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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

BJK zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft: Jugendpolitik in Europa jetzt stärken

Eine junge Frau schwenkt eine große Europaflagge, im Hintergrund ist ein Gebäude zu sehen
Bild: Brunel Johnson - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums (BJK) ist es gerade jetzt wichtig, dass junge Menschen mehr Gehör finden, sie stärker an den europäischen und bundespolitischen Beratungen zum Weg aus der Krise beteiligt werden und die Möglichkeit erhalten, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. In einem aktuellen Zwischenruf fordert das Sachverständigengremium deshalb, die Verantwortung der EU-Ratspräsidentschaft im Bezug auf die Jugendpolitik wahrzunehmen.

Im Sommer übernimmt die Bundesrepublik Deutschland in einer gesellschaftlichen und politischen Ausnahmesituation die EU-Ratspräsidentschaft. Eine besondere Herausforderung wird darin bestehen, zentrale jugendpolitische Vereinbarungen, wie geplant, auf den Weg zu bringen und dabei gleichsam auf die, durch die Corona-Krise entstandenen, neuen oder veränderten Situationen zu reagieren. So ist etwa die transnationale Jugendmobilität nahezu vollständig zum Erliegen gekommen, die Situation junger Menschen auf der Flucht hat sich noch mal verschärft und demokratische Grundrechte junger Menschen werden in einigen Ländern beschnitten. Zudem sind junge Menschen besonders stark von den ökonomischen Folgen der Krise betroffen, da ihnen wichtige Übergänge der Bildung, der Ausbildung oder des Berufs versperrt sind.

Jungen Menschen in Europa Gehör verschaffen

Die Nachhaltigkeit in der Bewältigung der Corona-Krise wird aus Sicht des BJK vor allem davon abhängen, wie es gelingt die junge Generation sozial gerecht zu befähigen und dabei zu unterstützen, die ökonomischen und sozialen Herausforderungen zu meistern. Es ist aktuell viel von Solidarität in Europa die Rede. Dazu muss auch gehören, dass junge Menschen, die in einigen europäischen Ländern sehr stark von der Krise betroffen sein werden, genau diese Solidarität auch im Rahmen der Finanzverhandlungen in der EU erfahren, damit viele jugendpolitische Anstrengungen der vergangenen Jahre in Europa aufrechterhalten werden können und junge Menschen das europäische Projekt nicht in Frage stellen.

Die langfristigen Folgen der Corona-Krise werden in Europa nicht zuletzt die jungen Generationen bewältigen müssen. Gleichzeitig werden sie durch die ökonomischen Folgen stark betroffen sein, denn die wirtschaftliche Verwundbarkeit ist in jungen Jahren höher als am Ende des Arbeitslebens, so das Bundesjugendkuratorium.

Europäische Antworten für die Folgen der Corona-Krise finden

Um die Folgen der Corona-Krise für die jungen Menschen in Europa sozial gerecht zu gestalten, brauche es national wie auf der europäischen Ebene eine ressortübergreifende gemeinsame Anstrengung aller Politikfelder sowie die Zivilgesellschaft und eine starke Jugendarbeit, um die jugendpolitischen Herausforderungen in Europa neu zu thematisieren und europäische Antworten in Bezug auf die Folgen der Corona-Krise für junge Menschen zu finden.

Junge Menschen müssen auch gegenwärtig in den europäischen und bundespolitischen Beratungen beim Weg aus der Krise mehr gehört werden, fordert das Sachverständigengremium. Es ist ihre Zukunft, die mitverhandelt wird. Auch dieses Signal müsse von der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ausgehen.

Weitere Informationen

Der gesamte Zwischenruf steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.
 
Quelle: Bundesjugendkuratorium vom 10.06.2020