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Europäische Komission

Bericht über Lehrkräfte in Europa

Ein Bild von Schatten einiger Personen auf der Straße mit der Europaflagge überlagert.
Bild: © robsonphoto - fotolia.com

Der Bericht „Teachers in Europe: Karrieren, Entwicklung und Wohlbefinden" kombiniert Eurydice-Daten der nationalen Gesetzgebungen mit Daten über die Praktiken und Wahrnehmung von Lehrkräften aus der Internationalen Lehr- und Lernumfrage (TALIS) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Er konzentriert sich auf Lehrkräfte der Sekundarstufe I und zeigt auf, wie nationale Politik und Vorschriften zum Verhalten der Lehrkräfte beitragen und das Potenzial haben, den Lehrer/-innenberuf zu verbessern.

Die Ergebnisse des Berichts bilden eine Grundlage für evidenzbasierte Reformen, die helfen sollen bestehende Herausforderungen zu bewältigen, wie z.B. die Aufwertung des Lehrkräfteberufs und die Behebung des Personalmangels.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts

Arbeitsbedingungen

Lehrkräfte in ganz Europa sind größtenteils mit unbefristeten Verträgen beschäftigt, obwohl auf EU-Ebene jede/-r fünfte Lehrer/-in mit einem Zeitvertrag arbeitet. Bei den Lehrkräften unter 35 Jahren ist es sogar jede/-r Dritte.

Lehrkräfte äußern eine allgemeine Unzufriedenheit mit ihren Gehältern. Im Durchschnitt wird etwa die Hälfte der Arbeitszeit von Lehrkräften für den Unterricht aufgewendet, ein Viertel für Planung und Benotung und ein weiteres Viertel für andere Aufgaben, wie z. B. die Kommunikation mit Eltern und Erziehungsberechtigten, Verwaltung oder berufliche Weiterbildungsaktivitäten.

Karrierewege

Obwohl es in fast allen europäischen Ländern eine gesetzliche Verpflichtung für Lehrkräfte gibt, an kontinuierlicher beruflicher Weiterbildung teilzunehmen, variiert das Spektrum der beruflichen Weiterbildungsaktivitäten, an denen Lehrkräfte teilnehmen, in Europa erheblich.

In den meisten europäischen Bildungssystemen sieht die geltende Gesetzgebung eine Förderung der frühen Karriere vor. Allerdings geben weniger als 50% der Lehrkräfte in Europa an, diese in Anspruch genommen zu haben.

In Ländern, in denen die Weiterbildung obligatorisch ist, geben mehr Lehrkräfte an, von Weiterbildungsmaßnahmen profitiert zu haben.

Lehrkräftebeurteilung

In fast allen Ländern, in denen die Beurteilung von Lehrkräften geregelt ist, zielt der Prozess darauf ab, den Lehrkräften ein Feedback zu ihrer Arbeit zu geben, um ihnen zu helfen, ihre Leistung zu verbessern.

Ungefähr zwei Drittel der Lehrkräfte gaben an, dass das erhaltene Feedback für diesen Zweck nützlich war.

Das Wohlbefinden der Lehrkräfte

Auf EU-Ebene empfinden fast 50% der Lehrkräfte „ziemlich viel" oder „sehr viel" Stress bei der Arbeit.

Lehrkräfte, die in Schulen mit einem kollegialen Klima arbeiten, und solche, die sich sicher im Umgang mit dem Schülerverhalten und der Motivation der Schüler fühlen, berichten im Allgemeinen über ein geringeres Stressniveau.

Mobilität

Nur eine Minderheit der Lehrkräfte in Europa war zu beruflichen Zwecken im Ausland. EU-Programme sind die wichtigsten Förderprogramme für die transnationale Mobilität von Lehrkräften.

Verwirklichung des Europäischen Bildungsraums bis 2025

Lehrkräfte, Ausbilder/-innen und pädagogisches Personal sind das Herzstück der Bildung. Sie spielen die wichtigste Rolle, wenn es darum geht, Bildung zu einer fruchtbaren Erfahrung für alle Lernenden zu machen. Die COVID-19-Pandemie und der damit einhergehende rasche Übergang vom Präsenzunterricht zum Fernunterricht haben ihren wesentlichen Beitrag zu unseren Gesellschaften und die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Rolle und Verantwortung noch deutlicher gemacht.

Trotzdem hat der Beruf in den letzten Jahren in Europa eine berufliche Krise erlebt. Als Reaktion darauf entwickeln nationale und europäische politische Entscheidungsträger Lösungen, um die Auswirkungen des Personalmangels abzumildern und hohe Lehrstandards zu erhalten.

Auf europäischer Ebene wurden Lehrkräfte und Ausbilder/-innen im Rahmen des Vorschlags der Kommission zur Verwirklichung des Europäischen Bildungsraums bis 2025 als ein Schwerpunktbereich identifiziert.

Dieser Bericht wird dazu beitragen Maßnahmen im Rahmen der Initiative „Europäischer Bildungsraum" einzuführen, darunter:

  • die Einführung von „Erasmus Teacher Academies" im Rahmen des neuen Erasmus-Programms im Jahr 2021, um Netzwerke von Lehrkräftebildungseinrichtungen und Lehrkräfteverbänden zu schaffen,
  • die Entwicklung europäischer Leitlinien für die Entwicklung nationaler Karriererahmen in den Jahren 2021-2022, um die berufliche Entwicklung von Schulpädagog/-innen zu unterstützen,
  • Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und Stakeholdern zur Schaffung eines politischen Rahmens für die Erhöhung der Anzahl und Qualität der Lernmobilitätsaktivitäten von Lehrkräften in Europa,
  • Einführung eines Europäischen Preises für innovative Lehrtätigkeit zur Anerkennung der Arbeit von Lehrkräften (und ihren Schulen), die einen außergewöhnlichen Beitrag zum Beruf leisten.

Quelle: Europäische Komission vom 23.03.2021

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