EU-Jugendstrategie / Kinder- und Jugendpolitik

Mission accomplished: Arbeitsplan der EU für die Jugend steht nach zähem Ringen

Ein Strategiemodell
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Nach gerade mal einem Jahr verabschiedete der EU-Jugendrat bei seiner Sitzung am 20. Mai in Brüssel unter griechischem Vorsitz einen Arbeitsplan für die Jugend. Die Erarbeitung des Plans wurde durch eben diesen Rat in Auftrag gegeben.

Das Anliegen war, eine Grundlage zu schaffen, auf der der jugendpolitische Beitrag zu den Wirtschaftswachstums- und Beschäftigungszielen der EU – bekannt unter dem Begriff Europa 2020 – geschärft und fachpolitisch besser aufgestellt werden kann.

Der Auftrag lautete, einen mittelfristigen Arbeitsplan aufzustellen, der der Jugendpolitik und den angrenzenden Politikbereichen in der Auseinandersetzung mit aktuellen jugendpolitischen Fragestellungen zur Orientierung dient. Der Plan sollte auch inhaltliche Schnittstellen zur allgemeinen und beruflichen Bildung sowie zum Beschäftigungsbereich aufzeigen.

Die Bandbreite der hier rmöglichen Themen bestimmte denn auch die Diskussion in der Vorbereitung des Plans durch die entsprechende Fach-Ratsgruppe. Nach einem zähen Ringen einigten sich die Mitgliedstaaten letztendlich auf drei Themenstellungen, die die Zusammenarbeit auf EU-Ebene für die Zeit vom 1.7.2014 bis 31.12.2015 bestimmen soll:

  •     die Weiterentwicklung der Jugendarbeit und des nichtformalen und informellen Lernens und dessen Beitrag zur Bewältigung der Folgen der Krise für junge Menschen;
  •     die Stärkung der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit im Rahmen der EU-Politikstrategien und
  •     Empowerment, mit besonderem Fokus auf Aspekte wie Zugang zu Rechten, Autonomie, Partizipation und aktiver Bürgerschaft innerhalb und außerhalb der EU.

Die Festlegung auf eine begrenzte Anzahl von Themen und die zielgerichtete Nutzung vorhandener Arbeitsmethoden (Expertenwissen, Forschung, Peer Learning, Strukturierter Dialog) soll zu einer tiefergehende fachlichen Kooperation führen und die Ratsarbeit im Jugendbereich fachpolitisch profilieren. Das soll vor allem dazu beitragen, „Maßnahmen auf EU-Ebene im Bereich Jugend die erforderliche Unterstützung und Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen“ und durch „bereichsübergreifende Zusammenarbeit dafür zu sorgen, dass die spezi­fischen Probleme der jungen Menschen in anderen Politikbereichen der EU (z. B. Beschäftigung, Bildung, soziale Angelegenheiten, Gesundheit) bekannt sind.“

Wie das im Einzelnen verfolgt wird, auch darüber gibt der Arbeitsplan mit Blick auf die drei Themen Auskunft. Für eine Stärkung des Beitrags der Jugendpolitik bei der Bewältigung der Krise soll beispielsweise eine Expertengruppe eingerichtet werden, die sich besonders mit dem Übergang von der Ausbildung ins Erwerbsleben befasst. Die Ergebnisse werden vom Rat aufgegriffen und sollen gegebenenfalls in Schlussfolgerungen münden, die sich auf die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und ihr Mehrwert für jungen Menschen in der aktuellen Krisensituation beziehen.

Zur Frage der bereichsübergreifenden Gestaltung von Jugendpolitik auf nationaler Ebene werden vermehrt Peer Learning-Prozesse zwischen den Mitgliedstaaten angeregt, deren Ergebnisse in einem Bericht über bewährte Verfahren und Empfehlungen für die bereichsübergreifende Gestaltung dargestellt werden sollen.

