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Österreich

6. Familienbericht belegt große Erfolge

Susanne Raab (Familienministerin Österreichs) spricht an einem Tisch mit Mikrofon vor den Flaggen Österreichs und der EU und hinter einer Plexiglasscheibe zum Coronaschutz.
Bild: Bundeskanzleramt Österreich – Andy Wenzel

Der Bericht über die Lage der Familien in Österreich wird alle zehn Jahre publiziert. Er stellt eine Bestandsaufnahme der Situation von Familien dar und wurde 1969 erstmals vorgelegt. Gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Familienforschung hat Familienministerin Raab jetzt den 6. Bericht präsentiert.

„Der Familienbericht hat das Ziel, Transparenz zu schaffen und wissenschaftlich aufzubereiten, wie es den Familien in Österreich geht und wie die Leistungen wirken, die der Staat in den letzten zehn Jahren den Familien zur Verfügung gestellt hat. Er ist auch ein Radar für die Politik“, sagte Familienministerin Susanne Raab bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt, bei der sie gemeinsam mit Wolfgang Mazal, Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung, die Ergebnisse des 6. Familienberichts vorstellte.

Schwierige Zeit für Familien in der Coronakrise

Der Bericht komme zu einer sehr schwierigen Zeit, in der die Familien sehr viel geleistet hätten: „Was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft, was das Homeschooling betrifft, wurde unglaublich viel geschultert. Es hat sich aber auch die Stärke von Familie in dieser Krise gezeigt“, so Raab, die festhielt, dass die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen umgesetzt habe, um Familien umfassend zu unterstützen.

Die Familienministerin nannte hier als zentrales Element den mit 200 Millionen Euro dotierten Familienhärtefonds, dessen Einreichfrist bis Ende Juni verlängert wurde und von dem schon 97.000 Antragstellerinnen und Antragsteller in der Gesamthöhe von 130 Millionen Euro profitiert hätten. Hinzu kämen der Familienkrisenfonds, mit dem „besonders armutsgefährdete Familien unterstützt werden“, der Kinderbonus in Höhe von 360 Euro pro Kind sowie die Sonder-Familienbeihilfe, die jeder Familie zur Verfügung gestellt wird, die im letzten Jahr einmal einen Monat Anspruch auf den Familienbonus hatte. „Es ist unsere Aufgabe, die besten Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Familien durch die Krise zu bekommen, um das Armutsrisiko zu senken. Es ist eine schwierige Zeit, ein Dankeschön auch an die Kinder und Jugendlichen, die so viel zum Wohle der älteren Generation auf sich nehmen. Nun müssen die Familien im Comeback bestmöglich unterstützt werden“, so Raab.

Ausbau der Kinderbetreuung für unter 3-Jährige verdoppelt –Meilensteine der Familienpolitik 2009-2019

„Der Bericht macht sichtbar, dass wir in den letzten 10 Jahren in der Familienpolitik einen sehr erfolgreichen Weg gegangen sind“, zeigte sich die Familienministerin über die Entwicklung erfreut und nannte 4 Meilensteine:

  1. Zum einen befinde sich Österreich im europäischen Spitzenfeld der finanziellen Familienleistungen. 10 Prozent des Gesamtbudgets der Republik fließe in den Familienlastenausgleichsfonds, über den das Kinderbetreuungsgeld und die Familienbeihilfe ausbezahlt werden. Insbesondere das österreichische Kinderbetreuungsgeld sei im europäischen Vergleich besonders großzügig bemessen, was Dauer und Umfang der Leistungen betrifft.
  2. Einen weiteren Meilenstein stelle die stufenweise Erhöhung der Familienbeihilfe dar. Aktuell beziehen rund 1,1 Millionen Anspruchsberechtigte für rund 1,8 Millionen Kinder die Familienbeihilfe. Insgesamt wurden von 2009 bis Ende 2019 rund 37 Milliarden Euro an Familienbeihilfe ausbezahlt, jährlich rund 3,5 Milliarden Euro.
  3. Als dritten Meilenstein nannte die Familienministerin die Einführung des Familienbonus Plus im Jahr 2019. Dieser Absetzbetrag reduziere die Steuerlast von steuerpflichtigen Eltern pro Kind bis 18 Jahre um bis zu 1.500 Euro jährlich beziehungsweise für volljährige Kinder in Ausbildung um 500 Euro jährlich. Laut Schätzungen des Finanzministeriums komme der Familienbonus Plus 950.000 Familien mit rund 1,6 Millionen Kindern zugute.
  4. Als vierten Meilenstein nannte Raab den Ausbau der Kinderbetreuung, der in den letzten 10 Jahren deutlich erhöht wurde. Insgesamt investierte der Bund in den Ländern 442,5 Millionen Euro, die Zahl der betreuten unter 3-Jährigen konnte dadurch mehr als verdoppelt werden. Die Betreuungsquote bei den 3- bis 6-Jährigen beträgt bereits über 90 Prozent.

Österreich auf gutem Weg in der Familienpolitik

„Als Staat fragt man sich, ob das Geld bei den Familien ankommt. Im Familienbericht zeichnen sich zwei Effekte ab: Einerseits zeigt sich klar, dass die besonderen finanziellen Herausforderungen, denen sich Familien stellen müssen, durch die Familienleistungen abgefedert werden. Andererseits wirken Familienleistungen für Haushalte mit Kindern armutsverringernd. Österreich liegt hinsichtlich der Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung deutlich unter dem EU-Schnitt“, fasste die Bundesministerin zusammen. Die Rückschau der letzten 10 Jahre zeige, dass Österreich auf einem sehr guten Weg ist. Der Wert der Familie sei in den letzten Jahren gestiegen, das würden Umfragen sowie der Zugang zu Familienleistungen zeigen. „Der Bericht bildet die Basis für die weitere Arbeit des Ministeriums. Wir haben aktuell eine schwierige Zeit und ich möchte, dass wir die nächsten Monate und Jahre gut aus der Krise kommen und die Familien mit den Leistungen des Bundes wirklich gut unterstützt werden“, so Raab, die sich abschließend bei den Koordinatoren des Projekts und für die Erstellung des umfassenden Berichts bedankte.

Der ganze Familienbericht kann beim österreichischen Bundeskanzleramt heruntergeladen werden.

Quelle: Bundeskanzleramt der Republik Österreich vom 21.04.2021

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