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Europa / Sozialforschung

80% der Deutschen halten EU-Mitgliedschaft für eine gute Sache

Europäische Flaggen vorm Parlament in Brüssel
Bild: © artjazz - Fotolia.com

Die Stimmung für die EU und das Europäische Parlament steigt: Nach einer aktuellen Umfrage finden vier von fünf Deutschen, dass die Mitgliedschaft bei der EU eine gute Sache ist. Das zeigt das „Parlameter 2017“, die aktuelle Umfrage des Europäischen Parlaments, bei der Unionsbürger aller Mitgliedstaaten nach ihren Einstellungen und Erwartungen befragt werden.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Werte weiter verbessert, in Deutschland sogar noch stärker als im EU-Schnitt. Der wirtschaftliche Aufschwung in der EU und die Rückkehr zu Stabilität nach der Krise werden zunehmend wieder als neue Normalität gesehen. Antonio Tajani, Präsident des Europäischen Parlaments, zeigt sich erfreut über das Parlameter 2017: „Das Ergebnis der Umfrage ist sehr positiv und macht Mut. Es zeigt, dass das Vertrauen in unsere Institutionen und unsere Arbeit weiter wächst, und dass wir die Krise der letzten Jahre hinter uns lassen. Ich sehe das Ergebnis auch als Auftrag an das Europäische Parlament, seine Rolle weiter zu stärken, wenn es darum geht, die Zukunft der EU zu gestalten. Wir werden noch härter arbeiten, um die Hoffnungen und Erwartungen der Menschen zu erfüllen.“

Zukunft der EU gestalten 

Eine klare Mehrheit von 57% der Europäer findet, dass die Mitgliedschaft ihres Landes eine gute Sache ist - um vier Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Dieser Zustimmungswert befindet sich damit fast wieder auf dem Vorkrisenniveau und ist ein guter Indikator für den steigenden Zuspruch der Bürger zur EU. Während dieser Wert in jenen Ländern schlechter ist, die von der Krise am stärksten betroffen sind, haben Bürger aus wirtschaftlich stabileren Mitgliedstaaten eine positivere Einstellung. In Deutschland halten sogar 80% die EU-Mitgliedschaft für eine gute Sache, das ist ein Plus von neun Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Die meisten EU-Bürger sind der Ansicht, dass ihr Land insgesamt von seiner EU-Mitgliedschaft profitiert hat. Dieses Empfinden ist EU-weit seit 2016 um vier Prozentpunkte gestiegen und steht jetzt bei 64%. Deutschlandweit finden 77% der Bürger, dass ihr Land von seiner EU-Mitgliedschaft profitiert hat. 47% der Europäer haben das Gefühl, dass ihre Stimme in der EU zählt. Das ist das beste Resultat seit den Europawahlen im Jahr 2009. In Deutschland haben 70% das Gefühl, dass ihre Stimme in der EU zählt (+16 Prozentpunkte zum Vorjahr).

EU-Parlament findet mehr Anklang

Vor dem Hintergrund des wachsenden Optimismus in der EU findet auch das Europäische Parlament mehr Anklang bei den Bürgern. Im Jahr 2017 haben 33% ein insgesamt positives Bild vom Europäischen Parlament, um acht Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Bei den Deutschen hat sich das Bild des Europäischen Parlaments besonders stark verbessert: 47% sehen es gesamt positiv. Damit ist die Zustimmung der Deutschen im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozentpunkte gestiegen.

Dieser Anstieg geht zusammen mit einem gleichzeitigen Rückgang bei jenen Europäern, die ein negatives Bild vom EU-Parlament haben: 2017 sind das EU-weit 21% und damit um sieben Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. In Deutschland haben nur 15% ein negatives Bild, dieser Wert ist zum Vorjahr um neun Prozentpunkte gesunken. 42% der Europäer sehen das Europäische Parlament neutral.

Europa, das beschützt und Werte wahrt

Neben den Einstellungen der Bürger zur Mitgliedschaft in der EU und zur Europäischen Identität wurde im Parlameter 2017 auch erhoben, vor welchen Bedrohungen die Menschen von der EU Schutz erwarten.

Terrorismus wird dabei als aktuell dringlichstes Problem genannt, 58% aller Europäer (56% der Deutschen) erwarten sich Schutz durch die EU in diesem Bereich. Auch die schwierige wirtschaftliche Lage, in der sich viele Europäer befinden, drückt sich im Parlameter aus. Auf Rang zwei und drei der wichtigsten Schutzbedürfnisse liegen knapp hintereinander der Schutz vor Arbeitslosigkeit (43% EU-weit, 29% in Deutschland) und vor Armut und Ausgrenzung (42% EU-weit, 37% in Deutschland). Ein weiteres Thema, das den Europäern wichtig ist, ist der Schutz vor unkontrollierter Migration (35% EU-weit, 37% in Deutschland).

Am wenigsten wichtig ist den EU-Bürgern der Schutz vor Cyberattacken (9% EU, 7% DE), vor Gefahren bezüglich der Datensicherheit (9% EU, 9% DE), vor Sozialdumping (9% EU, 16% DE) und vor der Ausbreitung von Infektionskrankheiten (10% EU, 5% DE).

Bei den Werten, die das Europäische Parlament verteidigen soll, steht der Schutz der Menschenrechte mit 56% klar an erster Stelle. Für die Deutschen ist dieser Punkt mit 62% sogar noch wichtiger als im EU-Schnitt. Weitere wichtige Werte für die europäischen Bürger sind die Redefreiheit (34% EU-weit, 22% in Deutschland), die Gleichheit zwischen Männern und Frauen (32% EU-weit, 27% in Deutschland) und die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (28% EU-weit, 36% in Deutschland).

Hintergrund

Die Erhebung „Parlameter 2017“ wurde vom 23. September bis zum 2. Oktober 2017 durchgeführt. In den 28 EU-Mitgliedstaaten wurden dabei insgesamt 27.881 persönliche Interviews geführt, alleine in Deutschland waren es 1.535 Interviews.

Weitere Informationen zum Parameter 2017 mit detaillierten Auswertungen stehen auf den Webseiten des Europaparlaments zur Verfügung. 

Quelle: Europäisches Parlament vom 18.10.2017

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