Bildungspolitik / Europa

DIHK: Europa beim Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit inspirieren

Für eine verstärkte europäische Bildungskooperation in Europa haben sich jetzt in einer gemeinsamen Erklärung die Industrie- und Handels-, Handwerks- und Wirtschaftskammern in Deutschland, Luxemburg und Österreich ausgesprochen.

Die Kammern veröffentlichten ihre "Luxemburger Erklärung" im Kontext der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan initiierten Ministerkonferenz "Berufliche Bildung in Europa – Perspektiven für die junge Generation" am 10. und 11. Dezember in Berlin.

An der Konferenz nehmen die Bildungsminister Spaniens, Italiens, Griechenlands, Portugals, der Slowakei sowie Lettlands teil – allesamt Länder, die durch eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und vollzeitschulische Berufsbildungssysteme gekennzeichnet sind. Auch die Geschäftsführer der Deutschen Auslandshandelskammern dieser EU-Mitglieder, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, und der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sind vor Ort.

Das Treffen zeige "deutlich, dass sich die EU und ihre Mitgliedsländer an den Vorzügen der erfolgreichen dualen Ausbildung orientieren wollen", sagte DIHK-Präsident Driftmann in Berlin. Dies sei auch das Gebot der Stunde angesichts der alarmierenden Jugendarbeitslosigkeit im europäischen Umfeld: In der EU sind 5,7 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren ohne Job, die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe liegt über 23 Prozent.

"Wir können und dürfen nicht akzeptieren, dass Jugendliche das Gefühl haben, in Europa keine Chance zu haben. Gerade bei diesem Thema sind wir gemeinsam in der Verantwortung. Und zwar unabhängig, aus welchem Land wir kommen", mahnte Driftmann bei seinem Gespräch mit den Bildungsministern.

Er verwies auf die vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, Österreich und Luxemburg. "Diese Entwicklung ist zum einen auf das in diesen Ländern erfolgreich praktizierte System der dualen Berufsausbildung zurückzuführen", erklärte der DIHK-Präsident, "zum anderen auch auf eine starke und institutionalisierte Rolle der Kammern und Unternehmen in der Berufsbildung."

Richtig sei deshalb das Memorandum, das Annette Schavan und die Bildungsminister der sechs Länder am heutigen Dienstag unterzeichnen. Es sieht vor, in Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, der Slowakei sowie Lettland gemeinsam duale Ausbildungsstrukturen aufzubauen und auch neue Mitwirkungsformen für die Wirtschafts- und Sozialpartner inklusive Kammern zu entwickeln.

"Die IHK-Organisation ist hierbei – ebenso wie die Kammern in Österreich und Luxemburg – bereit, ihr Wissen und ihre guten Erfahrungen anderen europäischen Ländern zur Verfügung zu stellen", betonte Driftmann. Ein aktives Engagement für die Stärkung der dualen Ausbildung in Europa habe man in der gemeinsamen "Luxemburger Erklärung" vereinbart, die rechts oben zum Download bereitsteht.

"Der DIHK ist hier bereits vorgeprescht", berichtete Driftmann. Bereits im September beziehungsweise November seien mit dem spanischen und italienischen Kammerdachverband Kooperationsvereinbarungen für die duale  Berufsausbildung abgeschlossen worden.

Quelle: DIHK vom 11.12.2012