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Jugendpolitik

Biliana Sirakova zur ersten EU-Jugendkoordinatorin ernannt

Jugendliche applaudieren an den Abgeordnetenplätzen stehend im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg.
Bild: Geneviève Engel - Europäische Union - EYE2018 (EP-072144L)

Die Europäische Kommission will die Zusammenarbeit in der Jugendarbeit stärken und hat die Kommissionsbeamtin Biliana Sirakova zur ersten EU-Jugendkoordinatorin ernannt. An die neue Stelle knüpfen sich hohe Erwartungen. Der deutsche Bundesjugendring äußert Hoffnungen auf einen Austausch auf Augenhöhe.

Die Jugendkoordinatorin soll eine Anlaufstelle für junge Menschen und Organisationen sein, die die Interessen der europäischen Jugend vertreten und der Jugend eine Stimme bei der Gestaltung der EU-Politik geben. Biliana Sirakova wird Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, in Fragen der Jugendpolitik beraten und das Bewusstsein für die EU-Maßnahmen in diesem Bereich schärfen. Dies soll jeweils in enger Zusammenarbeit mit den anderen EU-Institutionen und -Agenturen sowie mit den Mitgliedstaaten geschehen. Die Jugendkoordinatorin wird auch dazu beitragen, die Ergebnisse des EU-Jugenddialogs weiterzugeben und jungen Menschen Feedback zu geben, unter anderem über das Europäische Jugendportal und die EU-Jugendstrategieplattform.

Bei einem Pressegespräch sagte Gabriel:

„Ich erwarte von der neuen Jugendkoordinatorin, Bilana Sirakova, dass sie sich innerhalb unserer Institution dafür einsetzt, die Erwartungen junger Menschen in alle europäischen Politikbereiche zu integrieren. Ihre Aufgabe wird es sein, unsere verschiedenen Politiken zugunsten unserer jungen Menschen zu koordinieren, die Teilnahme junger Menschen an unseren Initiativen wie der Konferenz über die Zukunft Europas zu antizipieren und schließlich den Ideen und Beiträgen der europäischen Jugend Sichtbarkeit zu verleihen. Ich wünsche Frau Sirakova viel Erfolg.“

Die Einrichtung eines Europäischen Jugendkoordinators in der Europäischen Kommission ist Teil der Vorschläge der Kommission zur EU-Jugendstrategie 2019–2027. Der Vorschlag wurde sowohl von den Mitgliedstaaten als auch vom Jugendsektor begrüßt. Die Jugendstrategie soll die Mitgliedstaaten ermutigen, eine integrative Jugendpolitik zu entwickeln, die auf den wichtigsten europäischen Programmen für junge Menschen aufbaut, nämlich Erasmus+, dem Europäischen Solidaritätskorps und DiscoverEU.

Bessere Zugänge, mehr Austausch

Der Deutsche Bundesjugendring freut sich über die Einführung des Amtes. „Nachdem die Benennung der EU-Jugendkoordinatorin lange Zeit ungewiss schien, freuen wir uns umso mehr darüber, dass Bilana Sirakova ihre Arbeit aufgenommen hat. Wir sind gespannt auf die Zusammenarbeit“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Marius Schlageter.

Der Bundesjugendring erwartet von der Koordinatorin, bestehende Mechanismen der Jugendbeteiligung wie den EU-Jugenddialog in relevante Prozesse wie die Zukunftskonferenz einzubinden und dessen Ergebnisse wirkungsmächtig und ressortübergreifend umzusetzen. Er wünscht sich außerdem einen engen und vertrauensvollen Austausch auf Augenhöhe mit dem Europäischem Jugendforum, den nationalen Jugendringen und den Jugendverbänden in Europa. Zudem nutze die neue EU-Jugendkoordinatorin ihre Position hoffentlich dafür, Zugänge für die Anliegen von Jugendverbänden in der Europäischen Kommission zu schaffen.

Quellen: Europäische Kommission vom 01.06.2021 und Deutscher Bundesjugendring vom 14.06.2021

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