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Europarat

Beobachtungsstelle für den Geschichtsunterricht in Europa gegründet

Blick in den Plenarsaal des Europarats
Bild: PPCOE (CC-BY-SA 3.0)   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-SA 3.0

Siebzehn Mitgliedsstaaten des Europarates haben beschlossen, eine Beobachtungsstelle für den Geschichtsunterricht in Europa in Form eines Erweiterten Teilabkommens einzurichten. Hauptziel der Beobachtungsstelle ist es, durch regelmäßige und themenbezogene Berichte Sachinformationen zur Art und Weise zu erheben und zur Verfügung zu stellen, in der Geschichte in den teilnehmenden Ländern unterrichtet wird.

Die Beobachtungsstelle soll den Austausch bewährter Praktiken und das gegenseitige Lernen erleichtern. Die Beobachtungsstelle dient auch als Plattform für die berufliche Weiterbildung und die Vernetzung europäischer Berufsverbände und von Instituten, die im Bereich der Vermittlung von Geschichte tätig sind.

Vor dem Hintergrund des wachsenden Populismus ist ein Geschichtsunterricht, der Multiperspektivität und kritisches Denken fördert, entscheidend für die Entwicklung einer Demokratiekultur. Indem Praktiken in den Vordergrund gestellt werden, die einen Geschichtsunterricht im Einklang mit den Werten des Europarates unterstützen, trägt die Beobachtungsstelle zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen die Verzerrung und Verfälschung von Geschichte bei und damit zur Förderung von Frieden und Dialog. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf die jahrzehntelange Erfahrung des Europarates im Bereich des Geschichtsunterrichts und zielt darauf ab, sein zwischenstaatliches Programm zu ergänzen und zu stärken. Die Initiative wurde im Rahmen des französischen Vorsitzes im Ministerkomitee gestartet, ihre Verwirklichung ist eine der herausragenden Errungenschaften des griechischen Vorsitzes in der Organisation.

Folgende Mitgliedsstaaten des Europarates haben den Beschluss gefasst: Albanien, Andorra, Armenien, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Luxemburg, Malta, Portugal, Nordmazedonien, Russische Föderation, Serbien, Slowenien, Spanien, Türkei und Zypern.

Quelle: Europarat vom 12.11.2020

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