich, dass wir in der nächsten Förderperiode die Mittel für Erasmus+ erhöhen müssen. Als ein Teil unserer Initiative, einen europäischen Bildungsraum aufzubauen, ist es unser Ziel, die Mobilität von Lernenden, besonders von Schülern und Auszubildenden zu erhöhen und das Nachfolgeprogramm von Erasmus+ noch stärker darauf auszurichten, benachteiligte Lernende und kleine Organisationen zu erreichen.“

Stärker als Vorläuferprogramme und einzelstaatliche Programme

In die Halbzeitbewertung flossen mehr als eine Million Beiträge von Beteiligten und Interessierten ein. Sie zeigten, dass sich das Programm bei Lernenden (Studierende, Auszubildende, Freiwillige, junge Menschen usw.) positiv auf den Erwerb von Kompetenzen auswirkt. Es trägt bei zur Beschäftigungsfähigkeit und verkürzt den Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung, und zwar um 13 Prozent im Vergleich zu Nichtteilnehmern. Erasmus+ hat auch die Bereitschaft gefördert, im Ausland zu arbeiten oder zu studieren (+31 Prozent) und den Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen unterstützt (um 7 Prozent besseres Abschneiden bei Überprüfung der Sprachkenntnisse). Es ist stärker als die Vorläuferprogramme oder vergleichbare einzelstaatliche Programme auf benachteiligte junge Menschen ausgerichtet (11,5 Prozent aller Teilnehmer an Erasmus+).

Benachteiligte Bevölkerungsgruppen besser erreichen

Aus der Evaluierung geht jedoch hervor, dass noch mehr getan werden muss, um stärker benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu erreichen und die Teilnahme kleinerer Organisationen zu erleichtern. Ab diesem Jahr sind neue Aktionen geplant, die die Mobilität von Schülerinnen und Schülern sowie Lernenden im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung weiter verbessern sollen.

Über Erasmus+

Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport. Seine Mittelausstattung von 14,7 Mrd. Euro ermöglicht es Millionen von Europäerinnen und Europäern, im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten. Erasmus+ läuft bis 2020 und bietet nicht nur Möglichkeiten für Studierende. Es vereint mehrere Programme für Studierende, Auszubildende und Lehrkräfte, enthält Angebote für Einzelpersonen und Organisationen. In Deutschland profitierten 2016 über 98.000 Teilnehmer von Erasmus+, europaweit nutzten 725.000 Teilnehmer 2016 die Mobilitätsangebote des Programms.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 31.01.2018

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