EU-Jugendstrategie / Europa

EU-Jugendstrategie in der Umsetzung: Multilaterale Kooperationen in fünf Themenbereichen

Ein Kompass
Bild: Pawel Kryj   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland setzt auf eine intensive internationale Zusammenarbeit. Das BMFSFJ hat auf dieser Grundlage und im Rahmen seiner "Eckpunkte Internationale Jugendpolitik" fünf multilaterale Kooperationsprojekte in den vereinbarten Schwerpunkten angestoßen.

Die beiden grundsätzlichen Ziele der Jugendstrategie wurden Ende 2009 vom Rat der EU festgelegt. In der „ENTSCHLIESSUNG DES RATES über einen erneuerten Rahmen für die europäische Zusammenarbeit im Jugendbereich (2010-2018)“ vom 27. November 2009, kürzer „EU-Jugendstrategie“ genannt, benannten die Mitgliedstaaten zwei wesentliche Ziele bis 2018:

  • Die Schaffung von mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt und die
  • Förderung des gesellschaftlichen Engagements, der sozialen Eingliederung und der Solidarität aller jungen Menschen.

Was nun die Umsetzung in Deutschland angeht, hatten Bund und Länder sich anschließend auf drei Prioritäten verständigt:

  • Übergänge Schule/Ausbildung in Beruf

Hier wird der Fokus auf die Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII §13) gelegt; wesentliches Ziel ist die Rückführung von benachteiligten Jugendlichen ins System.

  • Partizipation

Hier liegt der Fokus auf innovativen Formen (z.B. e-Partizipation) und der Erreichung neuer Zielgruppen, sowie der Stärkung von Demokratie und Partizipation.

  • Anerkennung des nicht formalen Lernens

mit einem Schwerpunkt auf Jugendarbeit sowie der Darstellung und Sichtbarmachung der in der Jugendarbeit erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen.

Zu diesen prioritären Themen soll nun in fünf „Transnationalen Kooperationsprojekten“ die Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Partnerländern gesucht werden.

In einem Peer-Learning-Prozess sollen Ministerien, Expertinnen und Experten und andere Akteure aus den jeweiligen Themenfeldern geeignete und erprobte nationale Strategien und Programme austauschen und sich von der Erfahrung (oder den guten Ideen) der Anderen etwas für die eigene Praxis abschauen. Dabei soll ausdrücklich auch die politische und administrative Ebene mit in den Blick genommen werden: Wo gibt es Hemmnisse, fehlende oder einschränkende Rahmenbedingungen – und wie sind diese anderswo beseitigt worden?

Dieser Transfer von Erfahrungen und Know-how soll in den nächsten zwei Jahren vor allem durch gemeinsame Peer-Learning-Seminare, Studienbesuche und Treffen von Expertinnen und Experten gestaltet werden. Die Anbindung an die Akteure und Praktiker/innen aus dem eigenen Land soll über begleitende Werkstattgespräche und offene internationale Fachkonferenzen erfolgen. Auch die direkte Einbindung der Perspektive von Jugendlichen ist geplant; voraussichtlich wird hier das Instrument des „Strukturierten Dialogs“ genutzt werden.

Drei multilaterale Kooperationsprojekte werden von JUGEND für Europa koordiniert:

  • Grenzüberschreitende Europäische Freiwilligeninitiative (zur Schaffung von mehr Möglichkeiten für Jugendliche, einen grenzüberschreitenden Freiwilligendienst zu machen);
  • Partizipation junger Menschen im demokratischen Europa (zum Austausch über Partizipationsformen, -orte und-möglichkeiten für alle Jugendlichen und der Stärkung der Demokratie);
  • Eigenständige Jugendpolitik (zur gemeinsamen Weiterentwicklung von Konzepten der Jugendpolitik und Erarbeitung von politischen Empfehlungen für Jugendpolitik für die Ebene der Mitgliedstaaten und die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa).

Zwei Projekte liegen in der Federführung von IJAB:

  • „youthpart“ (Ein Projekt zum Austausch und Schaffung neuer Partizipationsmöglichkeiten durch e-Partizipation, mehr dazu finden Sie auf den Internet-Seiten von IJAB)
  • Gelingende Übergänge in Ausbildung und Arbeit (zur Weiterentwicklung der bestehenden Praxis des Übergangmanagements durch internationale und europäische Erfahrungen).

Die Ergebnisse und Zwischenergebnisse der Projekte werden laufend auf www.jugendpolitikineuropa.de und auf diesem Portal veröffentlicht.

Quelle: jugendpolitikineuropa.de

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • EU-Jugendstrategie 2019 - 2027
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Mit der EU-Jugendstrategie legen die Mitgliedsstaaten der EU die Eckpunkte ihrer jugendpolitischen Zusammenarbeit bis zum Jahr 2027 fest. Der Rat hat die EU-Jugendstrategie am 26. November 2018 unter dem Titel „Entschließung des Rates der Europäischen Union und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedsstaaten über einen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa: Die Jugendstrategie der Europäischen Union 2019-2027“ beschlossen.

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  • Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Gemäß der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland sind sowohl der Bund als auch die Länder für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie zuständig. Hierfür ergreifen Bund und Länder in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen Maßnahmen unter Einbezug der Akteure der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sowie junger Menschen selbst.

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  • EU-Jugenddialog
    Logo des EU-Jugenddialogs
    © DBJR

    Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt auch für die europäische Ebene. Die Beteiligung Jugendlicher an der Umsetzung der EU-Jugendstrategie geschah bis Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Strukturierten Dialogs mit der Jugend. Seit 2019 heißt der Strukturierte Dialog nun EU-Jugenddialog.

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  • Youth Goals – Europäische Jugendziele
    Gelbes Logo der Youth Goals mit schwarzer Schrift
    Mireille van Bremen

    Die Youth Goals sind in die EU-Jugendstrategie 2019-2027 eingeflossen und damit in den Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa. Verantwortliche aus Politik und Verwaltung auf allen Ebenen sollen die Ziele als Anregung nutzen, um Politik im Sinne junger Menschen zu gestalten.

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  • Mehr Europa in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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