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„Signposts for the Future“

Abschlusserklärung der 3. European Youth Work Convention

Hände von Erwachsenen unterschiedlicher Herkunft halten EU-Fähnchen hoch.
Bild: © Rawpixel - fotolia.com

Unter dem Titel „Signposts for the Future“ legte die 3. European Youth Work Convention (EYWC) eine Abschlusserklärung vor, die Leitlinien und Anregungen für die Umsetzung einer starken Europäischen Jugendarbeitsagenda festhält. Die Convention ist die größte Online-Veranstaltung, die bisher im Bereich „Youth Work“ in Europa stattgefunden hat.

Im Rahmen der sich zeitlich überlappenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands und des deutschen Vorsitzes im Ministerkomitee des Europarates versammelten sich rund 1.000 Teilnehmende der „Youth Work Community of Practice“ aus 46 europäischen Ländern vom 7. bis zum 10. Dezember 2020 auf einer digitalen Plattform zur 3. EYWC. Vertreten waren Akteurinnen und Akteure von „Youth Work” auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene.

Kürzlich hatte der Rat der EU-Jugendminister eine Entschließung zur Gestaltung einer Europäischen Jugendarbeitsagenda angenommenen, die einen Rahmen für die Festlegung der Agenda beschreibt und die Stärkung und Weiterentwicklung von „Youth Work“ in ganz Europa fördern soll.

Empfehlungen für Ziele, Arbeitsbereiche und konkrete Aktionen

Die 3. Convention und ihre Abschlusserklärung spielen eine entscheidende Rolle bei der Etablierung des Umsetzungsprozesses der Europäischen Jugendarbeitsagenda, des sogenannten Bonn-Prozesses.

In ihrer Abschlusserklärung fordert die 3. Convention gemeinsame Maßnahmen für diesen nun beginnenden Bonn-Prozess, sei es auf lokaler, regionaler, nationaler oder europäischer Ebene und formuliert auf 17 Seiten Empfehlungen für Ziele, Arbeitsbereiche und konkrete Aktionen.

Die Erklärung richtet sich direkt an alle Akteurinnen und Akteure in der gesamten „Community of Practice“ von „Youth Work“ in ganz Europa, im Bonn-Prozess gemeinsam aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Die Convention fordert die Europäische Kommission und den Europarat als integrale Bestandteile der Gemeinschaft auf, ihre Zusammenarbeit zu stärken und eine aktive Rolle zur Realisierung der Europäischen Jugendarbeitsagenda im Bonn-Prozess im Rahmen der EU-Jugendstrategie 2019-2027 und der Jugendsektor-Strategie 2030 des Europarates zu übernehmen.

Vorschläge für die Umsetzung der Europäischen Jugendarbeitsagenda

Mit der Europäischen Jugendarbeitsagenda und dem Bonn-Prozess wird ein Rahmen geschaffen, um „Youth Work” als unverwechselbare Arena der Politik und Praxis in Europa zu stärken. Die 3. EYWC fordert einen koordinierten Ansatz der gesamten „Community of Practice“ innerhalb des Bonn-Prozesses zur Umsetzung der Agenda. Aufbauend auf den Schlussfolgerungen der 3. EYWC wurden die folgenden vorrangigen Elemente für die Umsetzung des Bonn-Prozesses vorgeschlagen:

  • Stärkung einer Politik für „Youth Work” – durch die Einbettung von „Youth Work“ als wesentlichen Bestandteil in Jugendpolitik auf allen Ebenen, von lokal bis europäisch.
  • Kompetenzaufbau in „Youth Work” – durch eine kohärente Aus- und Fortbildungsstrategie für “Youth Work” und durch die Zusammenführung von nicht formalen und formalen Bildungswegen für Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter.
  • Entwicklung einer evidenzbasierten politischen Praxis für und durch „Youth Work” – durch besseres Sammeln von Wissen sowie durch mehr Forschung.
  • Stärkung von Partnerschaften – durch transversale und sektorübergreifende Politik und Praxis auf allen Ebenen der „Governance” und Umsetzung.
  • Bereitstellung und Sicherstellung der Angebote von „Youth Work” - durch bessere Verankerung, mehr Ressourcen und weitergehende Unterstützung, auch durch die europäischen Institutionen.
  • Erweiterung und Vertiefung der Wahrnehmung und Anerkennung von „Youth Work” innerhalb und außerhalb der „Community of Practice“ – durch transparente Information, Kommunikation und aktive Interessenvertretung.
  • Stärkung des Engagements und der Karrieremöglichkeiten in der „Community of Practice“ – durch Berücksichtigung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen.

Weitere Informationen

Die Abschlusserklärung „Signposts for the Future“ (PDF, 366 KB) steht auf der Webseite der 3rd European Youth Work Convention www.eywc2020.eu zur Verfügung.

JUGEND für Europa ist als Nationale Agentur für die EU-Programme Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidaritätskorps  vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit der Umsetzung der 3. European Youth Work Convention beauftragt.

Quelle: JUGEND für Europa vom 14.12.2020

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