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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Bundesjugendvertretung an Nationalrat: Kinder- und Jugendpolitik ernst nehmen

Vier Mädchen und ein Junge sitzen auf einer Bank nebeneinander und blicken zur Kamera.
Bild: © Sergey Novikov - Fotolia.com

Die österreichiche Bundesjugendvertretung (BJV) zeigt aus ihrer Sicht dringende Handlungsbedarfe in der Klimapolitik, bei der Armut und den Kinderrechten auf. In ihrem Kinder- und Jugendprogramm fasst sie ihre zwölf Kernforderungen an die neue Bundesregierung zusammen und fordert Kinder- und Jugendpolitik als Querschnittsmaterie zu verstehen. In Österreich wurde ein neuer Nationalrat gewählt und die Regierungsbildung steht bevor.

Anlässlich der konstituierenden Nationalratssitzung in Österreich am 23. Oktober 2019 und den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen fordert die Bundesjugendvertretung (BJV) von der Politik, die Interessen und Anliegen junger Menschen in allen Bereichen zu berücksichtigen. „Kinder und Jugendliche sind immer spezifisch von politischen Entscheidungen betroffen. Jugendpolitik ist als Querschnittsmaterie zu verstehen und darf nicht isoliert betrachtet werden. Das muss auch im künftigen Regierungsprogramm sichtbar sein“, betont BJV-Vorsitzender Derai Al Nuaimi.

Jugendpolitik als Querschnittsmaterie verstehen

Mit einem Kinder- und Jugendprogramm richtet sich die BJV direkt an die Parteien und fordert konkrete Maßnahmen in insgesamt zwölf Themenbereichen. Zentrale Themen des Programms sind Klima, Kinderrechte sowie Mitbestimmung und Teilhabe.

BJV-Vorsitzende Isabella Steger appelliert an die Politik: „Die größte Herausforderung unserer Zeit ist die Klimakrise. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf einem nachhaltigen Planeten ohne Umweltgefahren aufzuwachsen. Die Folgen verfehlter Klimapolitik sind in allen Lebensbereichen zu spüren und längst nicht mehr tragbar. Es braucht eine ambitionierte Klimastrategie, welche die Klimaneutralität zum Ziel haben muss. Die Politik muss jetzt handeln!“

Weiters müssen die Rechte von Kindern und Jugendlichen bei allen politischen Entscheidungen gewahrt werden. Zwar feiert die UN-Kinderrechtskonvention heuer ihr 30-jähriges Jubiläum, allerdings werden Kinderrechte vielerorts noch immer missachtet.

Kinderrechte ziehen sich durch alle politischen Ressorts

„Kinderrechte fangen bei der Jugendwohlfahrt an, gehen über Bildung bis hin zum Umgang mit minderjährigen AsylwerberInnen. Kinderrechte ziehen sich durch alle politischen Ressorts“, erklärt Al Nuaimi. Der Vorsitzende verweist besonders auf das Problem der Kinderarmut in Österreich: „Laut UN-Kinderrechtskonvention haben alle Kinder und Jugendlichen ein Recht darauf, ohne Armut aufzuwachsen und dennoch ist jedes 5. Kind in Österreich von Armut betroffen oder bedroht.“ Bereits 2018 stellte die BJV im Rahmen einer Kampagne zum Thema Kinderarmut ihre Forderungen an die Politik: Kindergrundsicherung für alle Kinder, Ausbau des Anspruchs auf Unterhaltsvorschuss und eine neue Kinderkostenstudie.

Als Interessenvertretung aller jungen Menschen in Österreich bis 30 Jahre ist es der BJV ein besonderes Anliegen, dass Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen, die sie selbst betreffen, aktiv miteinbezogen werden und mitbestimmen können. Politik soll hier nicht über, sondern mit jungen Menschen über ihre Anliegen und Wünsche diskutieren.

Das Kinder- und Jugendprogramm an die neue Bundesregierung steht bei der österreichischen Bundesjugendvertretung zur Verfügung. Weitere Informationen finden sich unter www.bjv.at

Quelle: Österreichische Bundesjugendvertretung vom 23.10.2019