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Europa / Kinder- und Jugendarbeit

Deutsch-Französischer Ministerrat stärkt Jugendbegegnungen und Zivilgesellschaft

Die Hände einer Gruppe bilden einen Kreis und man sieht von unten hinauf in den Himmel.
Bild: © Tom Bayer - fotolia.com

Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs haben das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) mit einem zusätzlichen Budget von 4 Millionen Euro für Jugendbegegnungen ausgestattet. Ab 2020 wird das DFJW zudem einen deutsch-französischen Bürgerfonds aufbauen, um zivilgesellschaftliche Bürgerinitiativen und Städtepartnerschaften zu fördern.

Deutsch-französischer Jugendaustausch für jede und jeden

2023, im Jubiläumsjahr des Élysée-Vertrages, wird das DFJW nicht nur seinen 60. Geburtstag feiern, sondern auch die Marke von 10 Millionen jungen Menschen erreichen, die dank der Förderung Kultur, Sprache und Gleichaltrige des Nachbarlandes kennenlernen konnten. Seit 1963, als das DFJW mit dem Élysée-Vertrag gegründet wurde, haben über 9.250.000 junge Menschen an Begegnungen teilgenommen.

2018 machten junge Menschen mit besonderem Förderbedarf bereits 18,3 Prozent der vom DFJW geförderten Teilnehmenden aus. Im Jahr 2020 sollen es 20 Prozent werden. Dank der gezielten Unterstützung durch das DFJW können auch Kinder und Jugendliche an Austauschprogrammen teilnehmen, denen internationale Mobilität nicht in die Wiege gelegt wurde.

Möglich wird dies, weil beide Regierungen die jährlichen Mittel des DFJW um 4 Millionen Euro, auf insgesamt 26 Millionen Euro, erhöhten.

Stellenwert von Demokratieförderung und interkulturellen Begegnungen

„Beide Regierungen stärken Jugendliche und Zivilgesellschaft in Deutschland und Frankreich. Dies ist eine ausgezeichnete Nachricht. Wir freuen uns, dass damit auch die Rolle des Deutsch-Französischen Jugendwerkes gestärkt wird. Gemeinsam mit mehr als 8.000 Partnern unterstützen wir junge Menschen mit internationalen Jugendbegegnungen, stärken unsere Demokratien und begeistern für Europa. Die Budget-Erhöhung ist Anerkennung und Verantwortung für unsere Partner und uns. Nicht erst der Anschlag in Halle hat gezeigt, wie wichtig rechtzeitige Demokratieförderung und interkulturelle Begegnungen sind, um Nationalismus, Ausgrenzungsprozesse und Extremismus abzubauen und zu verhindern. Es gibt unzählige Freundschaften und Familien, die seit 1963 dank dem DFJW zwischen Frankreich und Deutschland entstanden. In den Jugendbegegnungen heute wächst die europäische Bürgergesellschaft von morgen,“ sagt Tobias Bütow, DFJW-Generalsekretär.

Zivilgesellschaft stärken: deutsch-französischer Bürgerfonds

Ab Anfang 2020 baut das DFJW im Auftrag der Regierungen Deutschlands den Bürgerfonds auf, der gemeinsame zivilgesellschaftliche Initiativen fördern und die Beziehungen beider Länder in der breiten Bevölkerung intensivieren soll. Damit werden Artikel 9 und 12 des Aachener Vertrags umgesetzt, der die Zusammenarbeit beider Länder auf eine neue Stufe heben soll.  Innerhalb einer Pilotphase von drei Jahren wird der Bürgerfonds mit eigenständiger Sichtbarkeit vom DFJW etabliert und verwaltet.

„Der Bürgerfonds ist ein Zeichen der Wertschätzung für den engagierten, oft ehrenamtlichen Einsatz von Millionen Menschen in Deutschland und Frankreich. Er wird finanzielle und strukturelle Unterstützung für jene Bürgerinitiativen bieten, die Europa und eine deutsch-französische Bürgergesellschaft aktiv mitgestalten. Austausch und Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern beider Gesellschaften können so angemessen gefördert werden. Ein Bedarf in der Zivilgesellschaft wird damit nunmehr gedeckt. Das DFJW wird sicherstellen, dass der Bürgerfonds niedrigschwellig, wirkungsorientiert und intergenerationell aufgebaut wird. Wir wollen den Generationswechsel in einer wachsenden Anzahl an Bürgerinitiativen und Städtepartnerschaftskomitees unterstützten, die das Fundament der deutsch-französischen Zusammenarbeit bilden. Gemeinsam mit den Regierungen und der Zivilgesellschaft wollen wir ein deutsch-französisches Leuchtturmprojekt aufbauen, das die einzigartige Freundschaft zwischen unseren Ländern im Alltag noch stärker erfahrbar macht,“ erklärt Tobias Bütow.

Quelle: Deutsch-Französisches Jugendwerk vom 18.10.2019

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