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EU-Zukunftskonferenz

Die Europäische Union braucht Erneuerung

Jugendliche lassen blaue Luftballons in den Himmel aufsteigen
Bild: Kevin Fuchs   Lizenz: INT 4.0 – Namensnennung CC BY 4.0

Am 9. Mai, dem Tag der Europäischen Union, startete die EU-Zukunftskonferenz. Davon erwartet der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) den Anstoß zu notwendigen Reformen für ein demokratisches, soziales, nachhaltiges und zukunftsfestes Europa. Dafür müssen junge Menschen auf Augenhöhe beteiligt werden und ihre Forderungen für die Institutionen bindend sein.

Europa ist für junge Menschen kein Projekt mehr, sondern eine Lebensrealität. Der europäischen Integration ist viel zu verdanken und hohe Erwartungen richten sich an eine gemeinsame Zukunft, in der junge Menschen zusammen für Europa einstehen. Die Jugendverbände im Deutschen Bundesjugendring haben deshalb klare Vorstellungen, wie sich die Europäische Union weiterentwickeln muss.

Daher begrüßt der DBJR den Start der Konferenz zur Zukunft Europas am 9. Mai, dem Tag der Europäischen Union. Es ist an der Zeit, dass Europäer/-innen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, Fachleuten und EU-Institutionen ihre Anliegen und Visionen formulieren, um in verschiedenen Politikfeldern Weiterentwicklungen und den entsprechenden Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Dauer des Prozesses zu kurz

Zum Auftakt sind jedoch noch zentrale Fragen offen, die aus der Sicht des DBJR entscheidend für den Erfolg der Konferenz sind. Ein wichtiger Aspekt ist die Dauer des Prozesses. „Ernsthafte Debatten und wirksame Beteiligung benötigen Zeit, die in zwölf Monaten nicht ausreichend gegeben ist“, sagt der Vorsitzende Tobias Köck. Das vorgesehene Jahr sei aus der Perspektive des DBJR deutlich zu kurz. Deshalb macht sich der DBJR für eine Verlängerung der Konferenz auf die ursprünglich vorgesehenen zwei Jahre stark.

Konzeption der Konferenz greift nicht auf bestehende und gewachsene Strukturen zurück

Darüber hinaus wird bedauert, dass die Konzeption der Konferenz nicht auf bestehende und gewachsene Strukturen zurückgreift. Der Deutsche Bundesjugendring unterstützt die EU-Institutionen ausdrücklich in ihrem Anliegen, junge Europäer/-innen an der Zukunftskonferenz zu beteiligen.

„Um wirksame Jugendbeteiligung zu ermöglichen, müssen junge Menschen auf Augenhöhe mit den weiteren Beteiligten agieren können. Wir haben Zweifel, dass die bisher vorgesehenen Aktivitäten für junge Bürger/-innen dafür geeignet sind.“ sagt der stellvertretende Vorsitzende Marius Schlageter.

Damit eine nachhaltige Beteiligung mit Wirkung gewährleistet ist, müssen die entsprechenden Interessensvertretungen wie Jugendverbände, Jugendringe und das Europäische Jugendforum in die Konferenz zur Zukunft Europas eingebunden werden.

Von der Zukunftskonferenz werden nicht nur Worte erwartet, sondern sichtbare Reformen für ein demokratisches, soziales, nachhaltiges und zukunftsfestes Europa. Die Konferenz darf deshalb kein einfacher Bürger/-innendialog sein. Vielmehr muss sich vor allem der Europäische Rat auf die Umsetzung der entstehenden Forderungen verpflichten. Dafür wird sich der DBJR in den nächsten Monaten gemeinsam mit Partnerstrukturen wie der Europäischen Bewegung Deutschland engagieren und die nächsten Schritte der Konferenz kritisch begleiten. Darüber hinaus sollen Jugendliche und Jugendorganisationen motiviert werden, sich an der Konferenz zu beteiligen.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring vom 09.05.2021

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