Der Arbeitsplan wird jetzt in eine eineinhalb Jahre lange Erprobungsphase gehen. Es bleibt abzuwarten, ob Jugendpolitik und Jugendarbeit am Ende eine verbesserte Anerkennung erfahren und konkrete Handlungsempfehlungen für die EU-Staaten generiert werden.

"Den Unternehmergeist junger Menschen fördern", bildete darüber hinaus das zentrale Thema dieses Jugendrates. Auf Initiative der griechischen EU-Präsidentschaft nahm der Rat Schlussfolgerungen zur Frage an, wie mehr Unternehmergeist zu sozialer Integration führen kann. Außerdem fand ein politischer Austausch darüber statt, wie Unternehmergeist und unternehmerische Kompetenzen frühzeitig entwickelt und vermittelt werden können.

Auch zum Strukturierten Dialog äußerte sich der Jugendrat am 20.Mai, in Form einer Entschließung. Dort wird verdeutlicht, wie der Strukturierte Dialog weiter entwickelt werden sollte, um ebenfalls zu mehr sozialer Inklusion beizutragen. Die EU-Staaten einigten sich auf das Thema Empowerment (Befähigung) der Jugend als allgemeine thematische Priorität für den Strukturierten Dialog für die nächste Triopräsidentschaft vom 1. Juli 2014 bis 31. Dezember 2015.

Quelle: JUGEND für Europa - Service- und Transferstelle EU-Jugendstrategie

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • Grundlagen zur EU-Jugendstrategie
    Drei Holzfiguren in verschiedenen Farben berühren sich an den Händen

    Die Staaten der Europäischen Union haben sich auf das jugendpolitische Ziel verständigt, bis 2018 die Lebenslagen junger Menschen zu verbessern. Dafür sollen mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen in Bildung und Arbeit geschaffen werden. Auch das freiwillige Engagement junger Menschen und ihre soziale Eingliederung junger Menschen soll gestärkt werden.

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  • Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Der Bund und die Länder setzen die EU-Jugendstrategie in Deutschland gemeinsam um. Sowohl der Bund als auch die Länder haben ihre Positionen zur Ausrichtung der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU im Vorfeld eingebracht. Impulse aus der EU-Jugendstrategie sollen als Motor für die Weiterentwicklung und Qualifizierung von Praxis und Politik der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland nutzbar gemacht werden.

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  • Arbeitsprogramm von Bund und Ländern
    Team
    © Woodapple - Fotolia.com

    Es gibt vielfältige Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland. Bund und Länder setzen eine Reihe von Maßnahmen individuell um, haben sich aber auch eine gemeinsame Agenda gesetzt. Das Arbeitsprogramm der Bund-Länder Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland für den Zeitraum 2014 – 2018 beschreibt konkrete fachliche Vorhaben. Im Fokus steht dabei, Entscheidungsträger und Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe, insbesondere auf der kommunalen Ebene, zu erreichen.

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  • Mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die  Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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  • EU-Jugenddialog – Strukturierter Dialog
    Logo des EU-Jugenddialogs
    © DBJR

    Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geschah bis Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend. Seit 2019 heißt der Strukturierte Dialog nun EU-Jugenddialog.

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  • Youth Goals – Europäische Jugendziele
    Gelbes Logo der Youth Goals mit schwarzer Schrift
    Mireille van Bremen

    Die Youth Goals fassen zusammen, welche Themen junge Menschen in Europa bewegen und was sie von Jugendpolitik bzw. von Politik für junge Menschen erwarten und sind in die EU-Jugendstrategie 2019-2027 eingeflossen.

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  • Die EU-Jugendstrategie 2019 - 2027
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Am 26. November 2018 nahm der Rat der EU eine Entschließung mit dem Titel „Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten über einen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Die Jugendstrategie der Europäischen Union 2019-2027“ an. Damit legten die Mitgliedstaaten die Eckpunkte der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die nächsten neun Jahre fest.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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