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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

20. Internationaler Tag der Jugend: Stärker auf Jugendliche hören und sie ernstnehmen

Fünf Jugendliche stehen vor eine weißen Steinwand und lächeln
Bild: rawpixel.com

Zum 20. Mal findet im Jahr 2019 der von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag der Jugend statt. Die österreichische Bundesjugendministerin Stilling begrüßt die verschiedenen nationalen und internationalen Initiativen im Jugendbereich und weist besonders auf die Bedeutung der nonformalen Bildung hin. In Österreich arbeiten mehr als 190.000 ehrenamtliche und hauptberufliche Fachkräfte im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

„Wir müssen unseren Jugendlichen noch viel stärker als bisher zuhören und sie ernst nehmen. Denn sie sind die Expertinnen und Experten ihrer Lebensrealität. So müssen sie auch wahrgenommen werden“, sagt Ines Stilling, österreichische Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, anlässlich des Tags der Jugend am 12. August. Im Jahr 2019 findet der von der UNO eingerichtete Internationale Tag der Jugend zum 20. Mal statt. Er will auf die Lage der Kinder und Jugendlichen auf der ganzen Welt aufmerksam machen.

Immerhin leben weltweit rund 1,8 Milliarden junge Menschen im Alter zwischen 10 und 24 Jahren. In Österreich gibt es knapp 1,4 Millionen Jugendliche, das sind fast 16 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: In Deutschland sind es laut Angaben des Statistischen Bundesamts ca. 8,8 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, das entspricht 11 Prozent der Bevölkerung.

Stärker auf die Jugendlichen hören und sie ernstnehmen

Den Jugendlichen stehen heute viele Chancen offen, es gibt aber auch zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen – sei es der Leistungsdruck in der Schule, allgemeine Zukunftsängste, die schwierige Suche nach einer Lehrstelle oder einem Arbeitsplatz oder das Thema Klimaschutz. „Auch in Österreich müssen die Chancen für junge Menschen weiter verbessert werden und ihre Ideen auf offene Ohren stoßen“, betont Stilling.

Die Vereinten Nationen empfehlen, dass Mitgliedstaaten Jugendliche in ihre Delegationen aufnehmen, um eine direkte Form der Beteiligung zu sichern. Auch Österreich macht von dieser Möglichkeit Gebrauch und entsendet jedes Jahr eine Jugenddelegierte beziehungsweise einen Jugenddelegierten zwischen 18 und 24 Jahren zur UNO-Generalversammlung. „Jugendpolitik und Jugendbeteiligung sind auch im höchsten politischen Gremium, der Generalversammlung der UNO, wichtige Handlungsfelder. Denn Politik muss aktiv von und mit Jugendlichen gemacht werden“, so Stilling.

EU-Jugendstrategie 2019 bis 2027 – Vision, Ziele und Grundprinzipien von Jugendpolitik

Auf europäischer Ebene sei die „EU-Jugendstrategie 2019 bis 2027“ hervorzuheben. Diese wurde unter österreichischer Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 verhandelt und einstimmig verabschiedet. Die Mitgliedstaaten einigten sich auf ein gemeinsames Verständnis zur Jugendpolitik – auf eine Vision, auf Ziele und auf Grundprinzipien. Die Europäischen Jugendziele (European Youth Goals) wurden von rund 50 000 Jugendlichen in einem partizipativen Prozess erarbeitet und als Handlungsfelder in die EU-Jugendstrategie aufgenommen.

Das Motto für den Internationalen Jugendtag 2019 lautet „Bildung neu gestalten“. Ohne Bildung gäbe es keine nachhaltige Entwicklung. Bildung sei essentiell – egal ob es um Beseitigung von Armut, die Gleichstellung der Geschlechter oder eine friedliche Gesellschaft gehe, so Stilling. Bildung in seiner Gesamtheit ist ein Auftrag, der sich an viele Politikfelder richtet. Daher ist auch eines der 4 Handlungsfelder der österreichischen Jugendstrategie auf den Themenbereich „Bildung und Beschäftigung“ ausgerichtet: Alle jungen Menschen sollen ihre Talente bestmöglich entwickeln und ihre Chancen nutzen können, um damit aktuellen und künftigen Herausforderungen in der Arbeitswelt begegnen zu können.

Bildung erfolgt nicht nur in Schule oder akademischen Einrichtungen

Die Aneignung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit fördert ebenso eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Demokratie. Darüber hinaus können diese Lernerfahrungen einen persönlichen Vorteil am Arbeitsmarkt und beim Zugang zur Weiterbildung verschaffen. Das Bundeskanzleramt hat daher einen speziellen Fokus auf die außerschulische Jugendarbeit und die dort Tätigen gelegt. Dass dieser Bereich bedeutend ist, zeigen die rund 1,6 Millionen jungen Menschen bis 30 Jahre, die Mitglied in einer Jugendorganisation sind, und die von mehr als 190 000 ehren- und hauptamtlichen Jugendarbeitsfachpersonen betreut werden. „An einem Tag wie heute ist es daher auch an der Zeit danke zu sagen. Heute feiern wir junge Menschen, von Jugendlichen geführte Organisationen und alle, die dabei helfen, Bildung zu transformieren und junge Menschen auf der ganzen Welt zu fördern“, so die Jugendministerin abschließend.

Weitere Informationen

In Deutschland äußerte sich die Kinderkommission des Deutschen Bundestages zum Internationalen Tag der Jugend und ermuntert Jugendliche ihre Interessen und Anliegen einzubringen. Die Politik müsse zuhören, ernst nehmen und junge Menschen aktiv einbinden. Weitere Informationen zum International Youth Day finden sich außerdem in englischer Sprache bei den Vereinten Nationen.

Ausführliche Informationen zur EU-Jugendstrategie und ihrer Umsetzung finden sich auf den Informationsseiten auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.

Quelle: Bundeskanzleramt der Republik Österreich vom 12.08.2019

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