Grundlagen zur EU-Jugendstrategie

Die EU-Jugendstrategie in Deutschland

Wie soll die jugendpolitische Zusammenarbeit bis 2018 aussehen? Zu Ausrichtung und Inhalten besprachen sich die Jugendministerinnen und –minister und nahmen dafür 2009 eine  Entschließung an, auch EU-Jugendstrategie genannt. Die EU-Jugendstrategie beschreibt die Ziele, Aktionsfelder und Instrumente der Zusammenarbeit.

Die EU verfügt über keine eigenen Kompetenzen in der Jugendpolitik, sie kann aber die Weiterentwicklung nationaler Jugendpolitiken inspirieren, den fachlichen Austausch zwischen den Staaten anregen und eigene Initiativen setzen. Dies alles soll dazu beitragen, die Lebenslagen junger Menschen in der EU zu verbessern. Konkret wurde verabredet

  • mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen sowie
  • das gesellschaftliche Engagement, die soziale Eingliederung und die Solidarität aller jungen Menschen zu fördern.

Als Handlungsrahmen wurde ein breites Set von Aktionsfeldern empfohlen. Dabei handelt es sich um für junge Menschen wichtige Politikbereiche. Die Aktionsfelder sind: allgemeine und berufliche Bildung, Beschäftigung und Unternehmergeist, Gesundheit und Wohlbefinden, Partizipation, Freiwilligentätigkeit, soziale Eingliederung, Jugend in der Welt sowie Kreativität und Kultur. Die EU-Jugendstrategie erfordert demnach ein Ressorthandeln genauso wie eine querschnittliche Ausrichtung der jugendpolitischen Arbeit in den Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene.

Weitere Bausteine der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa sind der EU-Jugendbericht und der EU-Arbeitsplan für die Jugend.

EU-Jugendbericht

Mit dem EU-Jugendbericht wird regelmäßig bewertet, ob Fortschritte bei der Verbesserung der Situation junger Menschen erreicht wurden. Der letzte Bericht aus 2015 zeigt, dass die jungen Menschen in der EU noch nie so gut gebildet waren wie heute und viele sich in sozialen Online-Netzwerken sowie neuen politischen Partizipationsformen engagieren und freiwillige Arbeit leisten. Für bestimmte Gruppen junger Menschen allerdings ist die Lage schwieriger geworden. Die Auswirkungen der ökonomischen Krise haben dies verschärft.

Der Jugendbericht der EU verdeutlicht ebenfalls jugendpolitische Trends in den Mitgliedstaaten. Jugend als Zielgruppe ist national stärker in den Fokus gerückt und neue jugendpolitische Initiativen wurden eingeführt. Manche Mitgliedstaaten haben sogar ihre nationale Jugendpolitik entlang der europäischen Themen ausgerichtet. In welchem Maße die EU-Jugendstrategie relevant für die EU-Staaten ist, wurde in einer externen Auswertung erhoben. Der Abschlussbericht zu dieser Evaluierung liegt seit März 2016 vor und enthält ebenfalls eine Zusammenfassung der Ergebnisse in deutscher Sprache. 

EU-Arbeitsplan

Ein weiterer Baustein der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU ist der  EU-Arbeitsplan für die Jugend. Mit dem Arbeitsplan wollen die Mitgliedstaaten für die Zeit bis 2018 aktuelle jugendpolitische Herausforderungen bearbeiten und insbesondere auf der europäischen Ebene sichtbar machen. Aktuelle Themen sind u.a. die Bedeutung der Digitalisierung für junge Menschen,  die Herausforderungen und Chancen der Integration junger Geflüchteter und Migranten sowie die Prävention und Bekämpfung von Radikalisierung und sozialer Ausgrenzung.