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"Creative Alliances for Europe": BKJ und CCE veröffentlichen Abschlussbericht

Kleines Mädchen mit Farbe an den Händen
Bild: © Gorilla - Fotolia.com

Um Perspektiven des zukünftigen Zusammenwirkens von Akteuren der Kulturellen Bildung auf europäischer Ebene zu entwickeln, hat die BKJ gemeinsam mit der britischen Organisation Creativity Culture and Education (CCE) in den Jahren 2014 und 2015 das Recherche-Projekt "Neue Allianzen für Europa" durchgeführt, zu dem jetzt der Abschlussbericht veröffentlicht wurde.

Ein Hauptziel des Projekts "New Alliances for Europe" war, mit vereintem Erfahrungswissen über Möglichkeiten und konkrete Wege nachzudenken, wie in den Ländern Europas die Qualität kultureller Bildungsangebote verbessert und vor allem, wie die Reichweite Kultureller Bildung vergrößert werden kann, um europaweit mehr – insbesondere jungen – Menschen Zugangsmöglichkeiten zu Projekten, Programmen und Angeboten Kultureller Bildung zu verschaffen.

Kooperationen von Kultur und Schule überall relevant

Es stellte sich im Verlauf der europaweiten Recherchen z.B. heraus, dass Kooperationen von außerschulischen Kulturakteuren mit Schulen jeder Form in allen Staaten als sehr erfolgversprechend angesehen werden, um den genannten Zielen näherzukommen. Die Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Schulen, Lehrer/-innen, Künstler/-innen, Kultur- und kulturpädagogischen Einrichtungen und den dafür verantwortlichen Politik- und Verwaltungsebenen haben in den Diskussionen im Verlauf des Projekts deshalb eine wichtige Rolle gespielt.

Es wurden Möglichkeiten der sinnvollen Verknüpfung von lokalen Initiativen in diesem Bereich – wie z.B. die Förderung kommunal vernetzter Bildungslandschaften oder die Erarbeitung kommunaler Gesamtkonzepte für Kulturelle Bildung – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene diskutiert, um über Grenzen hinweg noch besser voneinander lernen, Erfahrungen und Informationen austauschen und gemeinsam Qualität weiterentwickeln zu können.

Interkulturelles Lernen und aktive Partizipation in Europa aktuell wichtiger denn je

Ähnlich wie es auch für die Szene der Kulturellen Bildung in Deutschland zu konstatieren ist, spielen Themen und Inhalte, die sich mit Fragen der kulturellen Vielfalt, der Diversität und des interkulturellen Lernens beschäftigen, nach wie vor zu selten eine Rolle.

Kulturelle Bildungsprojekte und -programme für Kinder und Jugendliche werden viel zu oft noch vor einem nationalkulturellen Hintergrund geplant und durchgeführt, was die Gefahr birgt, kulturelle Stereotype eher noch zu verstärken, anstatt zur Entwicklung transkultureller Ausdrucksformen und aktiver Partizipation aller Teilnehmenden beizutragen, was aber für das Zusammenleben in Europa täglich wichtiger wird.

Im Abschlussbericht mit dem Titel "Creative Alliances for Europe" machen CCE und BKJ Vorschläge, welche Maßnahmen erforderlich wären, um die Qualität Kultureller Bildung in Europa zu entwickeln und um neue Zielgruppen mit Angeboten Kultureller Bildung zu erreichen. Einzelne dieser Bausteine sollen möglichst in den kommenden Jahren in Form eines längerfristigen Vorhabens zusammen mit europäischen Partnern umgesetzt werden, denn die aktuelle gesellschaftliche und politische Situation in Europa erfordert es dringend, dass die Akteure im Bereich der Kulturellen Bildung in Europa zu einer verantwortungsvollen Form der Zusammenarbeit finden, die möglichst vielen jungen Menschen einen eigenen Zugang zu diesem komplizierten Konstrukt "Europa" ermöglicht.
 
>> New Alliances for Europe: final report (PDF, 799 KB)

Quelle: Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e.V. vom 27.01.2016