Kinder- und Jugendarbeit / Europa

Angela Merkel und François Hollande haben das Deutsch-Französische Jahr eröffnet

Das Bild zeigt den Eifelturm in Paris

Die Bundeskanzlerin hob in ihrer Rede die besondere Bedeutung des Deutsch-Französischen Jugendwerks hervor. Mehr als acht Millionen junge Deutsche und Franzosen hätten an den Austauschprogrammen teilgenommen. Das Jugendwerk müsse deshalb auch in den kommenden 50 Jahren seine Bedeutung behalten.

"Ich beglückwünsche Sie zunächst, jung zu sein. [...] Schließlich beglückwünsche ich Sie, die Jugend von heute zu sein." Diese Sätze Charles de Gaulles lösten in Ludwigsburg am 9. September 1962 großen Jubel aus. Vor allem aber nahm das jugendliche Publikum die Aufforderung auf, sich ganz persönlich um die deutsch-französischen Beziehungen und um Europa zu kümmern: "Einander immer näherzukommen, sich besser kennen zu lernen und engere Bande zu schließen." Wenige Monate später wurde mit dem Elysée-Vertrag eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen zwei Staaten begründet.

Verantwortung für die Jugend

Auch die Bundeskanzlerin wandte sich in ihrer Rede an die Jugend: "Liebe Jugendliche, das Europa der Zukunft liegt in Euren Händen." Gerade die jungen Leute müssten in Europa eine Chance haben, so die Kanzlerin. Deutschland und Frankreich käme dabei eine ganz besondere Verantwortung zu.

Mit ihrer Teilnahme am Festakt würdigten Angela Merkel und François Hollande die wegweisende Rede de Gaulles. Sie wollten aber vor allem aufzeigen, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit eine Aufgabe für die Zukunft bleibt. Nur gemeinsam können die aktuellen europapolitischen Herausforderungen gelöst werden.

"Wie groß die ökonomischen Herausforderungen auch immer sein mögen", sagte die Kanzlerin. "Es behält Gültigkeit: Wir Europäer, wir sind zu unserem Glück vereint."

Paar im Dienste Europas

Wie intensiv die deutsch-französische Abstimmung geworden ist, hätte vor 50 Jahren keiner der Anwesenden ahnen können. Auch die europäische Integration hat ein damals nicht vorstellbares Ausmaß der Zusammenarbeit erreicht. Deutsche und französische Regierungen haben es immer als besonderen Auftrag verstanden, diese Integration voranzutreiben. Das deutsch-französische Paar stand und steht im Dienste Europas.

"Wir wissen, dass von unserer Zusammenarbeit ganz wesentlich der Fortgang in Europa mitbestimmt wird. Deshalb haben wir auch die Aufgabe, so wie das mit allen früheren französischen Präsidenten auch war, Lösungen zu finden, die gut für Europa sind", sagte die Bundeskanzlerin vor dem Treffen in Ludwigsburg. Merkel und Hollande tauschten sich nach dem Festakt noch über die nächsten Schritte der Wirtschafts- und Währungsunion aus.

Nach dem Gespräch warben beide für eine engere Zusammenarbeit in der Eurogruppe, um die Krise zu überwinden. Es müsse das Ziel sein, so die Bundeskanzlerin, die Wettbewerbsfähigkeit in der Eurogruppe zu stärken und anzugleichen.

Besondere Bedeutung des Jugendwerks

Die deutsch-französische Aussöhnung war von Anfang an nicht nur Sache der Regierungen. Beteiligt waren und sind die Länder, tausende von Städtepartnerschaften, zahlreiche Vereine und Bürger auf beiden Seiten des Rheins. Die Bundeskanzlerin und der Staatspräsident würdigten auch dies in Ludwigsburg.

Pünktlich zur Auftaktveranstaltung des gemeinsamen Festjahrs haben die beiden deutsch-französischen Beauftragten, Staatsminister Michael Link und sein französischer Amtskollege Bernard Cazeneuve das vielfältige Internet-Angebot auf www.elysee50.de (deutsche Fassung) und 50ans.france-allemagne.fr (französische Fassung) freigeschaltet. Im Mittelpunkt steht ein interaktiver Veranstaltungskalender, an dem sich alle Veranstalter im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten beteiligen können.

Link und Cazeneuve hierzu: "Mit dem einheitlichen Logo und dem offenen Kalender auf der zweisprachigen Webseite möchten wir allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, ihre deutsch-französischen Veranstaltungen als Teil des gemeinsamen Jubiläums sichtbar zu machen. Wir freuen uns auf alle deutsch-französische Feste und Veranstaltungen, im Großen wie im Kleinen."

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 22.09.2012

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