Familienpolitik / Europa

Die durchschnittliche Kinderzahl deutscher Frauen rangiert EU-weit im hinteren Drittel

Das Bild zeigt ein wenige Monate altes Kind.

Im Jahr 2011 sind in den 27 Staaten der Europäischen Union etwas mehr als 5,2 Millionen Kinder geboren worden, darunter die meisten in Frankreich (828.000), gefolgt vom Vereinigten Königreich (808.000), Deutschland (663.000) und Italien (547. 000).

Noch 1998 kamen EU-weit in Deutschland die meisten Kinder zur Welt, nämlich 785 000 und damit immerhin 18 Prozent mehr als 2011.

Der Rückgang der Kinderzahlen in Deutschland ist jedoch nicht auf eine gesunkene Geburtenrate zurückzuführen, sondern auf einen Rückgang der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter, so das Statistische Landesamt. Denn die durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau lag mit 1,36 im Jahr 1998 exakt so hoch wie in 2011. Die Geburtenrate der baden-württembergischen Frauen lag in 2011 ebenfalls bei 1,36 Kindern je Frau.

Irland hat in der EU die höchste Geburtenrate

Irland belegt mit durchschnittlich knapp 2,1 Kindern je Frau die Spitzenposition innerhalb der Europäischen Union, gefolgt von nord- beziehungsweise westeuropäischen Staaten und Litauen. Am geringsten ist die Geburtenhäufigkeit in Ungarn mit lediglich gut 1,2 Kindern je Frau.

Geringer als in Deutschland ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau darüber hinaus nur noch in Rumänien, Polen, Lettland, Portugal und Zypern. In den meisten Staaten der Europäischen Union hatte sich seit der Jahrtausendwende ein Trend hin zu wieder etwas höheren Geburtenraten abgezeichnet. Diese Entwicklung hat sich aber sowohl in 2010 als auch in 2011 nicht fortgesetzt – in der Mehrzahl der Staaten ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau sogar gesunken.

Die Gründe für das Geburtenverhalten einer Generation beziehungsweise für die unterschiedlich hohe Geburtenhäufigkeit in den einzelnen Staaten der Europäischen Union sind vielfältig. Entscheidend hierfür dürfte unter anderem sein, inwieweit sich Familie und Berufstätigkeit gut miteinander vereinbaren lassen, wie sich die wirtschaftliche Situation von Familien darstellt und inwieweit die Berufstätigkeit von Müttern mit kleinen Kindern gesellschaftlich akzeptiert ist. Schließlich hat sich auch gezeigt, dass Menschen in gesellschaftlichen Krisen- und Umbruchzeiten auf die Geburt von Kindern verzichten. So ist beispielsweise die Geburtenrate in den ostdeutschen Bundesländern nach dem Zusammenbruch der DDR von 1,5 (1990) auf unter 0,8 (1994) gesunken; seither ist sie wieder stetig gestiegen und liegt seit dem Jahr 2008 wieder über der des früheren Bundesgebiets.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 16.01.2013